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Landtagswahlen Warum die Grünen in Thüringen einen Dämpfer einstecken müssen

In Thüringen haben die Grünen nur knapp den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. Auch in den größeren Städten bleiben sie eine Randpartei.
2 Kommentare
Warum die Grünen in Thüringen einen Dämpfer einstecken müssen Quelle: dpa
Annalena Baerbock und Robert Habeck

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat aus der Regierungskoalition heraus den Wiedereinzug in den thüringischen Landtag nur knapp geschafft. Ein erster Dämpfer für die Grünen-Vorsitzenden.

(Foto: dpa)

Berlin Es ist der erste Dämpfer, den die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck hinnehmen müssen: Seit sie Ende Januar 2018 Parteichefs wurden, haben die Grünen stetig zugelegt. In Umfragen, in denen sie Werte von teilweise weit mehr als 20 Prozentpunkte erreichten, aber auch in Wahlen.

Sie verbuchten Rekordwerte in Bayern und Hessen, ebenso bei den Europawahlen. Und selbst bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen kamen sie auf ein Plus. Die ewige Zitterpartie, es in Ostdeutschland überhaupt in die Parlamente zu schaffen, schien passé.

Thüringen hat sich jedoch erneut als ein schwieriges Bundesland für die Grünen erwiesen. 5,2 Prozent, ein Minus von 0,5 Prozentpunkten gegenüber 2014, die bisherige Regierung mit Grünen-Beteiligung hat keine Mehrheit mehr. Baerbock sprach von einem enttäuschenden Ergebnis. Es sei nicht gelungen, in die „Breite der Gesellschaft“ vorzudringen.

Als Partei, die Veränderung wolle, hätten die Grünen es in Ostdeutschland schwer, begründete Habeck den Misserfolg. Die Menschen hätten in den vergangenen 30 Jahren Veränderungen für drei Biografien gesammelt, was häufig mit Enttäuschung verbunden gewesen sei.

Der Wahlkampf in Thüringen sei „nochmal härter“ gewesen als in Sachsen und Brandenburg, „geradezu unversöhnlich“, so der Parteichef. „Auch Themen wie Energiewende und Klimaschutz, die eigentlich Konsens sind, wurden hier hochgejazzt und als Spaltthemen geführt.“ Mit der „Tonalität des Zusammenführens“ seien die Grünen „kaum durchgekommen“.

Umfragen von Infratest dimap zeigen, dass die Grünen nicht als eine Partei gelten, die am ehesten die Interessen der Ostdeutschen vertritt. Eine Mehrheit der Menschen erklärten, sie kümmerten sich zu wenig um Wirtschaft und Arbeitsplätze. Selbst 29 Prozent der Grünen-Wähler sind dieser Ansicht.

Ihre Kompetenzen werden eindeutig in der Umwelt- und Klimapolitik verortet – doch die gilt vielen Menschen in Thüringen als „zu radikal“. Und bei der Antwort auf die Frage, welche Partei am ehesten für soziale Gerechtigkeit sorgt, spielen die Grünen keine Rolle.

Auffällig ist, dass die Grünen selbst in den größeren Städten im Vergleich zu 2014 um einen Prozentpunkt auf neun Prozent verloren haben, in den Mittelstädten legten sie dagegen um einen Prozentpunkt auf sechs Prozent zu. In den Kleinstädten und Landgemeinden kamen sie auf lediglich vier Prozent.

Von den Wählern, die sich in letzter Minute noch für eine Partei entscheiden wollten, haben die Grünen am wenigsten profitiert – die meisten Spätentscheider gaben laut Infratest dimap der Linke ihre Stimme, gefolgt von der CDU und der AfD.

Mehr: Der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer spricht über mögliche bundespolitische Konsequenzen der Thüringen-Wahl. Arzheimer nennt auch die Gründe für das Erstarken der AfD.

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2 Kommentare zu "Landtagswahlen: Warum die Grünen in Thüringen einen Dämpfer einstecken müssen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vielleicht weil die Grünen mit ihrem oft irrationalen Tunnelblick auf Klimaschutz und alternative Energieerzeugung zu wenig Rücksicht auf Arbeitsplätze, Landschaft und Natur nehmen?

  • In den alten Bundesländern denken viele auch so; scheinbar ist die Klientel, die Jobs ausserhalb des Industriearbeiters und des Handwerkers haben, wesentlich größer, so das man dann 20% und mehr erreichen kann.