Lobby-Control FDP soll Verbindung zu Spielotheken haben

Die FDP wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, vom Spielhallenkönig Gauselmann verdeckt Geld zugeschoben bekommen zu haben. Doch jetzt stellt sich heraus, dass Generalsekretär Döring mehr wusste, als er zuerst zugab.
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Geldspielautomaten der Gauselmann AG (23.02.2004). Quelle: dpa

Geldspielautomaten der Gauselmann AG (23.02.2004).

(Foto: dpa)

BerlinDie FDP hat offenbar Verbindungen zur Glücksspielfirma Gauselmann verschwiegen. Das geht nach Informationen von Handelsblatt Online aus Recherchen der Nichtregierungsorganisation Lobby-Control hervor. Hintergrund ist ein Deal, bei dem ein enger Berater des deutschen Glückspielkönigs Paul Gauselmann ("Merkur Spielotheken") insgesamt 2,5 Millionen Euro in FDP-Tochterunternehmen investiert haben soll. Zumindest ein Teil des Geldes soll dabei letztlich an die Partei geflossen sein. Über den Vorgang hatte zuerst das ARD-Magazin „Monitor“ berichtet.

Bei einem der FDP-Unternehmen handelt es  sich um die Firma Altmann-Druck GmbH. Auf einer Pressekonferenz am 10. September bestritt der Generalsekretär der Liberalen, Patrick Döring, eine Verbindung zu Gauselmann und behauptete mit Verweis auf das Handelsregister, es gebe bei dem Einstieg des Gauselmann-Beraters Schlottmann bei altmann-druck „nichts Verdecktes“.

Tatsächlich hat die Gauselmann Gruppe am 24. September eingeräumt, dass Schlottmann als Treuhänder des Konzerns agiere. Die FDP gab daraufhin gegenüber Lobby-Control  zu, dass Döring von der Verbindung wusste. „Patrick Döring konnte und wollte das Treuhandverhältnis nicht ohne Zustimmung der beiden öffentlich machen. Selbstverständlich hatte er Kenntnis von dem Vorgang“, sagte FDP-Sprecher Wulff Oehme der Organisation.

Pikant an dem Vorgang ist, dass die FDP-Druckerei nach dem Einstieg des Beraters ihre Firmengelände und -gebäude, die bis dahin im Besitz der Bundespartei gewesen waren, zu überhöhten Preisen abgekauft haben sollen. Experten werteten das laut dem ARD-Bericht als verdeckte Parteispende.

Gauselmann kennt Ex-FDP-Schatzmeister seit Jahrzehnten
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33 Kommentare zu "Lobby-Control: FDP verschwieg Verbindung zu Glücksspielkönig"

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  • +++ Von der Redaktion gelöscht +++

  • Heute nun die FDP. Steinbrück ist auch immer noch ein Thema
    Leute regt Euch doch nicht auf.
    Welche Partei vertritt denn tatsächlich noch die Interesen unseres Landes und von uns Bürgern?
    Keine!
    Man kann sich nur noch mit viel Ekel von diesen Banditen abwenden

  • Casmaron
    Nee, der bekommt einen guten Posten in der Wirtschaft
    Dazu diens ja der Budnestag in den letzten Jahren Leute auf Posten zu bringen, die sie normal nie erhalten würden
    Der Budnestag ist doch schon seit Langem nichts weiter als eine Jobbörse

  • @Casmaron
    Gut gebrüllt! Aber gerade Bürgerbeteiligung, fürchten ausnahmslos alle Parteien,wenn sie erst an den "ägyptischen Fleischtöpfen" sitzen.

  • Hähä, es ist Wahlkampf und zugleich gehen die Schlammschlachten los. Beide Lager, bürgerlich und sozialistisch, bringen ihre Medien und "Skandalermittler" in Stellung. Und sollten die "Freien Wähler" zu stark werden, wird auch hier etwas Anrüchiges, wie das Kaninchen aus'n Zylinder, hervorgezaubert. Bis jetzt hamwa Peer mit seinen Nebeneinkünften und die FDP in Sachen Spielautomaten in der Sammlung.

  • Maxwell@..bitte was bedeutet'Jüdische Vermächtnisse"?..
    ..man sprach bei F.J Strauss und Familie nie von 'katholischer Kungelei'..oder "prostetantischer Durchstecherei.."...oder meinen sie die Nazimillionen in Argentinien...nach 1945?

  • Dann dürfen wir gespannt sein wie Herr Brüderle , mit jovialer Glätte, diesem Anwurf begegnet...Wie immer ..alles halb so wild...er kann sicher auch damit lächelnd leben..

  • Ich wusste gar nicht, dass Geldwäsche nun auch liberalisiert werden soll - denn der primäre Zweck von Casinos ist heuer die Geldwäsche.

    Aber so ist sie unsere FDP - immer einen Schritt dem gesunden Menschenverstand voraus.

  • Nur mit einer knallharten Lobby-Politik kann die FDP überleben. Diese Botschaft sendet sie aus, an ihr Klientel, und sie wird dort auch verstanden. Alle Anwälte, Banker, Steueberater, Hoteliers und andere gutverdienenden Mittelständler und vor allem die in Treue fest mit der FDP verbundene ÄRZTESCHAFT (niedergelassene und Fachärzte) werden im September 2013 an die Wahlurnen eilen. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, daß ein Teil der Aufgezählten sich ansonsten einen Rotz um unser Gemeinwesen schert. Und diese Herr-und Damenschaften werden dafür sorgen, daß die FDP wieder in den Bundestag einzieht. Alles andere ist Wunschdenken; und das hat Herr Döring verstanden. Mein Tip: 6,5%.

  • Nochmal: Die freien Wähler sind NICHT = Hr. Henkel.
    Die Freien Wähler sidn in zig Stadtparlamenten, im Landesparalament und sind so Nahe am Bürger wie keiner ihrer Piraten. Wir machen Politik für Bürger, da wir Bürger sind und keine hochgezüchtete Berufs-Textbaustein-Redner vom Schlage Schröder, Missfelder, Dobrindt, Söder, Lindner, Nahles, Pofalla, Trittin und Co.
    Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit steht für Freie Wähler!
    Kein Lobbyismus und Machtnetzwerken.
    Wer eine ECHTE Alternative zu den big 4 + Reste-FDP, sucht muss die freien Wähler untersützen.

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