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Lebensmittel Foodwatch kritisiert Julia Klöckner wegen vertuschter Studie

Foodwatch wirft der Ernährungsministerin vor, eine Studie zum Nutri-Score zurückzuhalten. Klöckner sei ohnehin eine Gegnerin der Ernährungsampel.
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Die Ernährungsministerin spricht sich deutlich gegen den Nutri-Score aus. Quelle: dpa
Julia Klöckner

Die Ernährungsministerin spricht sich deutlich gegen den Nutri-Score aus.

(Foto: dpa)

Berlin In der Debatte um neue Kennzeichnungen für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln hat die Verbraucherorganisation Foodwatch Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) angegriffen. Sie halte eine Studie zurück, die dem aus Frankreich stammenden System Nutri-Score „offenbar ein positives Zeugnis ausstelle“, kritisierte Foodwatch an diesem Montag.

Das Ministerium habe kürzlich eine „redaktionell bearbeitete“ Einschätzung des Max-Rubner-Instituts (MRI) vorgestellt – eine seit Herbst 2018 vorliegende „Original-Studie“ mit rein wissenschaftlichen Bewertungen sei aber nie veröffentlicht worden, erklärte Foodwatch unter Berufung auf angeforderte interne E-Mails des Ministeriums.

Foodwatch macht sich wie andere Verbraucherschützer und die SPD für den Nutri-Score stark, um Kunden eine gesündere Ernährung zu erleichtern. Das System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot. Erste Produkte damit sind schon in deutschen Supermärkten zu haben.

Zu den Vorwürfen erklärte das Ministerium, die „vorläufige Studie“ des MRI sei am 11. April veröffentlicht worden – kurz nach der Feststellung, dass sie die vom Ministerium gestellten Fragen beantworte. Dieses Vorgehen sei üblich. Zu früheren Studien machte das Ministerium keine Angaben. Eine Anfrage von Foodwatch nach dem Informationsfreiheitsgesetz sei beantwortet worden. Weitergehende Nachfragen würden derzeit bearbeitet und beantwortet.

Die große Koalition will bis Sommer ein Modell erarbeiten, das den Nährwertgehalt „gegebenenfalls vereinfacht visualisiert“. Klöckner strebt zunächst aber noch weitere Klärungen an, da laut der Analyse des MRI-Forschungsinstituts alle bestehenden Systeme Vor- und Nachteile hätten – auch der Nutri-Score. Das Ministerium plant etwa eine Verbraucherbefragung und einen Praxistest.

  • dpa
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