Macron in Berlin „Wir leben in einem europäischen Abenteuer, das wirklich einzigartig ist“

Auf der Baustelle des Berliner Stadtschlosses verhandeln Angela Merkel und Emmanuel Macron über die Zukunft Europas. Auch die Beziehungen zu den USA sind ein Thema.
Update: 19.04.2018 - 15:29 Uhr 6 Kommentare
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron im Humboldt-Forum im Berliner Schloss. Quelle: dpa
Emmanuel Macron in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron im Humboldt-Forum im Berliner Schloss.

(Foto: dpa)

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen trotz inhaltlicher Differenzen zur EU-Reform bald gemeinsame Vorschläge für eine Wiederbelebung Europas präsentieren. „Wir brauchen offene Debatten und wir brauchen zum Schluss auch die Fähigkeit zum Kompromiss“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin bei einem Besuch des französischen Präsidenten. Man wolle bis zum EU-Gipfel Ende Juni zentrale Entscheidungen treffen. Merkel und Macron kündigten zudem an, sie wollten bei ihren jeweiligen Besuchen bei US-Präsident Donald Trump beim Handelsstreit und der Lösung der Syrien-Krise gemeinsame Positionen vertreten.

Der französische Staatschef unterstrich, Europa stehe an einer Wegscheide. „Wir leben in einem Moment des europäischen Abenteuers, das wirklich einzigartig ist.“ Durch Kriege und Handelskonflikte werde die gemeinsame Souveränität Europas auf den Prüfstand gestellt. „Auch innerhalb unserer Staaten entstehen Zweifel und entstehen stark nationalistische Visionen.“ Der Moment sei entscheidend für die Zukunft Europas. Gegen Macrons weitreichende Reformpläne gibt es in Berlin vor allem in der Unionsfraktion Bedenken. Merkel sagte dazu, Berlin und Paris brächten teilweise andere Aspekte ein, in Summe könne man aber zu guten Ergebnissen kommen.

Die Kanzlerin mahnte, Europa könne seine Interessen nur gemeinsam durchsetzen. Hier sei die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Paris zentral. Vor gut einem Jahr hatte Merkel bei Macrons erstem Besuch Hermann Hesse zitiert: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Darauf angesprochen sagte sie am Donnerstag: „Als ich das damals zitierte, wusste ich noch nicht ganz genau, dass die Bildung einer Regierung so lange dauert. Deshalb haben wir den Zauber ein bisschen konserviert und ein paar Monate weggelegt. Aber jetzt kommt er wieder.“

Als Themen, die bei den Reformen angegangen werden sollen, nannte sie die europäische Asylpolitik, eine gemeinsame Außenpolitik sowie eine Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion oder eine Bankenunion. Gerade in den letzten Punkten liegen die Vorstellungen von Paris und Berlin vor allem bei der Umsetzung aber noch weit auseinander. Merkel und größere Teile der Union treten etwa bei einem eigenen Eurozonen-Haushalt auf die Bremse. Es wird befürchtet, dass dies für Deutschland teuer werden könnte.

Die beiden Regierungschefs wollen in der kommenden Woche bei Trump auch die schwierigen Themen klar ansprechen. „Wir haben eine Zeit, in der es auch Differenzen gibt“, sagte die CDU-Vorsitzende. Sie betonte aber auch, dass sie trotz aller Meinungsverschiedenheiten fest zum transatlantischen Bündnis stehe. Es sei ein „großer Schatz, den ich auch hegen und pflegen möchte“. Macron sprach von einer „transatlantischen Schicksalsgemeinschaft“.

Merkel reist Ende nächster Woche zum zweiten Mal seit dem Amtsantritt Trumps im Januar 2017 nach Washington. Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Es gibt weitreichende Meinungsverschiedenheiten in den Bereichen Freihandel, Klimaschutz, Umgang mit internationalen Vereinbarungen und Organisationen. Macron wird in der kommenden Woche - wenige Tage vor Merkel - ebenfalls in Washington erwartet.

Vor den politischen Gesprächen am Nachmittag im Kanzleramt hatte Merkel Macron auf der Baustelle des Humboldt Forums im Berliner Stadtschloss empfangen. Dort soll nach der für 2019 geplanten Eröffnung in einem internationalen Ideenaustausch nach neuen Erkenntnissen bei Themen wie Migration und Globalisierung gesucht werden.

  • dpa
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6 Kommentare zu "Macron in Berlin: „Wir leben in einem europäischen Abenteuer, das wirklich einzigartig ist“"

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  • Wann wird die Dame endlich abgesetzt, wenn man diesen Artikel liest ist doch der Arzt gefragt. Die Frau Kanzler ist zweifellos verwirrt. Herr Trump hat das erkannt und gibt der Gestörten schon gar nicht mehr die Hand.

