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Maike Finnern Kita-Plätze für alle, mehr Geld für Schulen, Bafög-Reform: Die Aufgabenliste der neuen GEW-Vorsitzenden ist lang

Die 52-jährige Pädagogin ist neue Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Der Politik wirft sie „beschämendes“ Verhalten vor.
10.06.2021 - 14:09 Uhr Kommentieren
„Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen muss das Leitmotiv von Bildungs- und Jugendpolitik sein.“ Quelle:  Alena Matveyenka
Maike Finnern

„Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen muss das Leitmotiv von Bildungs- und Jugendpolitik sein.“

(Foto:  Alena Matveyenka )

Berlin Beim Lehrer-Bashing sind viele schnell dabei: lange Ferien, ab mittags frei und jetzt auch noch der Ärger mit dem Homeschooling. Allzu viele Lehrer hätten es sich im Lockdown bequem gemacht, kritisierte etwa NRW-Vizeministerpräsident Joachim Stamp.

„Respektlos“ sei das, sagt Maike Finnern. Und als neue Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wird es künftig mit zu den Aufgaben der 52-Jährigen zählen, solchen Vorwürfen lautstark entgegenzutreten. Die Delegierten des Gewerkschaftstags wählten sie am Donnerstag mit 90,6 Prozent zur Nachfolgerin von Marlis Tepe, die nach acht Jahren an der Spitze aus Altersgründen nicht mehr antrat.

Kämpfen will die frühere Realschullehrerin aus Ostwestfalen, die zuletzt GEW-Landesvorsitzende in NRW war, vor allem für die Chancengleichheit im Bildungssystem. Seit fast 60 Jahren sei Deutschland hier kaum weitergekommen, kritisierte sie in ihrer Rede vor den Delegierten. Mit neun Milliarden Euro stütze die Politik die Lufthansa in der Krise, während die Nothilfen für Kitas, Schulen, Ausbildung und Hochschulen nur 7,5 Milliarden Euro umfassten. Das sei „beschämend“.

Die Politik müsse dringend handeln, das habe die Pandemie überdeutlich gezeigt. Kita-Plätze für alle, auskömmliche Finanzierung von Schulen, Bafög-Reform – die Aufgabenliste, die Finnern der künftigen Bundesregierung und Landespolitikern ins Pflichtenheft schreibt, ist lang.

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    Die rund 280.000 Mitglieder der viertgrößten DGB-Gewerkschaft erwarten aber auch von ihrer neuen Vorsitzenden einiges. Baustellen wie die ungleiche Bezahlung von verbeamteten und angestellten Lehrern, die Aufwertung des Grundschullehramts oder die durch den Lehrermangel bedingte Überlast an vielen Schulen bleiben.

    Zu wenig Ausgaben für Bildung

    Gegen den allgemeinen Trend konnte die GEW ihre Mitgliederzahl zuletzt stabil halten oder sogar leicht steigern. Finnern muss nun mit dafür sorgen, dass das so bleibt. Das Potenzial ist da: Gut 2,3 Millionen Beschäftigte arbeiten in Kitas, Schulen und Hochschulen, ein großer Teil von ihnen Frauen. Das erklärt auch den hohen Frauenanteil unter den GEW-Mitgliedern von rund 72 Prozent.

    Finnern weiß aber, dass die Arbeitsbedingungen ihrer Kolleginnen und Kollegen, der Bildungserfolg und die Chancengleichheit entscheidend davon abhängen, wie viel Geld die Haushälter für die Bildung lockermachen. Mit Schuldenbremse und schwarzer Null komme man da nicht weiter, sagt die Gewerkschafterin. „Das reiche Land Deutschland, das für sich gute Bildung in Anspruch nimmt, gibt viel zu wenig dafür aus.“

    Mehr: Das deutsche Schulsystem ist schlecht ausgestattet – digital und pädagogisch

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