Laut Umfrage einen Tag nach dem zweiten TV-Duell CDU und FDP liegen in NRW weiter vorn

CDU und FDP gehen mit einem deutlichen Vorsprung ins Finale der nordrhein-westfälischen Landtagswahl.

HB KÖLN. In einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Fernsehsender RTL und N-TV kommt die CDU auf 43 Prozent, die SPD erreicht 36 Prozent. FDP und Grüne liegen gleichauf bei 7 Prozent. Die sonstigen Parteien erreichen zusammen ebenfalls 7 Prozent. 42 Prozent der Befragten sind laut Forsa noch immer unentschlossen, ob sie zur Wahl gehen oder für welche Partei sie Stimmen wollen.

Forsa hatte am Mittwoch, einen Tag nach dem zweiten TV-Duell zwischen Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) und CDU - Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers 1326 Wahlberechtigte befragt. Steinbrück habe durch die Duelle deutlich an Zustimmung gewonnen. Vor der ersten Runde hätten sich 37 Prozent der Befragten für Steinbrück als Ministerpräsident ausgesprochen. Jetzt seien es 47 Prozent. Bei Rüttgers sei die Zustimmung von 31 auf 29 Prozent gesunken. Bei den Parteien seien die Veränderungen geringer ausgefallen. Die SPD habe zwei Prozentpunkte gewonnen, die CDU zwei Punkte verloren.

Die von der SPD nach dem zweiten TV-Duell zwischen Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) und dem Herausforderer Jürgen Rüttgers (CDU) erhoffte Trendwende blieb damit offenbar aus. Dennoch zeigte sich Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, früher selbst Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, in Berlin optimistisch. Sein Nachfolger Peer Steinbrück und die SPD hätten einen "grandiosen Schlussspurt hingelegt. Es ist ganz knapp, aber es ist zu schaffen".

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel kündigte im ARD-Morgenmagazin verstärkte Anstrengungen in den letzten Tagen vor der Wahl an. Es sei ja bekannt, dass sich viele Wähler erst sehr kurzfristig entschieden, sagte sie. Tatsächlich sind nach der Forsa-Umfrage 42 Prozent der Befragten immer noch unentschlossen, ob sie zur Wahl gehen beziehungsweise welcher Partei sie im Falle einer Wahlteilnahme ihre Stimme geben werden.

Deutlich populärer als die SPD ist der Umfrage zufolge ihr Spitzenkandidat Steinbrück. Könnte der neue Ministerpräsident direkt gewählt werden, würden sich 47 Prozent für Steinbrück und 29 Prozent für seinen CDU-Herausforderer Jürgen Rüttgers entscheiden. Der SPD-Politiker konnte damit seinen Vorsprung vor dem Herausforderer im Wahlkampf und während der zwei TV-Duelle deutlich ausbauen.

Im Schlussspurt setzen alle Parteien jetzt noch einmal auf ein Großaufgebot an Bundesprominenz. Merkel kommt zur Unterstützung des Spitzenkandidaten Rüttgers zur CDU-Abschlusskundgebung am Freitagabend in Düsseldorf. Die SPD wirbt am Nachmittag in Dortmund mit Hilfe von Bundeskanzler Gerhard Schröder und des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero für die Wiederwahl von Steinbrück.

Den Grünen-Spitzenkandidaten, Umweltministerin Bärbel Höhn und Bauminister Michael Vesper, steht Bundesaußenminister Joschka Fischer bei der Schlusskundgebung in Düsseldorf bei. Und FDP-Chef Guido Westerwelle eilt nach Wermelskirchen, um dort dem liberalen Spitzenmann Ingo Wolf beizustehen. Fischer forderte mehrere hunderte Grünen-Anhänger bei einer Kundgebung am Donnerstag in Dortmund auf, den Umfragen keinen Glauben zu schenken. Der Ausgang der Wahl sei nach wie vor völlig offen. "Am kommenden Sonntag entscheidet die Mobilisierung", betonte er.

Merkel versprach in dem Fernsehinterview, die Union werde auch nach einem Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen keine Blockadepolitik im Bundesrat betreiben. Zurückhaltend äußerte sich Merkel zur Frage einer Kanzlerkandidatur. Erst einmal müssten sich die Unionsparteien auf die Programmatik konzentrieren, Personalfragen würden zu gegebener Zeit entschieden, sagte sie. Dagegen plädierte der CDU-Vorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Eckhardt Rehberg, für eine schnelle Festlegung. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte er: "Es wäre eine feine Geste von (CSU-Chef) Edmund Stoiber, wenn er Merkel vorschlagen würde, nachdem Merkel 2002 auf Stoiber zugegangen war."

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