Leistung in der Schule Mathe-Defizite schrecken Wirtschaft auf

Beim aktuellen Pisa-Schultest schneidet Deutschland wieder nur mittelmäßig ab. Naturwissenschaftliche Fächer gelten als schwierig und anstrengend. Unternehmer sind vor allem mit den Mathematik-Kenntnissen unzufrieden.
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Schweiz Top, Peru Flop
YOUNG STUDENTS STUDY AT A SCHOOL BEFORE CLINTON'S VISIT IN XIAN
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Die besten Ergebnisse erzielten die Schüler in ostasiatischen Ländern. Unter den Top-Ten bei Mathematik finden sich sieben Länder und Gebiete aus Asien. Die mit Abstand höchste mittlere Punktzahl (613) verzeichnet Schanghai – hier sind die Schüler den Gegenwert von fast drei Schuljahren besser als ihre Altersgenossen im OECD-Durchschnitt. Zur Spitzengruppe gehören aber auch andere chinesische Gebiete, Singapur, Korea und Japan.

5. internationaler PISA-Test
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Finnland ist nicht mehr das beste europäische Land. Die Schüler verloren vor allem in der Mathematik stark an Boden, im Lesen und in den Naturwissenschaften reichte es trotz Verlusten noch immer zu Plätzen unter den Top 3 in Europa.

Deutschland holt bei Pisa-Studie aufschule taschenrechner
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Kritik gibt es dennoch – und die kommt vor allem aus der Wirtschaft: „Die Schweiz hat es verpasst, mit Pisa auch das Finanzwissen der Jugendlichen zu testen“, moniert Rudolf Minsch, Chefökonom und Geschäftsleiter des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse in der „Neuen Züricher Zeitung“. Tatsächlich hatte die OECD den Länder mit der jüngsten Studie erstmals angeboten, zusätzlich zu den Standardtests auch Daten zur sogenannten „Financial Literacy“ der Schulabgänger durchzuführen. Gemeint ist das Wissen der Jugendlichen um wirtschaftliche und finanzielle Themen wie Kredite, Schulden, Finanzanlagen und Inflation. Die Schweizer Nationalbank sprach sich dafür aus. „Wir haben eine Beteiligung empfohlen. Wir empfinden es als wichtig, dass die Jugendlichen die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen.“ Nicht zuletzt die Hypothekarblasen in einigen Ländern hätten gezeigt, dass mehr Grundlagenwissen nötig sei. Doch der Bund entscheid, dass die Schweiz nicht zu den 18 von 65 Pisa-Teilnehmerstaaten gehören sollte, die haben sich dafür entschieden, darunter Australien, Frankreich, Italien, Spanien und die USA. Die Resultate dafür werden erst in ein paar Monaten vorliegen.

Grundschul-Unterricht
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Die deutschen Schüler haben sich beim internationalen Schulleistungsvergleich Pisa leicht verbessert, ihre Leistungen haben sich im Mittelfeld stabilisiert. Die Verbesserungen in Mathematik hatten sich bereits beim vorletzten Test 2009 abgezeichnet. Mit durchschnittlich 514 Punkten erzielten die Schüler hierzulande in Mathematik 20 Punkte mehr als der OECD-Durchschnitt, sie haben also einen Vorsprung von etwa einem halben Schuljahr. Im Vergleich zu 2003, dem letzten Mal, als Mathematik im Zentrum des Tests stand, hat sich das Ergebnis um elf Punkte verbessert. Vor allem leistungsschwache und sozial benachteiligte Schüler schnitten 2012 um einiges besser ab als noch 2003.

huGO-BildID: 9645050 ** ARCHIV ** Ein Schueler einer 7. Klasse schreibt am 6. Dezember 2004, waehrend einer Mathematik-Stunde Rechenergenisse an die
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Problematisch ist laut OECD allerdings der große Geschlechterunterschied in den Leistungen, aber auch hinsichtlich der Einstellung zur Mathematik. In Deutschland erzielten die Jungen in Mathematik durchschnittlich 14 Punkte mehr als die Mädchen. Seit 2003 hat sich dieser Abstand vergrößert. Damals betrug er neun Punkte. Im OECD-Mittel schneiden Mädchen elf Punkte schlechter ab als Jungen. Besonders stark ist das Gefälle bei den mathematischen Spitzenleistungen: 20 Prozent der Jungen in Deutschland sind in Mathe top, bei den Mädchen sind es nur 15 Prozent.

