Lehrstellen Viele Betriebe bilden keine Migranten aus

Für junge Menschen mit ausländischem Hintergrund bleibt es schwer auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Betriebe vergeben Lehrstellen eher an andere Bewerber. Die Begründung finden Wissenschaftler nicht schlüssig.
14 Kommentare
Die Mehrheit der Betriebe hatte noch nie einen Azubi mit ausländischen Wurzeln. Migranten haben es weiterhin schwer auf dem Ausbildungsmarkt. Quelle: dpa

Die Mehrheit der Betriebe hatte noch nie einen Azubi mit ausländischen Wurzeln. Migranten haben es weiterhin schwer auf dem Ausbildungsmarkt.

(Foto: dpa)

GüterslohIn vielen deutschen Unternehmen stoßen Bewerber mit ausländischen Wurzeln bei der Lehrstellensuche auf Vorbehalte. In einer Befragung der Bertelsmann-Stiftung, die am Donnerstag vorgestellt wurde, gaben 58,9 Prozent der aktiven Ausbildungsbetriebe an, noch nie einem Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Lehrstelle gegeben zu haben. Angesichts von Fachkräftemangel werde hier Potenzial verschenkt, kritisieren die Autoren der Studie.

Als Grund nannten 74,8 Prozent der Unternehmen ohne entsprechende Erfahrung fehlende Bewerbungen dieser Jugendlichen. Diese Aussage halten die Studienautoren jedoch für wenig plausibel. Jeder vierte Jugendliche in Deutschland habe einen Migrationshintergrund. Gerade diese Klientel bewerbe sich anderen Erhebungen zufolge bei vielen Betrieben. Ein Drittel der Abgänger mit mittlerem Schulabschluss und ausländischen Wurzeln finde keine Lehrstelle.

Bei 38 Prozent der Unternehmen spielt die Sorge vor Sprachbarrieren eine Rolle. 14,7 Prozent fürchten, kulturelle Unterschiede seien zu groß und könnten das Betriebsklima belasten. Fast genauso viele sahen ihren Betrieb auf solche Unterschiede nicht vorbereitet. Schlechtere Leistungen der Bewerber befürchten dagegen nur 9,1 Prozent.

„Wer einen mittleren Schulabschluss hat, dürfte in der Regel keine großen Sprachprobleme mitbringen“, sagte Claudia Burkard von der Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren der Studie sehen es daher als wesentlich für gelingende Integration und Fachkräftesicherung an, diesen jungen Menschen den Zugang zu Ausbildung zu erleichtern.

Arbeitslosenzahl in Deutschland
von August 2014 bis August 2015

in Millionen


Gleichzeitig zeigte die repräsentative Umfrage unter rund 1000 Unternehmen bundesweit, dass Azubis mit Migrationshintergrund für eine große Zahl der 450.000 Ausbildungsbetriebe in Deutschland längst Normalität geworden sind. 41,1 Prozent der Betriebe haben in den vergangenen fünf Jahren Erfahrungen mit Lehrlingen mit ausländischen Wurzeln gemacht. Aktuell bilden 15 Prozent der Unternehmen Jugendliche mit Migrationshintergrund aus.

Als bemerkenswert hebt die Studie hervor, dass drei Viertel dieser Betriebe keine besonderen Einstellungsgründe aufführt. Dies könne als Hinweis dafür gelesen werden, dass für diese Unternehmen bei ihrer Entscheidung für einen Bewerber die Herkunft gar keine Rolle mehr spielt.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Lehrstellen - Viele Betriebe bilden keine Migranten aus

14 Kommentare zu "Lehrstellen: Viele Betriebe bilden keine Migranten aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Margrit Steer „Welche Ausländer meint denn die Bertelsmann-Stiftung?“

    Die Aussage ist doch mehr als deutlich, wäre sie noch deutlicher, könnte man der Stiftung nachsagen sie diskriminiere Türken. Damit wäre diese Gutmenschenveranstaltung diskreditiert. Jeder in D weiß, daß es eine Gruppe Zuwanderer gibt, die hier besondere Schwierigkeiten hat und macht, weil sie sich für etwas besonders hält.

  • Wer in Deutschland lermnen will, muss Deutsch können. Unsere Politiker verhindern dies vorsätzlich. Was soll ich eine Ausländer erklären bei einem Defekt, wenn er mich nicht versteht?? Wieso muss ich in Deutschland andere Sprachen beherrschen?

