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Luftverkehr in der Coronakrise So will die Regierung Flugreisen wieder möglich machen

Masken, Tests und Korridore: Mit einem komplizierten Plan sollen die Flieger wieder abheben. Doch es gibt Hürden – national und auch in Europa.
19.03.2021 - 16:10 Uhr Kommentieren
Bund und Länder arbeiten an Konzepten, um damit wieder mehr Menschen unbedenklich ins Flugzeug steigen können. Quelle: imago images/Alex Halada
Flugreise

Bund und Länder arbeiten an Konzepten, um damit wieder mehr Menschen unbedenklich ins Flugzeug steigen können.

(Foto: imago images/Alex Halada)

Berlin Bund und Länder wollen den Luftverkehr wiederbeleben. Ein entsprechendes Konzept hat das Bundesverkehrsministerium erstellt. Getragen wird es zudem vom Wirtschafts-, vom Gesundheits- sowie vom Finanzministerium, ebenso von den Bundesländern und der Luftverkehrswirtschaft. „Die absehbaren Fortschritte bei der Impfung größerer Bevölkerungsgruppen und die systembedingt hoch kontrollierten Prozesse der Luftverkehrswirtschaft gestatten den Schritt, das Passagierniveau schrittweise, kontrolliert und lageabhängig zu steigern“, heißt es in dem Bericht.

Das Papier liegt dem Handelsblatt vor. Es könnte schon bei den nächsten Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Montag eine Rolle spielen.

Allerdings dürften die Vorschläge das Reisen kaum erleichtern, da sie recht kompliziert und weiter abhängig von der Inzidenzlage sind. Dabei verweist der Bericht auch darauf, dass das Vertrauen in Flugreisen bei den Menschen verloren gegangen sei, was auch durch unklare Regelungen und ständig wechselnde Einschätzungen von Risikogebieten entstanden sei.

Das Konzept sieht für die Zukunft mehrere Elemente vor. Dazu gehören „umfassende Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen für die gesamte Flugreise, ein adaptiertes Testregime für Flugverbindungen mit Risikogebieten sowie in epidemiologisch begründeten Ausnahmefällen und für ausgewählte Flugverbindungen mit Hochinzidenzgebieten die Einrichtung von Flugkorridoren unter erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen“.

Konkret müssen sich Reisende aus Hochrisikogebieten auch in Zukunft spätestens 48 Stunden vor Abflug testen und notfalls in Selbstquarantäne gehen, bis ärztlich attestiert ist, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. „Der Nachweis ist auf Papier oder in einem elektronischen Dokument in einer EU-Amtssprache zu erbringen“, heißt es in dem Bericht. Die Quarantänepflicht entfällt bei Einreisen aus „einfachen“ Risikogebieten.

Hygienekonzepte an Bord

Die Fluggesellschaften müssen die Selbsttests prüfen und auch den Eintrag ins Einreiseregister sicherstellen. Darüber hinaus sollen Lufthansa und Co. Testkapazitäten an den Flughäfen bereitstellen, damit sich Reisende auf eigene Kosten testen und so von der Quarantänepflicht befreien können.

An Bord sollen die international bereits vereinbarten Hygienekonzepte gelten. Dazu gehört die Maskenpflicht, Abstand und die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Flüge aus Hochinzidenzgebieten sollen auch möglich sein. Dazu könnte die Bundesregierung laut Konzept Flugkorridore mit Drittstaaten vereinbaren.

„Die Etablierung der Flugkorridore ist insbesondere für solche Regionen zu erwägen, in die aufgrund übergeordneter staatlicher, politischer oder wirtschaftlicher Interessen Verkehre aufrechterhalten oder intensiviert werden sollen, bei denen die Infektionslage dies zulässt und die Gegenseitigkeit von gleichwertigen Maßnahmen gewährleistet ist“, heißt es.

Reisende, die Flugkorridore nutzen, sind von Einreisebeschränkungen „und insbesondere Quarantänebeschränkungen befreit“, müssen aber umfangreich getestet sein, dürfen nicht in einem Virusvariantengebiet gewesen sein und müssen während des Flugs eine FFP2-Maske tragen. Personendaten würden vollständig erfasst und 30 Tage von den Luftfahrtunternehmen gespeichert. Wird jemand positiv getestet, so hat er Anspruch auf Umbuchung oder Rückerstattung des Ticketpreises.

In den Drittstaaten darf der Inzidenzwert höchstens bei 350 liegen, in Deutschland unter 100. Dies muss allerdings in Absprache mit dem Partnerland erfolgen. Auch kann der Korridor wieder geschlossen werden, wenn die Bedingungen nicht mehr erfüllt sind.

Um das Testkonzept umzusetzen, müssen Kanzlerin Angela Merkel sowie die Länder bei ihrem nächsten Treffen an diesem Montag beschließen, die Einreiseverordnung sowie die Quarantäneregeln zu ändern. „Dazu ist eine Verständigung in der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder erforderlich“, heißt es in dem Bericht. Zudem müssten die europäischen Staats- und Regierungschefs ihre Empfehlung vom Sommer 2020 aufheben, nach der nicht unbedingt notwendige Reisen in die EU zu unterlassen seien. „Die Einleitung eines solchen Koordinierungsprozesses mit dem Ziel einer entsprechenden Anpassung der EU-Ratsempfehlung ist Voraussetzung für die Einrichtung des hier dargestellten Flugkorridorkonzeptes“, heißt es in dem Bericht.

Nur noch zehn Prozent der üblichen Flugreisen

Sollte das Regelwerk umgesetzt werden, so gilt es nur so lange, wie der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt. Andernfalls seien „Maßnahmen und Verfahren obsolet“.

Der Luftverkehr war im vergangenen Jahr angesichts der Coronakrise weltweit zusammengebrochen. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung gab es 2020 so wenig Flugbewegungen wir seit ihrer Gründung 1993 nicht. 1,46 Millionen waren es, was einem Minus von 56,2 Prozent zum Vorjahr entspricht. Das Passagieraufkommen sank um drei Viertel. Flughäfen wie Fraport schreiben Verluste.

Seit Jahresbeginn verharrt das Passagieraufkommen bei knapp zehn Prozent des Vorjahreswerts. „Die wirtschaftlichen Folgen für die Luftverkehrsbranche sind gravierend“, heißt es in dem Bericht. So mussten sich die Luftfahrtunternehmen „zum Erhalt der Zahlungsfähigkeit vielfach hoch verschulden“. Auch seien „60 bis 70 Prozent der Beschäftigten bei den Fluggesellschaften und Flughafenbetreibern in Kurzarbeit“.

Mehr: Luftverkehrsbranche fordert Aufhebung der Reisebeschränkungen nach Ostern

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