Bayern beim Schulleistungsvergleich erneut vorn
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Lesen: Dabei schnitten die deutschen Schüler mit 508 Punkten besser ab als der OECD-Schnitt (496 Punkte). Ähnliche Ergebnisse beim Lesen holten Belgien, Macao (China), die Niederlande oder auch die Schweiz. Deutschlands Durchschnittsergebnis beim Lesen hat sich seit dem ersten PISA-Test stetig verbessert, von 484 im Jahr 2000 auf 496 im Jahr 2009, als der Schwerpunkt auch auf der Lesekompetenz lag. Wie in der Mathematik holten vor allem die leistungsschwachen Schüler auf.
Naturwissenschaften: Auch hier liegt der deutsche Durchschnittswert mit 524 Punkten über dem OECD-Mittel von 501 Punkten. Diese Ergebnisse sind vergleichbar mit jenen in Australien, Irland, Liechtenstein, den Niederlanden und Polen. Auch hier hat sich das Land seit dem ersten Mal, da Naturwissenschaften einen Schwerpunkt des Tests bildeten, beständig verbessert: Im Jahr 2006 kamen die Schüler nur auf 516 Punkte. Vor allem unter den leistungsschwachen Mädchen gab es Bewegung.

5. internationaler PISA-Test
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Deutschlands Nachbarland Österreich hat sich gegenüber dem Absturz beim vorangegangenen Pisa-Test 2009 in allen Bereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) verbessert. Im Haupttestgebiet Mathematik erreichten die 15- bis 16-Jährigen 506 Punkte (plus zehn Punkte) und kommen damit auf den 11. Rang. Damit liegen sie deutlich über dem OECD-Schnitt. Beim Lesen liegen sie dagegen noch immer signifikant unter dem OECD-Schnitt, auch wenn sie mit 490 Punkten (Platz 21) 20 Punkte hinzugewannen. In den Naturwissenschaften erreichten die österreichischen Jugendlichen Platz 16. Damit liegt Österreich in etwa wieder auf dem Niveau von 2006.

BerlinAm Dienstag will die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie veröffentlichen, ein erster Trend zeichnet sich aber schon ab. Danach haben sich deutsche Schüler beim Leistungstest 2012 zwar leicht verbessert, landen im Vergleich aber immer noch im Mittelfeld aller teilnehmenden Länder.

Nach diesen ersten Trendmeldungen drängt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor allem auf einen besseren Mathematikunterricht: „Auch unsere eigenen Umfragen belegen eine leichte Verbesserung. Die Unzufriedenheit der Unternehmen über unzureichende Mathekenntnisse ist aber mit 45 Prozent immer noch viel zu hoch“, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe). „Industrieunternehmen sehen sogar zu 55 Prozent hier Mängel bei der Ausbildungsreife.“

An dem OECD-Leistungstest mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften nahmen rund 510.000 Schüler im Alter zwischen 15 und 16 Jahren aus insgesamt 65 Staaten und Regionen teil. In Deutschland stellten sich 6250 Schüler im Alter von 15 Jahren dem Test. Die Pisa-Studien finden alle drei Jahre statt.

Beim ersten Pisa-Test 2000 hatten die deutschen Schüler schlechter als der Durchschnitt abgeschnitten. Besonders auffällig war damals der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Erfolg in der Schule. Nach diesem Schock hatte Deutschland in den folgenden Pisa-Tests etwas bessere Ergebnisse erzielt.

