Löwenanteil geht nach Bayern Merkel sagt Flutopfern 100 Millionen Euro zu

Die Bundeskanzlerin will den Hochwasser-Opfern in Süd- und Ostdeutschland unbürokratisch helfen. Die FDP plädiert darüber hinaus für einen Flutschaden-Fonds - und auch der SPD-Kanzlerkandidat stimmt ein.
Update: 04.06.2013 - 12:09 Uhr 47 Kommentare

Merkel: 100 Millionen Euro für Hochwasser-Opfer

Passau/BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat den vom Hochwasser betroffenen Regionen in Süd- und Ostdeutschland unbürokratische Hilfe von 100 Millionen Euro zugesichert. "Der Bund hat gestern erst mal 100 Millionen Euro bereitgestellt", sagte Merkel am Dienstag bei einem Besuch im besonders betroffenen Passau. Das Geld sei für Bayern, Sachsen und Thüringen gedacht, die den gleichen Betrag beisteuerten. Merkel stellte auch Sachsen-Anhalt finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Jetzt gehe es darum, die Menschen rasch zu unterstützen, sagte die Kanzlerin, nachdem sie sich ein Bild von der Lage gemacht und mit Betroffenen gesprochen hatte. Die Schäden der Flut wirkten lange nach. "Das wird noch Wochen dauern", sagte Merkel, die vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer begleitet wurde.

Auch der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück plädiert für rasche Hilfen. "Wir brauchen konkrete Hilfen für Hochwasser-Geschädigte," sagte er bei einem Vortrag zur Außenpolitik in Berlin.

Die FDP schlug die Einrichtung eines Flutschäden-Fonds vor. Daraus sollten Schäden von Privathaushalten und Unternehmen ausgeglichen werden, sofern keine Versicherungen oder Dritte dafür aufkämen, erklärten Parteichef Philipp Rösler und der Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle am Dienstag in Berlin. Es müsse auch geprüft werden, welche Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf die Unternehmen in den Flutgebieten zugeschnitten werden könnten.

Brüderle und Rösler sprachen sich zudem dafür aus, die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung umzusetzen und gegebenenfalls für die Sanierung von Flutschäden zu öffnen. "Die Menschen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, brauchen schnelle und unkomplizierte Soforthilfe", erklärten die FDP-Politiker. Viele Existenzen stünden "unverschuldet auf dem Spiel".

Rösler will sich so schnell wie möglich mit der Wirtschaft über die Folgen der Flutkatastrophe sowie über schnelle Hilfen beraten. Für Mittwoch hat Rösler fünf Spitzenverbände der Wirtschaft zu Gesprächen geladen, bestätigte ein Ministeriumssprecher. Mit Vertretern von DIHK, des Industrieverbandes BDI, des Handwerks (ZDH), des Einzelhandels (HDE) sowie des Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga) sollen Möglichkeiten für unbürokratische Hilfen erörtert werden. Die Wirtschaft befürchtet wegen der Flut neue Konjunkturrückschläge.

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47 Kommentare zu "Löwenanteil geht nach Bayern: Merkel sagt Flutopfern 100 Millionen Euro zu"

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  • In den Gebieten, die für eine erhöhte Hochwassergefahr bekannt sind (einmal in 10 Jahren), bekommen Hauseigentümer erst gar keine Police. Was machen diese Menschen dann?

  • Frau Merkel, sie sind ja soooooooo großzügig, leider nur nicht in ihrem eigenen Land. Aber die Flutopfer bekommen jetzt bestimmt finanzielle Unterstützung aus dem Ausland. Unter dem Motto: "Eine Hand wäscht die andere". Vielleicht sollten sie es umgekehrt machen, Spanien die 100 Millionen Euro leihen und die rund eine Milliarde den Flutopfern. So könnten sie ihr Ansehen zumindest in ihrem eigenen Land verbessern.

  • 100 Millionen ? Prima...

