Liberale in der Krise FDP laufen die Mitglieder davon

Noch eine Hiobsbotschaft zum Abschluss des Horrorjahres 2011: Die FDP verliert massiv Mitglieder. Vor dem Dreikönigstreffen verstärkt dieser Trend die Unruhe in der krisengeschüttelten Regierungspartei.
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FDP-Fähnchen. Quelle: ap

FDP-Fähnchen.

(Foto: ap)

BerlinVor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP rumort es in der von miserablen Umfragen und Mitgliederschwund betroffenen Partei. Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum warf der Parteispitze um Philipp Rösler vor, sie habe es nicht geschafft, die FDP aus dem Tief herauszuholen. „Die FDP ist in einer Existenzkrise. Die ist nicht hoffnungslos, aber es muss jetzt energisch an Inhalten gearbeitet werden, sonst gehen die Wahlen in Schleswig-Holstein im Frühjahr verloren“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“.

Wegen der internen Querelen und schlechter Umfragewerte um drei Prozent sind der FDP im zu Ende gehenden Jahr viele Mitglieder davongelaufen. Nach Angaben der Parteizentrale sank die Zahl um mehr als 5000 auf 63.416 Mitglieder (Dezember). Das Minus von 7,5 Prozent ist der stärkste Rückgang für die Liberalen seit 15 Jahren. Bereits 2010 hatte die Partei fünf Prozent ihrer Beitragszahler verloren

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Der unter Druck stehende junge Parteivorsitzende Rösler will versuchen, mit einer Dreikönig-Grundsatzrede in Stuttgart am 6. Januar ein Aufbruchsignal zu setzen. Zur parteiinternen Debatte darüber, ob Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle bei dem traditionsreichen Treffen sprechen soll, sagte Baum: „Ich würde Wolfgang Kubicki sprechen lassen, der hat in Schleswig-Holstein den nächsten Wahlkampf zu führen.“

Thüringens FDP-Generalsekretär Patrick Kurth forderte die Parteiführung auf, Brüderle - „einen der stärksten Redner der FDP“ - in Stuttgart auftreten zu lassen. Jetzt müssten die Liberalen zeigen, was sie können, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“ (Donnerstag). Dafür sollte die FDP „aus allen Rohren schießen“. Das Dreigestirn Parteichef (Rösler), Generalsekretär (Patrick Döring) und Fraktionsvorsitzender (Brüderle) solle beim Dreikönigstreffen zeigen, wie gut es zusammenspielen könne.

Bislang ist vorgesehen, dass Brüderle - aus Sicht vieler Liberaler der eigentlich starke Mann in der FDP - am 6. Januar nicht redet. Aus der Fraktion hieß es am Donnerstag, Brüderle werde am 5. Januar wie üblich auf dem FDP-Landesparteitag in Stuttgart sprechen, der traditionell dem Dreikönigstreffen vorgeschaltet ist.

Der designierte Generalsekretär Döring geht davon aus, dass die FDP die Wende schafft. „Die Partei hat Tradition und Substanz, wir haben gute Leute in der Führung. Die Voraussetzungen sind also da, um wieder nach oben zu kommen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Auf die Frage, ob Vizekanzler und Wirtschaftsminister Rösler die FDP in den Wahlkampf 2013 führen werde, antwortete Döring: „Da können Sie sicher sein!“

  • dpa
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11 Kommentare zu "Liberale in der Krise: Der FDP laufen die Mitglieder in Scharen davon"

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  • Man sollte sich nichts vormachen. Alle Politschauspieler sind Teil der Kap. Einheitspartei Deutschlands. Ich gebe meine Stimme nicht AB, um dieselbige in der WahlURNE zu beerdigen.

  • Video-Zitat: "Leckt mich alle am Arsch."
    http://www.youtube.com/watch?v=KmgpxRjGIPQ&feature=player_embedded

  • Dass überhaupt ein Rösler die FDP führen darf ist unglaublich. Dass eine Merkel die CDU derart verändern konnte
    ist unfassbar. Dass ein normaler Freidenker nun nichts und niemanden mehr wählen kann ist Realität. Aber dass es für den Freidenker keine Zukunft mehr in Deutschland gibt, ist der eigentliche Politskandal im "Neuen Deutschland ".

  • Döring ist doch auch so eine Knalltüte

  • Auf die Frage, ob Vizekanzler und Wirtschaftsminister Rösler die FDP zu einem Ergebnis unterhalb der "Tierschutzpartei" führen würde antwortete Döring: „Da können Sie sicher sein!“

  • Nein, dieses Mal ist die Situation anders: Die FDP ist eine sozialistische Partei geworden. Nichts mehr Subsidiarität, sondern europäischer sozialistischer Zentralstaat, der planwirtschaftlich aufgestellt ist und Deutschlands Wohlstand kostet. Das vergißt niemand, der wirklich liberal ist.
    Wider diese sozialistischen "politischen Projekte" wie dem Euro. Die EU ist in ihrer Entwicklung zur EUSSR mit Politbüro in Brüssel. Wer die Freiheit liebt, wünscht der FDP, dass sie beerdigt wird.
    Es gibt die Freien Wähler als Alternative. Die erhalten meine Stimme!

  • Natürlich wenden sich Mitglieder von der FDP ab. Das ist bedauerlich und bezieht sich vor allem auf Neuzugänge des Jahres 2009, als es chick war, sich zur FDP zu bekennen. Aber neu ist diese Erscheinung nicht: Dies gab es schon 1961/62, 1969/70, 1982/83 sowie 1994/95. Das wird sich auch wieder ändern. Die Geschichte des Liberalismus in diesem Land ist gekennziechnet von rasch wechselnden Höhen und Tiefen. Dennoch muss und wird es eine politische Kraft geben, die sich den Sirenenklängen staatlicher Bevormundung, Lenkung und (Über-)Versorgung entgegenstellt. Spätestens dann, wenn die Steuererhöhungsorgien von Rot-Rot-grün und großen Teilen der schwarz lackierten Roten Realität werden, entsinnen sich ausreichend Wählerinnen und Wähler des "kleineren Übels" FDP.

  • denke wie Kob

  • Es war einmal eine liberale, vom freiheitlichen Denken geprägte Idee. Nicht immer konfliktfrei und oft mit viel Diskussionsbedarf - aber als Ganzes gut und glaubwürdig. Und dann kamen diverse, stromlininenförmige Dampfplauderer die nur Politik kennen, aber keine wirkliche Arbeits- und Lebensefahrung haben. Westerwelle, Leutheusser,Lindner und Rösler, um die aktuellsten zu nennen. Und der ofen war aus. Wenn wieder starke, glaubwürdige Charakterköpfe and der Spitze stehen, die glaubhaft und glaubhafte Politik machen können - dann und nur dann ist die FDP wieder wählbar -

  • Volle Zustimmung.
    Aber befassen Sie sich mal mit der FDP seit der Wende.
    Die gesamte Blockpartei NDPD ging nach der Wende nahtlos in der FDP auf. Also von liberal und demokratisch kann da nicht mehr viel sein
    Die Fehler der Einheit kommen heute nach und und nach raus. So ist es ja auch in der CDU

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