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Mängel bei der Bundeswehr Truppe fehlen offenbar Hubschrauberpiloten

Der Bundeswehr fehlen einem Bericht zufolge Piloten. Demnach können 18 Soldaten den Kampfhubschrauber Tiger bei Auslandeinsätzen fliegen. Das würde einen eklatanten Missstand im Kampf gegen den Terror in Mali bedeuten.
10.06.2017 Update: 10.06.2017 - 14:29 Uhr Kommentieren
Die Piloten werden in zahlreichen Einsatzbereichen wie beispielsweise Übungs- und Schießvorhaben eingesetzt. Quelle: dpa
Kampfhubschrauber Tiger

Die Piloten werden in zahlreichen Einsatzbereichen wie beispielsweise Übungs- und Schießvorhaben eingesetzt.

(Foto: dpa)

Berlin Der Bundeswehr fehlen nach einem Medienbericht Piloten, die den Kampfhubschrauber Tiger bei Auslandseinsätzen fliegen können. Derzeit verfügten nur 18 Piloten über die Voraussetzungen hierfür, schreibt das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unter Berufung auf einen internen Bericht des Kommandos Heer. Das reiche gerade aus, um den Kampfhubschrauber ein Jahr lang beim Einsatz in Mali fliegen zu können. Der „Expertiseverlust“ werde zunehmend zu einem „flugsicherheitsrelevanten Thema“.

Die kleine Gruppe der 18 Piloten werde für alle Übungs- und Schießvorhaben sowie Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen herangezogen. Sie werde der hohen zeitlichen Belastung nicht mehr standhalten, wird laut „Spiegel“ in dem Bericht gewarnt.

In diesen Ländern sind Soldaten der Bundeswehr stationiert
Luftwaffenstützpunkt Incirlik
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Trotz mehrmaliger Einigungsversuche soll die Bundeswehr von der Luftbasis Incirlik abgezogen werden. Bislang wurde der Stützpunkt für die Aufklärungsmissionen gegen den IS genutzt. Die Mission des Anti-IS-Einsatzes trägt den Namen „Counter Daesh“. Wenn deutsche Soldaten wie geplant von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik nach Jordanien verlegt würden, könnten sie wohl wochenlang keinen Beitrag im Kampf gegen den IS leisten. Beim Einsatz der „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge sei durch den Umzug mit einer Lücke von bis zu zwei Monaten zu rechnen, das Tankflugzeug könne zwei Wochen nicht eingesetzt werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

(Foto: dpa)
Nahost
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Der internationale Einsatz gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ wird mit Hilfe von insgesamt 277 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr durchgeführt. Weltweit sind rund 3500 deutsche Einheiten im Einsatz – und kämpfen dabei nicht nur gegen den IS. Am stärksten vertreten ist die Truppe in Afghanistan.

(Foto: dpa)
Afghanistan
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Mit einer Stärke von 995 Soldaten beteiligt sich die Bundeswehr hier an der Nato-Mission Resolute Support. Bei der aktuellen Mission sollen die Soldaten die Kräfte vor Ort ausbilden, beraten und unterstützen. Die Bundeswehr beteiligt sich schon seit 2002 im krisengebeutelten Land am Hindukusch. Erst im Mai bat die Nato laut einem BBC-Bericht die britische Regierung, mehr Truppen in das Land zu schicken. US-Generäle werben seit Monaten um mehr Truppen in Afghanistan. Deutsche Offiziere hatten mehrfach angedeutet, dass Entscheidungen der militärischen Leitnation USA über ihre Truppenstärke auch Auswirkungen auf die deutsche Präsenz in Afghanistan haben werde. Derzeit sind knapp 13.000 internationale Soldaten in Afghanistan stationiert.

(Foto: dpa)
Mali
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In der früheren Rebellenhochburg Gao am Rande der Sahara sind 941 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie sind am UN-Stabilisierungseinsatz Minusma beteiligt, der zur Umsetzung eines Friedensabkommens von 2015 zwischen Regierung und Rebellen beiträgt. Deutschland verlegte mehrere Transport- und Kampfhubschrauber nach Mali. Die Mission in Mali ist mittlerweile der zweitgrößte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Der UN-Einsatz gilt als einer der gefährlichsten weltweit. Die Bundeswehr beteiligt sich zudem an der Ausbildungsmission EUTM Mali. Ziel soll die Stabilisierung der Sicherheitslage in der Sahelregion sein.

