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Luftwaffe Bundeswehr soll Kampfflugzeuge von Airbus und Boeing bekommen

Kramp-Karrenbauer hat sich für neue Eurofighter und F-18 Flugzeuge entschieden. Doch ob der Plan so umgesetzt wird, bleibt weiterhin unklar.
21.04.2020 Update: 21.04.2020 - 19:24 Uhr 1 Kommentar
Das Ministerium will die Tornados mit bis zu 93 weiteren Eurofighter-Jets und 45 F-18-Kampflugzeugen ablösen. Quelle: dpa
Eurofighter

Das Ministerium will die Tornados mit bis zu 93 weiteren Eurofighter-Jets und 45 F-18-Kampflugzeugen ablösen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Bundeswehr soll bis 2030 ihre betagten 83 Tornado-Kampfflugzeuge ausmustern können. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich dafür entschieden, als Ersatz neue Eurofighter von Airbus und F-18-Kampfflugzeuge von Boeing zu beschaffen.

Darüber unterrichtete das Ministerium am Dienstag die Obleute im Bundestags-Verteidigungsausschuss. Das Schreiben, über das dpa zuerst berichtete, liegt dem Handelsblatt vor. Die Entscheidung der Ministerin entspricht den bereits vor drei Wochen bekannt gewordenen Plänen aus ihrem Ministerium. „Die eigentlich spannende Frage lautet, wieso die Große Koalition so lange dafür gebraucht hat“, sagte Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner.

Ob der Plan tatsächlich umgesetzt wird, ist allerdings weiter unklar: In dieser Legislaturperiode soll der Bundestag lediglich über den Ersatz alter Eurofighter durch 38 neue Eurofighter entscheiden. Die Beschaffungsverträge für die Ersatzmaschinen für den Tornado sollen erst ab 2022/23 den Bundestag erreichen – und damit in der nächsten Legislaturperiode.

Dann sollen 40 Eurofighter mit der Kaufoption für weitere 15 Flugzeuge sowie 45 Boeing F-18 beschafft werden. Von den F-18 sollen 30 Flugzeuge der nuklearen Teilhabe der Nato dienen und amerikanische Atombomben tragen können. Dafür müssen die Flugzeuge in den USA zertifiziert werden.

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    Dies sei einfacher für die F-18 als für europäische Flugzeuge, weil ein Vorgängermodell bereits für Atombomben zertifiziert gewesen sei, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Außerdem wollte man offenbar vermeiden, dass Airbus seine Technik gegenüber den USA hätte vollständig offenlegen müssen.

    15 weitere F-18 sollen der elektronischen Kampfführung dienen: Diese Fähigkeit kann nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums der Eurofighter nicht bis 2030 sicher liefern. Erst danach soll die Bundeswehr auch Eurofighter für den elektronischen Kampf bekommen.

    Wie aus der Vorlage an die Obleute weiter hervorgeht, sei es dem Ministerium darauf angekommen, wirklich bis 2030 alle Tornados ausmustern zu können. Dies müsse man jetzt vorbereiten. Ab 2030 werde der Weiterbetrieb des Tornados unendlich teuer, weil Ersatzteile nicht mehr produziert und Partnerstaaten das Flugzeug ebenfalls ausmustern würden.

    Die F-18 sei ein modernes Flugzeug, das die US-Navy gerade bestelle. Außerdem ließe die US-Navy seine alten F-18 auf die neueste Version upgraden: Damit sei sichergestellt, dass es für dieses Flugzeug weiter Ersatzteile geben werde.

    Streit zwischen Union und SPD

    Dass sich die Entscheidung des Bundestags in die nächste Legislaturperiode hinziehen wird, hängt auch mit dem Streit zwischen Union und SPD zusammen: Die SPD-Fraktion will keine Entscheidung für neue Atombomben-tragende Kampfflugzeuge treffen – auch wenn Deutschland gegenüber der Nato verpflichtet ist, solche Flugzeuge vorzuhalten.

    Experten sagten denn auch, die Entscheidung sei ein Kompromiss, der es allen recht machen solle: Die CSU werde mit einem Großauftrag für Airbus bedient. Die Franzosen werden auf dem Weg zum modernen Kampfflugzeug-System FCA nicht vergrätzt, weil Deutschland keine F-35 in den USA kaufe. Und die USA können zufrieden sein, weil auch Boeings bestellt würden. Die SPD wiederum werde geschont, indem die wichtigen Entscheidungen einmal mehr vertagt wurden.

    Grünen-Experte Lindner hält die Ankündigung für nicht mehr als „eine persönliche Präferenz der Verteidigungsministerin“. Da unklar ist, „welche  Mehrheiten nach 2021 im Bundestag Verantwortung tragen, ist die Realisierung dieser Entscheidung mehr als fraglich“, sagte er.

    Mehr: Europa muss auf den Eurofighter als Tornado-Nachfolger setzen. Lesen Sie hier den ganzen Kommentar.

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    1 Kommentar zu "Luftwaffe: Bundeswehr soll Kampfflugzeuge von Airbus und Boeing bekommen"

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    • Fragen an Frau AKK: Wer sind unsere Feinde? Wieviele Russen und oder Chinesen
      koennen wir mit einem solchen Flugzeug toeten? Was kostet uns die Ermordung eines
      Feindes? Die Kollateraltoten kriegen wir ja dann noch kostenlos.
      Ich meine das Ernst und hoffe, nicht wegzensiert zu werden, oder sind die Waffen
      zum Abwurf von Gummibaerchen bestimmt?

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