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Lebensmittelbranche Ernährungsministerin Klöckner verteidigt ihre Strategie für weniger Zucker und Fett

Im Kampf gegen Dickmacher setzt die Regierung auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelbranche. Kritikern reicht das bei weitem nicht.
Update: 19.12.2018 - 14:51 Uhr Kommentieren
Die Regierung sucht Wege für weniger Fett und Zucker in Lebensmitteln. Quelle: dpa
Currywurst

Die Regierung sucht Wege für weniger Fett und Zucker in Lebensmitteln.

(Foto: dpa)

Berlin Für eine gesündere Ernährung sollen Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza oder Müsli schrittweise mit weniger Zucker, Salz und Fett auskommen. Das sieht die „Reduktions- und Innovationsstrategie“ von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) vor, mit der sich an diesem Mittwoch das Kabinett befasst.

Erreicht werden soll dies über Zielvereinbarungen mit der Branche auf freiwilliger Basis bis 2025, für die laut „Bild“-Zeitung (Mittwoch) nun konkrete Zahlen vorliegen. Demnach verpflichtet sich zum Beispiel der zuständige Verband, Zucker in Kinder-Frühstückscerealien um mindestens 20 Prozent zu reduzieren.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, Klöckner kusche vor der Lebensmittelindustrie. Andere Länder machten Ernst im Kampf gegen Fettleibigkeit und beschränkten unter anderem Werbung für Kinder oder besteuerten überzuckerte Limonaden. Dagegen bitte die Ministerin „die Hersteller freundlich, etwas weniger Zucker in ihre Produkte zu kippen - und überlässt es den Unternehmen, ob sie mitmachen oder nicht“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker der Deutschen Presse-Agentur.

Klöckner hingegen verteidigte ihre Strategie. Sie hob hervor, dass sich die Branche erstmals verpflichtet habe, Zucker, Salz und Fette zu reduzieren und sich in ihren Schritten überprüfen zu lassen. Sie setze bewusst auf Selbstverpflichtungen und nicht starre gesetzliche Maßnahmen, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch nach der Verabschiedung einer entsprechenden Strategie im Kabinett.

„Jeder muss liefern, und jeder wird auch liefern“, betonte sie mit Blick auf Zielvereinbarungen mit beteiligten Branchen. Das Lebensmittelangebot in Deutschland werde damit gesünder, und die Wirtschaft ziehe auch mit. Es werde einen „Positivwettbewerb“ der Anbieter geben. „Wenn die Wirtschaft nicht mitmacht, werden wir weitere Maßnahmen prüfen“, sagte sie zudem der „Bild“-Zeitung.

Klöckner hatte die Strategie im November vorgelegt. Sie soll Anfang 2019 starten und in den Fortschritten regelmäßig überwacht werden. Vorgesehen sind ein Monitoring und eine Internetplattform, um die schrittweise Änderung von Rezepturen bis 2025 auch für Verbraucher transparent zu machen.

So soll der Zuckergehalt in Frühstückscerealien für Kinder um mindestens 20 Prozent sinken, in Kinderjoghurts um mindestens 10 Prozent und in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent.Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden.

In Deutschland gelten laut Ministerium 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

  • dpa
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