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Mike Mohring

Der CDU-Politiker will Ministerpräsident von Thüringen werden.

(Foto: dpa)

Landtagswahlkampf CDU-Spitzenkandidat Mohring macht Morddrohung öffentlich

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Thüringen drohen Rechtsextreme dem CDU-Politiker Mike Mohring mit einem Attentat.
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Erfurt/Düsseldorf CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hat knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Thüringen bei Twitter das Foto eines Drohschreibens veröffentlicht, dass er am Wochenende erhalten hat.

In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Dies ist eine kleine Vorwarnung an Sie, dass Sie unser erstes Zielobjekt sein werden. Geben Sie den Wahlkampf auf, in einem Tweet, den Sie verfassen werden. Werden Sie auf die Forderung nicht eingehen, dann wird ihnen dasselbe wie damals der Frau Henriette Reker zustoßen.“

Die Kölner Oberbürgermeisterin Reker war im Oktober 2015 einen Tag vor ihrer Wahl von einem Rechtsextremisten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Der Täter wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Das Schreiben, das Samstagnacht per Mail an Mohrings Büro geschickt wurde, hat die Betreffzeile „Warnung“. Unterzeichnet ist es mit „Die Musiker des Staatsstreichorchesters“, die Verfasser bezeichnen sich als „global vernetzte Gruppe von Rechtsextremisten“. Die Mail endet mit dem Satz „Sieg Heil und Heil Hitler“!

Für den Fall, dass Mohring der Aufforderung nicht bis Sonntag 12 Uhr nachkommt, drohte die Gruppe: „Wir werden sie versuchen auf der nächsten öffentlichen Veranstaltung niederzustechen.“ Wenn das nicht gelinge, müsse er mit einer Autobombe oder ähnlich hinterhältigen Attentaten rechnen.

In einem Video erklärte Mohring sich am Sonntag nach Ablauf der Frist bei Twitter zu dem Vorfall: „Wir dürfen keinen Platz lassen für Hass, für Gewalt, Aggressionen und Morddrohungen. Wir müssen zusammenstehen in Thüringen, wir dürfen keinen Platz lassen für die, die Angst machen. Die Zuversicht muss gewinnen.“ Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen.

In Thüringen wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Mohring will den Linken-Politiker Bodo Ramelow als Ministerpräsident ablösen. Die Umfragen sagen ein knappes Rennen bevor.

Bereits Ende September hatte Mohring eine Morddrohung erhalten. Auf einer Postkarte an die CDU Thüringen hieß es, Mohring sei „die Nummer zwei, die demnächst einen Kopfschuss“ erhalte. Die Partei vermutete, dass die Autoren damit indirekt Bezug nahmen auf den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der im Juni mit einem Kopfschuss ermordet worden war.

In der vergangenen Woche erhielt auch Grünen-Chef Robert Habeck eine Morddrohung. Drohschreiben, die mit „Staatsstreichorchester“ unterzeichnet sind, waren in den vergangenen Wochen unter anderem auch in Berlin und München aufgetaucht.

Mehr: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Morddrohung gegen Habeck.

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1 Kommentar zu "Landtagswahlkampf: CDU-Spitzenkandidat Mohring macht Morddrohung öffentlich"

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  • Wenn man das so liest, kann man das Gefühl bekommen, daß heute ein Morddrohung fast wie eine Auszeichnung wirkt. "Wie, Du hast noch keine Morddrohung erhalten? Bist also nicht wichtig". Bitte nicht falsch verstehen, Morddrohungen sind etwas extrem Ernstes. Damit aber an die Öffentlichkeit zu gehen, ist meines Erachtens der falsche Weg. Die Polizei soll in Ruhe ermitteln und man sollte den Schreibern keine Plattform bieten. - So kann man den Eindruck bekommen, daß die Veröffentlichung wohl eher unter meinem Eingangssatz zu verzeichnen sind - kurz vor der Wahl, wer was wohl dabei denkt? Abgesehen davon werden jeden Tag Bürger mit Morddrohungen konfrontiert. Kommen Sie man nach Berlin Kreuzberg/Wedding, fragen Sie mal die Polizisten vor Ort. Ob da gleiche Maßstäbe angesetzt werden? Polizisten sind auch öffentliche Personen. Übrigens sind die Morddroher da Deutsche mit Migrantenjintegrund. Sind die auc alle rechts?