Machtkampf in der FDP Der tiefe Fall des Guido Westerwelle

FDP-Chef Westerwelle hat jegliches Vertrauen verspielt: In Umfragen machen ihn zwei Drittel der Befragten für die Krise seiner Partei verantwortlich. Doch bringt ein Generationenwechsel die Glaubwürdigkeit zurück?
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FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle: Der einstige Star wird zur Belastung.

FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle: Der einstige Star wird zur Belastung.

Er war der Shootingstar der Partei. Er war es, der den Liberalen nach dem Ende der Kohl-Ära wieder zu mehr Unabhängigkeit verhalf und die Partei in der Opposition erneuerte. Er war es, der die Partei bei der Bundestagswahl 2009 zum besten Ergebnis aller Zeiten führte, als die Liberalen 15 Prozent der Stimmen holten.

Doch schon am Montag könnte die politische Karriere von Guido Westerwelle an ihr vorläufiges Ende kommen. Auf der Sitzung des Parteipräsidiums fällt voraussichtlich schon eine Vorentscheidung über die künftige Führung, am 11. April dann will das Präsidium der FDP gemeinsam mit den Landeschefs das neue Personaltableau festlegen, das die Partei aus der Vertrauenskrise beim Wähler herausholen soll. Spätestens auf dem Parteitag im Mai wird sich die Zukunft Westerwelles entscheiden.

„In der Tat können wir nicht so weiter machen wie bisher. Wir müssen alles auf den Prüfstand stellen, sowohl inhaltlich wie personell“, sagte FDP-Bundestagsfraktionschefin Birgit Homburger der „Rheinischen Post“. Wenn sie von „alles“ spreche, meine sie damit selbstverständlich auch den Parteivorsitzenden. „Keiner sollte an seinem Posten kleben“, mahnt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Wer trägt die Verantwortung für den Vertrauensrückgang der FDP?

Wer trägt die Verantwortung für den Vertrauensrückgang der FDP?

Seit dem Absturz der FDP bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sucht die Partei nach einem Schuldigen, der für das Desaster die Verantwortung übernimmt. Parteichef Westerwelle ist abgetaucht, wohl auch weil er weiß, dass der Zorn der Partei und der Anhänger ihn treffen wird. Eine exklusive Handelsblatt-Umfrage bestätigt nun Westerwelles Befürchtungen: Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1001 Befragten machen 65 Prozent aller Bundesbürger den FDP-Chef selbst für den Vertrauensschwund verantwortlich.

Was noch schwerer wiegt: Unter denen, die 2009 die FDP gewählt haben, geben sogar 68 Prozent dem FDP-Chef die Schuld für die Wahlmisere und die verlorene Glaubwürdigkeit der Partei. Viel ist seit der Bundestagswahl passiert, aber eines sicher: Die FDP hat in den letzten 18 Monaten soviel Vertrauen eingebüßt, weil sie ihre Versprechen nicht gehalten hat. Sie ist damit für den Wähler unglaubwürdig geworden.

Angesichts des Machtkampfs in der FDP rechnet eine Mehrheit der Bürger auch laut ZDF-„Politbarometer“ mit einem Rückzug von Parteichef Westerwelle. 55 Prozent glauben nicht, dass der Außenminister nach dem FDP-Parteitag im Mai noch Vorsitzender der Liberalen sein wird. 36 halten es dagegen für wahrscheinlich, dass er sich bis dahin im Amt halten kann und dann bestätigt wird, wie die am Freitag veröffentlichte Befragung der Forschungsgruppe Wahlen ergab. Westerwelle trägt für 69 Prozent der 1283 Befragten sehr große oder große Schuld (sehr groß: 25, groß: 44) an den jüngsten Wahlniederlagen.

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11 Kommentare zu "Machtkampf in der FDP: Der tiefe Fall des Guido Westerwelle"

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  • Den Parteinamen FDP habe ich schon immer so interpretiert:Freie Dilettantische Partei
    Nun stellt sich die peinliche Frage, wer diese vor Nichtwissen strotzenden Dummschwätzer in ihre Ämter gewählt hat?

  • Das die FDP kein Rückgrat hat zeigt sich jetzt doch ganz offensichtlich. Erst rinn in die Kartoffeln nun wieder über Nacht raus im Bezug auf Kernenergie. Das war doch schon immer so, die FDP der verlängerte Arm der CDU. Herr Westerwelle hat da auch nichts dazu beigetragen dies zu ändern und nun hat er den Salat. Bei so einer Niederlage in mehreren Bundesländern muss er als Vorsitzender zurücktreten da er als Person nicht mehr glaubwürdig ist und den "unverbrannten" Platz machen sollte für einen Neuanfang der Partei. Aber wer soll den Scherbenhaufen nun wieder kitten? das war der Super GAU für die FDP am Montag als quasi über Nacht die FDP grün wurde......das ist ein Glaubwürdigkeitsproblem insgeamt und das werden die Wähler nicht akzeptieren - Adios FDP......!