  • Der Begriff ausländische Azubis it mir zu vage.
    Welche Ausländer meint denn die Bertelsmann-Stiftung?
    Also mit solchen Ausagen, die nichtssagend sin, wird wieder mal der deutche Betrieb als Ausländerfeind hingestellt

  • @ Joly Joker

    „...ein Vollpigmentierter oder Rastazopfiger hinter der Käsetheke oder als Sommelier?“

    Es gibt sogar „vollpigmentierte“ Sterneköche. Das ist nicht das Problem, denn diese Zuwanderer, die z.T. schon sehr lange hier wohnen, haben sich, ohne besondere Ansprüche zu stellen, in diese Gesellschaft eingebracht. Dies ist bei zu vielen Türken eben nicht der Fall, denn diese Klientel zieht es in die besonderen Stadtteile, in denen sie dann in ihrer selbstgeschaffenen Parallelwelt leben.
    Die Pegidateilnehmer bewegt, daß die derzeitige aktive Politik die ganz offensichtlichen Probleme mit diesem Zuwandererkreis und dem sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Wandel in Richtung einer Schariagesellschaft nicht wahrnehmen will. (Merkel: „Ich kann keine Islamisierung feststellen“) Die aktive Politik will auch nicht wahrnehmen, daß Islam und Islamismus eins sind und nicht differenziert betrachtet werden können, sondern nur in Verbindung miteinander, auch wenn sich Moscheevereine eifrig darum bemühen, dem Publikum weiszumachen, ja nicht „von islamischem Terror zu sprechen“, so der Imam der Neumünsteraner Fatih-Moschee, bei der der Name schon Programm ist.

  • Hohes Anspruchsdenken, wenig Bildung, schlechte Sprachkenntnisse, auch bei hier geborenen, unsoziales und respektloses Verhalten, sind einige Erlebnisse einiger Kommentatoren und die Liste ließe sich fortsetzen.

    Lassen wir uns von Bertelsmann nichts vormachen, die Rede ist explizit von türkischen Muslimen und die sind keine Migranten, sondern Immigranten, selbst in der 4ten Generation noch und mit deutschem Paß.

    Schlechte Sprachkenntnisse auch bei hier geborenen müssen nicht extra betont werden, denn für die meisten dieser Zuwanderergruppe ist deutsch die erste Fremdsprache. Jeder muß sich bei deren Auftreten bewußt sein, daß er es hier mit einem Menschen zu tun hat, der sich durch seine Religionszugehörigkeit zum Islam, als höherstehendes und anderen gegenüber überlegenes Wesen begreift. Weiter ist zu bedenken, daß diese jungen Menschen türkisch-islamisch sozialisiert wurden, also Angehörige der islamischen Parallelgesellschaft in Deutschland sind, daher ihr Auftreten anderen gegenüber.
    Fazit: Ein viel zu großer Teil dieser Menschen ist auch in der 4ten Generation noch nicht in Deutschland angekommen und wird hier auch nicht ankommen wollen. Daran haben aber die Deutschen schuld, wer sonst, daß das klar ist.

  • Wenn wundert es?? 1. Mentalität und Kulturkreis selten kompatibel!
    2. Qualifikation? - Fehlanzeige!

  • Wissenschaftler suchen nach Wissen; Bauchgefühl und Erfahrungswerte auch Ängste werden oft nicht erfasst. Aber was schon lange Erfahrungswerte bei Vermietern sind, gilt auch für Kleinunternehmer. Und dieses Verhalten geht bis in die Sterne (Hotels, Restaurants). Man stelle sich vor eine voll-oder teilverschleierte Muslima als Wurstverkäufering, Maseurin oder Polizistin.... .Oder ein Vollpigmentierter oder Rastazopfiger hinter der Käsetheke oder als Sommelier? Viele Berufe werden deshalb auch nicht ergriffen(Sharia,Glaubensgründe...)Desweiteren wer will schon die schwarzen Finger eines Vollpigmentierten testend auf seinem Steak sehen oder auf seinem Suppenteller. Im Urlaub, bei MacDoof oder beim Chunkfoodsupplier Üzül Brüzül mag das sogar goutiert werden; aber ansonsten? Zugegeben - alles dies klingt rassistisch, trübt aber die Kundenstimmung und reduziert den Profit. Schaue ich dann auch in ein unfreundliches oder gelangweiltes Gesicht... und der scheint mich nicht zu verstehen und ich nicht ihn... .Dschungelkrieger, Kameltreiber und Haremsdamen bzw entsprechend sozialisierte Menschen sind nun mal vielleicht geduldet; aber auch erwünscht? Eher nicht. Oder was bewegt die Pegida Bürger, die überdurchschnittlich gebildet sind und entsprechend über ein höheres Einkommen/Anspruchsverhalten verfügen.

  • "„Wer einen mittleren Schulabschluss hat, dürfte in der Regel keine großen Sprachprobleme mitbringen“, sagte Claudia Burkard von der Bertelsmann-Stiftung."

    Der ist gut! Hier ist die Realität völlig verlorengegangen. Es hängt da aber nicht NUR an der Sprache.

  • "...Türkischunterricht in der Grundschule."

    ...ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft von deutschen Kindern. Man muss sich als zukünftige Minderheit ja schließlich irgendwie verständigen können.

    Und mit Türkisch-Kenntnissen steigen auch die Beschäftigungschancen in der Döner-Industrie.

  • Unsere Erfahrungen mit Azubis (kleiner Handwerksbetrieb):

    Extrem hohes Anspruchsdenken, wenig Bildung, schlechte Sprachkenntnisse (auch bei hier geborenen), unsoziales und respektloses Verhalten.

    Aber wahrscheinlich haben wir nur noch nicht die Bereicherung erkannt, die selbstredend jedem Migranten innewohnt :-8

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%