    Merkel reist Ende nächster Woche zum zweiten Mal seit dem Amtsantritt Trumps im Januar 2017 nach Washington. Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Es gibt weitreichende Meinungsverschiedenheiten in den Bereichen Freihandel, Klimaschutz, Umgang mit internationalen Vereinbarungen und Organisationen. Macron wird in der kommenden Woche - wenige Tage vor Merkel - ebenfalls in Washington erwartet.

  • Macron und Mutti leben insbesondere in einer eigenen Welt.
    Hätten Sie nicht rund um die Uhr Personenschutz (der selbstverständlich von unserem Steuergeld bezahlt wird), und Macron müsste mindestens einen Monat lang in einer der berüchtigten Pariser Banlieues wohnen und Mutti etwa in Duisburg-Marxloh, dann würden ihre elitären Utopien ganz schnell der Vergangenheit angehören.

  • Die EU (nicht Europa) muß verstärkt auf den Gebieten innere und äußere Sicherheit, Sicherung der Außengrenzen und gemeinsame Außen- und Militärpolitik zusammenarbeiten. Dazu wäre es erforderlich, dass die EU für die Bürger arbeitet und nicht wir überhebliche Kommissare mit über 30.000 Beschäftigte unterhalten. Da kann ja nichts rauskommen. Wenn wir die oben genannten Probleme nicht in den Griff bekommen, wird die EU in wenigen Jahren international nur noch Mittelklasse spielen. Innerhalb der EU ist es völlig falsch, immer mehr Geld umzuverteilen. Das bereitet ja in Deutschland schon Probleme. Die EU ist als Wirtschaftsgemeinschaft gegründet worden, nicht als Versorgungsunion für reformunwillige Staaten und zur Absicherung möglichst vieler Politiker und Beamte. Die EU-Politiker müssen endlich unsere Interessen vertreten, gegenüber USA ebenso wie gegenüber Russland, der Türkei, China usw. Wenn das nicht geschieht, wird es unsere europäische Kultur in wenigen Jahrzehnten nicht mehr geben. Auch andere Hochkulturen sind untergegangen, weil sie überheblich und dekadent wurden. Die "Neubürger" stehen schon bereit.

  • "Macron in Berlin: „Wir leben in einem europäischen Abenteuer, das wirklich einzigartig ist“
    Was will Macron wirklich von/mit Europa? In Berlin will er nur wider unser Steuergeld, aber am liebsten ohne die deutschen in Zukunft zu fragen. Deutschland soll wie immer die Träume Frankreichs bezahlen, genauso wie seinen Kriegseinsatz.
    Die FDJ-Agitatorin im Berliner Kanzleramt Verkauf jeden Tag unser Land ein Stück mehr, jetzt muß Schluss sein. Wo sind die Interessen der deutschen Bürger zum Thema Europa? Warum brauchen wir ein Europaparlament das zu groß und viel zu teuer ist! Hier muß sofort reduziert werden, hoheitliche Aufgaben zurück an die nationalen Parlamente! Kein weiteres deutsches Geld für Griechenland in welcher Form auch immer die Staaten sollen sich selbst um ihr wohlergehen sorgen.
    Seher geehrter Herr Macron, es war schön dass sie der Kanzlerin wider Honig ums Maulgeschmiert haben, aber jetzt reicht es. Machen Sie zuerst ihre Hausaufgaben in Frankreich, und lenken Sie nicht ständig mit Blick auf die EU von ihrem Innenpolitischen großen Problem ab.
    Nicht mit fremdem Geld Träume Frankreichs und der EU versuchen sie zu realisieren.
    Zeigen Sie dass Sie kein Leichtmatrose sind so wie unser Außenminister.
    Danke

  • Damit wir auch weiterhin Flüchtlinge erhalten, die wegen den Kriegen der amerikanischen Hunde vertrieben werden. Was ist das für eine Kanzlerin, die einem Volk zu Füßen liegt, die uns mit Handelskriegen droht und uns seit Jahrzehnten besetzt.

  • Der Eurosekte in Berlin,Brüssel, Paris gehört der Garaus gemacht. Und nichts anderes.

    Sie -die den europäischen Superstaat wollen, aber sich nicht trauen es auszusprechen vor ihrem Wahlvolk.

    Insofern wird immer weiter subtil und heimlich gemauschelt und verordnet und der Bundesbürger am Ende der Fahnenstange vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

    Was ist das anderes als eine Verschwörung gegen das Volk und dessen Souverän ?

    Was ?

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