  • Ob ein Mensch schwul ist oder welche auch immer sexuellen Praktiken er ausübt ist Privatsache und geht niemanden etwas an.
    Interessant ist aber wie gewisse Medien auf Herrn Westerwelle einschlagen. Diese Medien sind Lobby-besetzt und die Lobby befindet sich garnicht mal in Deutschland.
    Westerwelle hat viel Mut und ich halte ihn auch für ehrlich. Das wird mit Sicherheit von vielen Menschen auch erkannt.

  • Guten Tag,....Frau Westerwelle war und ist eine armselige Kreatur. Wie seine Kanzlerin. Deshalb koennen beide ja auch so gut miteinander. Die Eine ist verschlagen intrigant und schlecht gelaunt. Die Andere schwul laecherlich und macht auf dicke Hose. Weg mit beiden. Besten Dank

  • Leider bin ich auch enttäuscht worden, und zwar besonders von Rösler. Erst dachte ich, der blickt nicht, was im Gesundheitssystem schiefläuft. Dann zählte er in einer Talk-Runde die Knackpunkte alle säuberlich auf. Ich dachte, er weiss doch Bescheid und macht sich an die Arbeit, aber passiert ist bis heute nichts. Motto: Wer nichts schafft, macht auch keine Fehler.

  • Interpretieren Sie das einfach positiv,
    weil Ihre Schlußfolgerung ist falsch,
    Arbeitslose müssen nicht weniger erhalten,
    aber wer malocht muß einfach wesentlich mehr erhalten.
    Daß wir in Deutschland Sozialschmarotzer haben, das erkennen Sie an der neuesten Statistik über Sozialbetrug,
    Sie argumentieren eher wie ein Sozialterrorist, den die
    Allgemeinheit am kacken hält.

  • Ich hatte beschlossen, die FDP nie wieder zu wählen, nachdem sie die MWST-Senkung für die Hoteliers durchgedrückt hatte. Das war die minimale Einlösung des Steuersenkungsversprechens, welches ohnehin nicht eingehalten werden konnte. Weiterhin macht Herr Westerwelle keine gute Figur als Außenminister. Er hat das Vertrauen unserer Verbündeten verspielt. ein schlimmer diplomatischer Fehler mit noch nicht abzusehenden Folgen.

  • Wer glaubt, dass der aalglatte Unternehmensberater-Typ Chr. Lindner die FDP weiter bringt, der wird sich täuschen. Die FDP braucht keinen der sein Fähnchen in den Wind hängt und versucht die Grünen links zu überholen. Vielleicht gewinnt er bei den jungen Wählern, die älteren wird er aber definitiv verlieren. Die erwarten nämlich Rückgrat und Prinzipien.
    Die meisten früheren FDP-Wähler warten sowieso auf eine neue Partei mit Merz, Clement Frank Schäffler u.a.

  • Ob es sich primär um den "Fall" der FDP oder des Herrn Westerwelle handelt, sei einmal dahingestellt: Der letzte theoriebildende Kitt, der die FDP zusammenhält ist der Begriff/der Gedanke des "Liberalismus", ein recht schwacher, wie sich in der Praxis zeigt! Weil brauchbarer "Kitt" fehlt, läuft ähnliches tausendfach auch in andern "Gruppen", "Gemeinschaften", Vereinen, sogar in Betrieben und Familien ab: Wenn Normen fehlen und sinnstiftende Kriterien fehlen, der Umgang mit Krisensymptomen weder geregelt, noch praktisch geübt, schon gar nicht rechtzeitig in Angriff genommen wurde, wenn anerkannte Fachleute und glaubwürdige realitätsorientierte Autoritäten fehlen, dann gehts zu, wie in der FDP! Fehlende Grundlagen, magelhafte Strukturierungen, einseitige Kompetenzen und eine nicht ausreichtende geistige Ausrichtung und Übereinstimmung derer, die gemeinsam zum Erfolg kommen sollen, können in der Regel nur zu solchen Ergebnissen führen, wie sie die FDP und andere Versagertruppen exeplarisch und prototypisch produzieren! Alle anderen Parteien sind ähnlich, wenn auch noch nicht so auffällig betroffen, ein "C", ein "S" oder eine naturverbundene Farbwahl sind zur Zeit !! noch !! der bessere "Kitt"!

  • Von einem Politiker erwarte ich, dass er eine UEBERZEUGUNG hat, diese in ein ganzheitliches KONZEPT fuer die Gestaltung unserer Zukunft umsetzt und dafuer mit seiner ganzen Person und seinem ganzen Wirken einsteht. Mit Aussagen wie „Wir muessen jetzt analysieren und mit neuen Inhalten und neuen Koepfen” die Partei neu aufstellen, ueberzeugt man mich nicht. Wer so denkt, wird immer nur dem Zeitgeist nachlaufen und bleibt beliebig. Vielleicht kommt ja die „Analyse“ zu dem Ergebnis, dass die Waehler mehr Gummibaerchen haben wollen.

    Ich empfehle den ganz hervorragenden Kommentar von Jakob Augstein im Spiegel Online: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,754222,00.html

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