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Lehrstellen Azubi-Förderung erhöht: Heil und Karliczek streiten über Mindestlohn

Die Bundesregierung stützt Lehrberufe mit Zuschüssen. Auch am Lohn soll geschraubt werden, doch an der Untergrenze scheiden sich die Geister.
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„Deutschland braucht Fachkräfte“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Quelle: dpa
Auszubildende

„Deutschland braucht Fachkräfte“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

(Foto: dpa)

Berlin„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ heißt es oft, wenn es um eine Mindestvergütung für Auszubildende geht. Doch sollte auch niemand von einer Lehre abgehalten werden, weil er sie sich schlicht finanziell nicht leisten kann. Deshalb hat das Bundeskabinett am Mittwoch eine Erhöhung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Anpassungsgeldes beschlossen.

Die Beihilfe können Auszubildende bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) beantragen, wenn der Ausbildungsbetrieb so weit entfernt ist, dass die Jugendlichen nicht mehr im Elternhaus leben können, sondern sich eine eigene Wohnung nehmen müssen. Auch Lehrlinge, die mit einem Partner zusammenleben oder Kinder haben, werden gefördert.

Der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen wird von derzeit 622 Euro auf 716 Euro monatlich erhöht. Zum 1. August 2020 steigt er nochmals auf 723 Euro pro Monat. Die Bundesregierung vollzieht damit die letzte Bafög-Anpassung.

Auch das Ausbildungsgeld, mit dem die Bundesregierung die berufliche Eingliederung von Behinderten fördert, wird erhöht. Die zusätzlichen Kosten wachsen laut Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums von 61 Millionen Euro in diesem Jahr auf jährlich 123 Millionen Euro ab 2022.

„Deutschland braucht Fachkräfte“, kommentierte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Kabinettsbeschluss. „Der Schlüssel dazu liegt in einer guten, zukunftsorientierten Berufsausbildung und in deren angemessenen Vergütung.“ Dabei sei die jetzt beschlossene Erhöhung der Beihilfen ein erster Schritt. „Wir brauchen aber noch mehr“, sagte Heil.

Der Arbeitsminister spielt damit auf die Mindestausbildungsvergütung an, die Union und SPD im Koalitionsvertrag versprochen haben. Wie beim gesetzlichen Mindestlohn soll es auch eine Untergrenze für die Bezahlung von Lehrlingen geben.

Die federführende Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will sich dabei am Schüler-Bafög orientieren. Ihr schwebt eine Mindestvergütung von 504 Euro im ersten Lehrjahr vor, in den Folgejahren soll es fünf, zehn und 15 Prozent mehr geben. So steht es in einem Referentenentwurf aus Karliczeks Haus, der dem Handelsblatt vorliegt.

Heil will mehr Geld für Azubis

Dem Arbeitsminister reicht das bei Weitem nicht aus: Der Azubi-Mindestlohn müsse sich „an den Durchschnitt der tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen anlehnen, statt sich an fiktiven Zahlen zu orientieren“, sagt Heil. Er liegt damit auf einer Linie mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Der hatte schon vor längerem vorgeschlagen, die Untergrenze bei 80 Prozent des Durchschnitts der tariflichen Ausbildungsvergütungen einzuziehen. Legt man die Zahlen des Jahres 2017 zugrunde, wären das 635 Euro im ersten Ausbildungsjahr.

Für das zweite Jahr ergeben sich 696 Euro, im dritten Jahr 768 Euro und im vierten Ausbildungsjahr 796 Euro. Tarifliche Ausbildungsvergütungen um die 500 Euro für das erste Lehrjahr finden sich so gut wie gar nicht mehr.

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1 Kommentar zu "Lehrstellen: Azubi-Förderung erhöht: Heil und Karliczek streiten über Mindestlohn"

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  • Mindestlohn fuer Azubis ist Unsinn. Was zaehlt ist gute Ausbildung. Ich bekam im 1.
    Lehrjahr mit Handelsschulabschluss DM25, im 2. DM 35 und im 3. DM50 und habe
    mich nicht beschwert. Das war in den Sechzigern.