Trotzdem bleibt Deutschland nur Mittelmaß. Naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik und Physik würden in der Schule als schwierig und anstrengend gelten, beklagt der DIHK. „Sie werden zudem nicht immer praxisnah unterrichtet und fallen überdurchschnittlich oft aus“, kritisierte Dercks. „Das muss sich ändern, wenn Deutschland ein Land der technischen Innovationen bleiben will.“

Pisa-Studie: Aus dem föderalen Chaos lernen

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14 Kommentare zu "Leistung in der Schule: Mathe-Defizite schrecken Wirtschaft auf "

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  • Wer wirklich was auf dem Kasten hat, wird seine Arbeitskraft nicht einem anderen zur Verfügung stellen sondern selbst ein Unternehmen gründen. Dann kann er die Kohle, die erwirtschaftet, selbst behalten und muss nicht zusehen, wie der Chef dank seiner Mathefähigkeiten immer reicher wird. Somit werden die Neueingestellten niemals die hellsten sein. Das ist eine Tautologie.

  • Geh dahin, wo Du hergekommen bist. Kein Mensch braucht Dich und Deine unqualifizierte Kommentare. Wenn Deutschland unten ist, dann seid ihr ganz tief unten. Der Grund: Parasiten brauchen einen Wirt.

  • "Mathe-Defizite schrecken Wirtschaft auf"

    Nicht nur MATHE - das ganze Schulsystem geht mit der Gleichmacherei baden.
    Als ausgewiesener Fachmann notiert B. Franzinger das Gespräch u.a. mit "NO - dem Außerirdischen" über das deutsche Schulsystem. Kein Wunder, daß diverse (schwarze) Ministerien versuchen, das Buch zu verbieten
    (ISBN 978-3-9815857-0-4).

  • Hier wird mal wieder ungeprüft dummes Geschwätz kolportiert. Auf Nachfrage stellt sich fast immer heraus, dass unsere numerischen Anführer unter "Mathematik" nichts anderes verstehen als elementares Rechnen. Nach meinen Erfahrungen stösst das Management auf allen Etagen schon beim zusammengesetzten Dreisatz an seine Grenzen konzeptionellen Denkens.

    Insofern kann man sich nur wundern und rätseln, was die Kritiker denn eigentlich kritisieren. Das Anspruchsniveau in der Wirtschaft ist unterirdisch! Wer tatsächlich etwas von angewandter Mathematik versteht fällt unangenehm auf. In einigen wenigen von Ingenieuren dominierten Forschungsbereichen sieht das anders aus. Aber das deckt jede Nation ab. Sogar die global führenden Kretins der Amerikaner kommen mit ein paar Eierköpfen über die Runden - prozentual natürlich.

  • Die "Wirtschaft" sollte sich tunlichst schweigen. Wörtlich konnte ich mir über die letzten 20 Jahre Folgendes so oder ähnlich anhören: "Was machen Sie denn so? Ich bin Mathematiker. Ach so, ich mochte Mathematik nie. Mathematik schadet nur, Vorstand wird man auch ohne Mathematik. Oh - mein Glas ist leer." Und weg waren sie, die Vorstände der Versicherungen, Posten, Banken, aber auch oft genug die vorsitzenden Vorstände von Technologieunternehmen, meist Juristen.

  • Bei den laufenden Meldungen über die gravierenden Mängel im deutschen Bildungssystem, kann man nur zum Schluß kommen: Unsere Politiker wollen Deutschland mit voller Absicht, vorsätzlich Bioldungsmäßig vernichten. Dafürt erhalten die deutschen verachtenden Politiker auch noch Geld vom deutschen Staat. Wo auf der Welt ist so eine Handlungweise möglich und wird vom eigenen Volk noch belohnt??????? Wieso verlassen die Politiker nicht Deutschland endlich und bekennen sich als gewissenlose Menschen schuldig????