(Foto: dpa)
Kosovo
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Auch im Kosovo beteiligt sich die Bundeswehr. Insgesamt werden im Rahmen der Mission KFOR (Kosovo Force) aktuell 607 Soldaten gestellt. Die Nato-Mission soll das Land sichern und stabilisieren. Die Truppen leisten humanitäre Hilfe und unterstützen Hilfsorganisationen vor Ort. Weil sich die Lage in dem bürgerkriegsgebeutelten Land weiter stabilisiert, will die Bundesregierung den längsten Auslandseinsatz der Bundeswehr nach 18 Jahren weiter zurückfahren.

(Foto: dapd)
Mali
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Insgesamt 144 Soldatinnen und Soldaten sollen bei der Mission malische Streitkräfte ausbilden. Frankreich erwartet von Deutschland und Europa mehr Einsatz beim Antiterrorkampf im westafrikanischen Mali. „Frankreich gewährleistet in Mali und anderen Einsatzgebieten die europäische Sicherheit“, sagte der neue französische Präsident Emmanuel Macron bei einem Truppenbesuch in der Stadt Gao im Norden Malis. Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 in eine Krise geraten. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Viele Gebiete des Landes sind aber nach wie vor nicht unter Regierungskontrolle.

(Foto: dpa)
Nordirak
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Auch im Nordirak ist die Bundeswehr weiterhin aktiv. Zurzeit beteiligen sich 128 Soldatinnen und Soldaten an der Ausbildung von irakischen Streitkräften. Die Bundeswehr schult seit Januar 2015 Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Armee sowie der religiösen Minderheiten der Jesiden und Kaka'i. Nach Angaben der Ministerin bildeten sie bislang mehr als 10.000 Kämpfer aus. Im Militärcamp Bnaslawa bei Erbil bilden die deutsche Soldaten kurdische Peschmerga auch im Häuserkampf aus, die das Militär als besonders gefährlich einstuft. Auf dem Stützpunkt wurde dazu seit dem Frühjahr ein vom IS befreites Dorf originalgetreu nachgebaut – inklusive eines Grabens und Schutzwalles, die schwere Fahrzeuge abhalten sollen, sowie eines Tunnelsystems, durch das der IS seine Kämpfer verborgen vor den Augen der Gegner von einem Ort zum anderen verschieben kann. German Village – deutsches Dorf – heißt das Übungsgelände.

(Foto: dpa)

Der Pilotenmangel ist demnach eine Spätfolge des Einsatzes in Afghanistan. 2012 habe die Bundeswehr vier der neuen Tiger-Hubschrauber an den Hindukusch verlegen müssen, obwohl das Pilotentraining gerade erst angelaufen sei. 2013 und 2014 habe so gut wie keine Ausbildung stattgefunden, weil alle Fluglehrer in den Einsatz mussten. Bis heute seien von den 123 Pilotenstellen für diesen Hubschrauber nur 62 besetzt. Davon erfüllten nur 18 Piloten die Vorgaben für Einsätze.

Angesichts wachsender internationaler Anforderungen forderte von der Leyen am „Tag der Bundeswehr“ weiter steigende Ausgaben für die Bundeswehr. „Warme Worte reichen nicht“, sagte sie am Samstag. Die Soldaten brauchten „auch in den nächsten Jahren mehr und nachhaltige Finanzierung und die Unterstützung der Gesellschaft“. Die Ministerin verwies darauf, dass die Truppe nach 25 Jahren mit Kürzungen seit zwei Jahren endlich wieder wachse und auch mehr Personal einstellen könne. Für Auslandseinsätze etwa im Kampf gegen den Terrorismus werde dringend mehr und modernes Material gebraucht.

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    Merkel würdigte nicht nur die Arbeit als Garanten für die Sicherheit gewürdigt, sondern verwies zugleich auf Verfehlungen: „Natürlich gab es in letzter Zeit Vorfälle, die auch kritikwürdig waren“, sagte sie in ihrer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Die Bundesverteidigungsministerin, Ursula von der Leyen hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Dinge natürlich geklärt werden müssen; dass das wichtige Führungsprinzip, das Prinzip der Inneren Führung, auch überall durchgesetzt werden muss.“

    Die Bundeswehr hatte in den vergangenen Monaten mit Zwischenfällen wie angeblich sexuell-sadistischen Praktiken im Standort Pfullendorf und dem Fall des rechtsextremen und terrorverdächtigen Offiziers Franco A. Negativschlagzeilen erzeugt. Der Koalitionspartner SPD kritisierte von der Leyen massiv. Fraktionschef Thomas Oppermann nannte die CDU-Politikerin in der „Bild“-Zeitung die „schlechteste Verteidigungsministerin seit der deutschen Einheit“.

    • dpa
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