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Lohnverzicht abgelehnt IG Metall lehnt Lohnverzicht ab

Die Arbeitnehmer müssen sich auf Einschnitte einstellen. Das hat auch die IG Metall erkannt. Einen Verzicht auf vereinbarte Lohnerhöhungen, wie ihn die Arbeitgeber fordern, lehnt Gewerkschaftschef Berthold Huber aber ab. Er warnt die Unternehmen vor einem massiven Stellenabbau und sieht Deutschland ähnlich wie Frankreich vor massiven politischen Konflikten.
IG-Metall-Chef Berthold Huber erwartet in Deutschland schwere politische Konflikte. Quelle: Pressebild

IG-Metall-Chef Berthold Huber erwartet in Deutschland schwere politische Konflikte.

(Foto: Pressebild)

HB BERLIN. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat mit einer Aufforderung zum Verzicht auf vereinbarte Lohnerhöhungen Entrüstung bei den Gewerkschaften ausgelöst. Offenbar gehe es den Arbeitgebern allein darum, „Profit aus der Krise zu schlagen“, sagte IG Metall-Chef Berthold Huber am Wochenende in Frankfurt. Eine Verschiebung der für Mai vereinbarten zweiten Stufe der Lohnerhöhung von 2,1 Prozent werde es nur im Einzelfall geben „und nur, wenn damit Arbeitsplätze gesichert werden können“.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser betonte dagegen in der „Bild am Sonntag“, die Sicherung von Arbeitsplätzen habe Vorrang vor der Einkommenssicherung. Die Wirtschaftszahlen der Metall- und Elektroindustrie befänden sich im Sturzflug. „Die Betriebsräte können helfen, indem sie die tariflichen Möglichkeiten zur Kostenentlastung nutzen wie zum Beispiel die Verschiebung der zweiten Lohnstufe des Tarifvertrages“, führte er in seinem Gastbeitrag aus.

Der Beschäftigungsabbau in der Metall- und Elektroindustrie hat sich laut Kannegiesser zu Jahresbeginn beschleunigt. Allein im Januar seien 20 000 Stellen gestrichen worden. Im November und Dezember seien es insgesamt 13 000 gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen in der Branche sei im März im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen. Die Betriebe hätten mittlerweile für mehr als eine Million Beschäftigte Kurzarbeit beantragt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte die Wirtschaft eindringlich vor dem Abbau von Arbeitsplätzen. Wenn die Unternehmen glaubten, die Krise mit Stellenabbau zu meistern, werde es heftige Auseinandersetzungen mit Belegschaften und Gewerkschaften geben, sagte DGB-Chef Michael Sommer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sommer kritisierte, dass viele Firmen wegen der schlechten Wirtschaftslage Lehrlinge nicht übernähmen: „Es kann nicht angehen, dass ausgerechnet junge Menschen die ersten und schwersten Opfer bringen müssten.“

IG Metall-Chef Huber sagte, angesichts der historischen Dimension der Krise stehe die Bundesrepublik ähnlich wie Frankreich vor massiven politischen Konflikten. „Wir werden ein Jahr der Auseinandersetzungen haben - vielleicht werden es auch Jahre“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ von Montag laut Vorabbericht. Huber bezeichnete es als offensichtlich, dass sich die Arbeitnehmer in der Krise auf Verzicht einstellen müssten. Er betonte jedoch: „Wir werden darauf bestehen - ob bei Daimler oder anderswo -, dass diejenigen, die Verantwortung für das Unternehmen tragen, gleichfalls zurückstecken."

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