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Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

AfD und der Super-Wahlsonntag Welche Rechtspopulisten in die Landtage drängen

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Kandidatin warnte „vor einer  Infektionsgefahr  durch  Flüchtlinge“

Als weiterer  Höcke-Unterstützer gilt der baden-württembergische Landtagskandidat Markus Frohnmaier. Der 24-jährige Jurastudent aus Tübingen ist Mitglied im Landesvorstand und Vorsitzender der Jungen Alternative in Baden-Württemberg sowie seit dem Parteitag im Mai 2015  auf Bundesebene. In Erfurt, wo Höcke regelmäßig Anti-Asyl- Kundgebungen abhält,  wetterte Frohnmaier schon gegen „linke Gesinnungsterroristen“ und den „Parteienfilz“ und drohte: „Wenn wir kommen, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur  für das Volk gemacht“. Frohnmaier pflegt laut der Göttinger Studie auch Kontakte zu Vertretern der Neuen Rechten. So habe er etwa der neurechten  Zeitschrift „Blaue Narzisse“ mehrere Interviews gegeben und den Herausgeber zu einer  Lesung nach Stuttgart eingeladen.

In Rheinland-Pfalz tritt die AfD mit einer Landesliste von 30 Personen an. Geführt wird der Landesverband von Uwe Junge. In der Studie wird Junge, der 34 Jahre der CDU angehört hatte, als jemand beschrieben, der stets um Seriosität bemüht sei, provozierende Vokabeln vermeide und Höckes „mediale Eskapaden“ tadele, allerdings ohne dem thüringischen Landesvorsitzenden die Loyalität aufzukündigen. Vor seinem AfD-Beitritt gehörte Junge ein Jahr der rechtspopulistischen und islamophoben Partei „Die Freiheit“ an.

Junges erste Stellvertreterin Christiane Christen gilt als „überzeugte  Repräsentantin des nationalkonservativen Flügels“, wie es in der Studie heißt. Der zweite Parteivize ist der 44-jährige  Gymnasiallehrer Joachim Paul. Paul, der den Listenplatz zwei einnimmt, ist  Mitglied der Bonner Burschenschaft „Raczeks“, die 2011 gefordert hatte, dass Neumitglieder in Burschenschaften ihre deutsche Abstammung nachzuweisen hätten.   Dem Landesvorstand gehört auch Matthias Bleck als Beisitzer an. Laut der Studie unterhält er Verbindungen zum Umfeld der islamfeindlichen Partei „Die Freiheit“ sowie zur  rechtspopulistischen Bürgerbewegung „Pax Europa“.

Auf Listenplatz vier kandidiert der Trierer Lehrer Michael Frisch, ein, wie es in der Studie heißt, „Abtreibungsgegner, der die AfD offenbar für rechte Katholiken weiter öffnen will“. Frisch unterstütze zudem Pegida und befürchte eine „schleichende Islamisierung“ Europas.

Auf Platz sechs kandidiert die Ärztin Sylvia Groß,  die laut der Studie im  Herbst  2015  „eindringlich  vor  einer  Infektionsgefahr  durch  Flüchtlinge“ gewarnt hatte. Auffällig sei außerdem ihre „radikale Haltung zum Islam“. So fordere sie mit Blick auf die Religionsfreiheit eine Debatte darüber, „ob der Islam eine Religion ist oder eine Ideologie“. Von ihrer Partei wünsche sie sich ein klares Bekenntnis, „dass der Islam NICHT  zu Deutschland“ gehöre, wird die AfD-Politikerin zitiert. Auf Platz elf rangiert der  Journalist Martin Louis Schmidt, der, so heißt es in der Studie, von sich selbst schreibe, „nicht unwesentlich am Aufbau der  Wochenzeitung Junge Freiheit beteiligt“ gewesen zu sein.

AfD-Landeschef mit Sympathien für rechte Positionen
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