    Hey Staat...
    http://www.youtube.com/watch?v=FTASpdfmDR0&hd=1

  • Logisch das, die meiste Kohle nach Bayern geht dort stehen auch noch Landtagswahlen an und in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt halt nicht.
    Da werden sicherlich demnächst schönere Häuser stehen als vor der Flut. Ein Schelm wer böses denkt.

  • Zurück zum Thema: Ich vermisse hier, das nicht erwähnt wird, warum denn die vom Hochwasser Betroffenen nicht selbst vorsorgen können/wollen. Es steht jedem frei eine Elementarschadenversicherung abzuschliessen. Wer das Geld dafür nicht ausgeben möchte, muss nun halt auch mit den Konsequenzen leben (wenn ich bei meinem Auto einige Jahre lang keine Jahresinspektion machen lasse, bezahlt mir der Staat doch auch nicht die Reparatur, wenn mein Auto liegen bleibt, oder?) oder sich nach einer weniger gefährdeten Bleibe umschauen. Es kann m.E. von sog. mündigen Bürgern verlangt werden, selbst das Gehirn einzuschalten und nicht auf das "Rundum sorglos Paket" vom Staat zu warten.

  • 100 Mio Euro ist ein Witz,

    Griechenland hätte wieder Milliarden bekommen,

    Götze wechselt für fast 40 Millionen zu den Bayern,

    da stimmen irgendwo die Relationen nicht.

    In unserem Dorf ging auch einiges kaputt aber ich glaube nicht, dass wir von der Bundesregierung auch nur einen Cent bekommen.
    Das meiste wird in Passau drauf gehen, da das medienwirksamer für die Politiker ist.

  • @Ludger
    Mit Herrn Lucke wurde schon diskutiert. Am 20.03 bei Anne will und am 06.05 bei Plassberg.

  • @ Hardie67

    Ich stehe wikipedia durchaus kritisch gegenüber und hinsichtlich Themen, die sich nicht im Sinne "harter Wissenschaft" erörtern lassen, haben Sie mit Sicherheit recht. Aber ich habe über das HAARP Projekt auch anderweitig gelesen und das paßt alles schon recht gut. Das sind "simple" Hochfrequenzversuche, die garantiert nichts mit Krankheitsübertragungen oder Gedankenbeeinflußung zu tun haben.
    Wissenschaftliche Beiträge auf wikipedia sind nach meinen Erfahrungen sehr fundiert, was ich als "gelernter" Naturwissenschaftler, denke ich, recht gut beurteilen kann.

  • @ Psychologe
    "Damit kann man eine ganze Nation auf einem Bein tanzen lassen, Krebsinformationen oder anderer Krankheitsinformationen weltweit übertragen, und zwar punktgenau, man kann eine ganze Stadt in den Wahnsinn treiben, das Wetter beinflussen, den Erdpol verschieben, Erdbeben auslösen usw.

    Das Haarp-Projekt des US-Militärs ermöglicht unteranderem:

    Tiefgreifende Bewusstseinsmanipulation grosser Teile der Erdbevölkerung über Aussendung spezifischer EEG- und anderer physiologischer Signale!"
    --------------------------
    Sagen Sie mal, glauben sie diesen Blödsinn eigentlich tatsächlich??? Also echt! Mit solchen Sendern kann man offensichtlich lokale, kleine Auroren erzeugen und indirekt möglicherweise(!) mal den lokalen Handy- oder Funkverkehr stören. Was Sie andeuten gehört in den Bereich schlechter Science Fiction.
    Ich bin durchaus aufgeschlossen gegenüber unkonventionellen Erkenntnissen am Rande der "normalen" Wissenschaft, aber das hier ist abstrus.

    @ Moderation
    Seien Sie so nett und lassen Sie ihn stehen. Das ist harmlos und für jeden, der a bisserl Ahnung von Naturwissenschaften hat, bestenfalls zum Lachen, ungünstigstenfalls gut für eine Zwerchfellruptur, wenn man's LAchen übertreibt. :-)

  • Bei wirklich allen Themen, zu denen das HB eine Kommentarfunktion belässt verfallen die immer gleichen Foristen in die immer gleichen Pöbeleien.
    [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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