  • Der Artikel ist völliger Unsinn. Seit PISA 2000 hat sich Deutschland stetig verbessert. In der letzten Untersuchung (2009) lag die Leistung der deutschen Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften über!!! dem Durchschnitt der OECD-Staaten. Dies lag vor allem daran, dass die Leistung der schwächeren Schülerinnen und Schüler besser ausfielen.

  • Es zeigen sich da zwei Dinge.
    Wenn man die Standarts vereinheitlicht werden sie nach unten angepasst. Jegliche Vereinheitlichung geht nur auf unterstem Niveau. Aber es sollen ja generell zukünftig auch geistig Behinderte in jeder Schulklasse sitzen.

    Zum Zweiten wird Kindern heute das Denken nicht mehr beigebracht. Der gesunde Menschenverstand zählt doch nicht mehr.

    Wir generieren heute von Kita-Zeiten her eine Masse Menschen, die nicht denkt.
    Damit es nie wieder Menschen wie 1989 in der DDR schaffen durch ihr durchdachtes Handeln die Politik grundlegend zu ändern.

  • In Deutschland dürfte die Summe aller Intelligenz-Quotienten geteilt duch die Einwohnerzahl das Maximum längst überschritten haben und eine abfallende Kurve ergeben. Grund, die intelligenten Frauen gehen zur Hochschule und bekommen kaum noch Kinder.
    Kinder kommen eher aus sozialschwachen Familien, die vielleicht vielfach auch deshalb sozial schwach sind, weil es an Intelligenz fehlt. Dummerweise ist Intelligenz zum Gutteil auch erblich. Wo wenig Intelligenz ist, kann auch nur wenig vererbt werden.
    Fazit, es geht bergab.

  • Hier noch ein Link aus der TAZ.

    http://www.taz.de/!79364/

    Die Regeln sind weiblich

    Schule hat sich zu einem zentralen Minenfeld der Gender-Debatte entwickelt. Mit den zugespitzten theoretischen Kontroversen können die pädagogischen Praktiker oft wenig anfangen. Sie machen ihre konkreten Erfahrungen, und die sind meist eindeutig. "Viele in der Schule gewünschte Verhaltensformen sind auf der weiblichen Seite angeordnet", beobachtet Andreas Scholten, Fachlehrer an der Grundschule Berg Fidel in Münster. "Sich lange mit etwas beschäftigen, Gefühle zuzulassen, in der Runde was zu sagen: Das sind alles Anforderungen, die manche Jungs etwas nervös machen können." Männliche Schüler, glaubt Scholten, würden "nicht gesehen in dem, was ihnen wichtig ist".

    Vor allem bewegungsorientierte Jungen gelten im Unterrichtsalltag als "Störer" eines von weiblichen Normen bestimmten Regelsystems. Das Ergebnis sind Disziplinarstrafen und schlechtere Noten. "Frauen wissen nicht, wie Jungs ticken", überspitzt der Hamburger Lehrer Frank Beuster, Autor des Buches "Die Jungenkatastrophe". Wenn männliche Schüler auffallen und schwache Leistungen erbringen, so seine These, könne das mit der klaren Überzahl der Frauen im Lehrerkollegium zu tun haben.

    Das der Zusammenhang zwischen Verweiblichung der Bildung und Bildungsergebnissen _nicht_ wissenschaftlich erforscht ist, ist allerdings falsch. Ganz im Gegenteil. Es gibt eine direkte Korrelation hinsichtlich der Noten unter anderem deshalb, weil Jungen pauschal deshalb weil sie Jungen sind, eine Stufe schlechter benotet werden, weniger häufig auf das Gymnasium kommen und wesentlich häufiger das Gymnasium verlassen müssen:
    http://sciencefiles.org/2013/06/06/je-mehr-grundschullehrerinnen-desto-schlechter-schneiden-jungen-in-der-schule-ab/

    Wenn Männern die Menschlichkeit abgesprochen wird (SPD: Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden) muss halt mit den Folgen leben.

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