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Lebensmittel Bauern protestieren wegen Edeka-Plakat – Treffen zu Billigpreisen bei Merkel

Eine Supermarktwerbung hatte den Zorn norddeutscher Bauern geschürt. Nun soll das Thema billige Lebensmittel im Kanzleramt besprochen werden.
27.01.2020 - 16:25 Uhr Kommentieren
Bauern protestierten vor einem Großlager der Handelskette Edeka in den Nähe von Oldenburg wegen dieses Werbeplakats, auf dem Komiker Otto Waalkes zu sehen ist.
Edeka-Plakat

Bauern protestierten vor einem Großlager der Handelskette Edeka in den Nähe von Oldenburg wegen dieses Werbeplakats, auf dem Komiker Otto Waalkes zu sehen ist.

Berlin Billigangebote für Lebensmittel im Handel werden kommenden Montag Thema eines Spitzentreffens bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Es ist wie David gegen Goliath, wenn Bauern mit dem Handel verhandeln“, teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Montag mit.

Der Handel beklage zwar, dass Verbraucher nicht mehr bezahlen wollten, setze aber selbst immer mehr Tiefstpreise. Am Ende bade das der Erzeuger aus, dem immer weniger bleibe. „Das ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Beim Treffen am 3.2. im Kanzleramt werden wir das thematisieren.“

Klöckner reagierte auf eine Demonstration von Bauern vor einem Großlager der Handelskette Edeka in den Nähe von Oldenburg. Anlass war nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ein Werbeplakat, auf dem dem Komiker Otto Waalkes zum 100-jährigen Bestehen der Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover mit dem Spruch „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“ wirbt.

Nach Angaben von Edeka ist das ein Missverständnis: Gemeint war demnach der Ort Essen bei Oldenburg - nicht Essen im Sinne von Lebensmitteln. Ziel der Kampagne sei, alle Ortschaften, wie etwa auch Minden oder Bremen „individuell anzusprechen“, wie Edeka mitteilte. Die angekündigten Preisreduzierungen gingen zudem nicht zu Lasten der Landwirte. „Die Plakate, die zu dem Missverständnis geführt haben, wurden nach den ersten Hinweisen umgehend entfernt.“

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    Kommende Woche Treffen zu Lebensmittel-Billigpreisen bei Merkel Quelle: dpa
    Bauern demonstrieren vor Supermarkt-Großlager

    Vor dem Großlager der Supermarktkette Edeka in der Nähe von Oldenburg demonstrieren Bauern mit ihren Traktoren.

    (Foto: dpa)

    Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hatte die Kampagne kritisiert: „Hier sollen hochwertige Lebensmittel verramscht werden. Wertschätzung von Essen und Lebensmitteln erzeugt man damit nicht.“ Qualität, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit in der Lieferkette bringe man so nicht nach vorne. Er forderte eine Prüfung des Bundeskartellamt, ob die Kette ihr „Marktmacht“ missbrauche.

    Seit Monaten gehen Bauern immer wieder auf die Straße, um gegen die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft zu demonstrieren. Dabei geht es auch um Umweltauflagen, mit denen die Bundesregierung Boden, Wasser und Luft schützen will. Die Bauern sehen sich in ihrer Existenz bedroht und fordern, für Umweltschutz, aber auch insgesamt für ihre Produkte angemessen bezahlt zu werden. Klöckner betont immer wieder die Macht der Verbraucher.

    Mehr: Worauf die Deutschen beim Essen achten: Umwelt und Tierschutz werden wichtiger, der Hype um Superfoods flaut ab. Doch die Geiz-ist-geil-Mentalität ist immer noch weit verbreitet.

    • dpa
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