Maischberger-Talk Therapien gegen das Grünfieber

Was verordnet man dem Patienten Deutschland, der plötzlich nur noch Grün sieht? Die Suche nach den richtigen Pillen überfordert die Regierung – und ängstigt die Wirtschaft. Eine TV-Sprechstunde bei Sandra Maischberger.
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Sandra Maischbergers Gäste versuchten, ein Rezept gegen das grassierende Grünen-Fieber zu finden. Quelle: Screenshot

Sandra Maischbergers Gäste versuchten, ein Rezept gegen das grassierende Grünen-Fieber zu finden.

(Foto: Screenshot)

Mit den deutschen Politikern ist es zurzeit wie mit gestressten Medizinern in einer überfüllten Hausarztpraxis. Sie verschreiben eifrig Rezepte zur Behandlung der Symptome, vergessen aber nach dem Auslöser der Krankheit zu suchen.

Die Symptome, das ist eine schleichende grüne Verfärbung des Körpers (Deutschland) und ein Patient (Bürger), der unkontrolliert herumwählt anstatt wie bislang einer Stammpartei die ewige Treue zu schwören. Dem Ergebnis der ersten allgemeinen oberflächlichen Untersuchung („Die Japaner und ihr Strahlenmeiler sind Schuld“) erfolgte sogleich die Verabreichung der bitteren Pillen (Mappus-Aus und Brüderle-Rücktritt). 

Doch der Patient hat immer noch Wutanfälle und die behandelnden Ärzte (Angela Merkel und Guido Westerwelle) wanken gefährlich. Also nichts wie hin zum Notdienst außerhalb der Sprechzeiten – zu Sandra Maischberger am späten Dienstagabend in die ARD. Hier wird sich der Grund allen Übels vielleicht doch noch diagnostizieren lassen.

„Grün gewinnt: Der schwarz-gelbe Alptraum?", lautet die Frage. Eine vielversprechende Runde tritt da zusammen: erfahrene Praktiker (Kurt Biedenkopf und Hans-Jochen Vogel), eine aufgeregte Oberschwester (Cornelia Pieper) und ein Studienobjekt (Schauspieler und Schwabenstreich-Organisator Walter Sittler). Selbst die stärkste Variante des Phänomens Grünfieber ist geladen. Claudia Roth findet freilich nur Positives am neuen Zustand von Körper und Patient. 

Es folgt der Wechsel ins Politikerlatein: Vielleicht hilft der Blick auf einen ganz ähnlichen Fall? Doch das Rezept Neuwahlen, das Gerhard Schröder 2005 den erkranken Roten verordnete, findet CDU-Mann Biedenkopf zu gemein. „Überzogen“ sei das sicher gewesen. Aufgrund des „vielseitigen Stimmengewirrs“ könne man so schnell jetzt nicht urteilen. Und der Experte der SPD stimmt mit ihm schnell überein.

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5 Kommentare zu "Maischberger-Talk: Therapien gegen das Grünfieber"

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  • Man sollte die Atompolitik nicht verallgemeinern und eine generelle Grün Sympathie ausrufen. Der Titel des Artikels wird der Lage gar nicht gerecht. Nur die aktuelle Situation verlangt den entschiedenen Ausstieg aus Atom, weil wir Alternativen haben, die nicht genutzt werden. Dahinter vermutet man zurecht Betrug am Volk aus Profitstreben der Konzerne. Beim augenblicklichen Favorisieren der Grünen geht es um die Hoffnung, weniger Korruption beim Umschwenken zu fortschrittlichen Energiequellen zu bekommen. Auf anderen Gebieten wie Einwanderungs - und Sozialpolitik sind die Grünen nach wie vor umstritten.

  • Ich habe die Sendung verfolgt und dabei das ganze Spektrum politischer Dummheit gesehen. Die Grüne, die uns Kerzenschein und Stromausfälle verordnet. Den Schauspieler, der Stuttgart21 verflucht. Alte Politiker, wie Plastik-Hefter-Vogel, der die CDU beglückwünscht, obwohl er früher SPD-Spitzenpolitiker war. Konzeptionslose Figuren, die über unsere Zukuft entscheiden. Der einzige Lichtblick war der pensionierte IBM-Manager, der den Politikern gehörig einheizte

  • Gegen Grünfieber hilft nur eines: Die Grünen als Extremisten abstempeln, vom Verfassungsschutz beobachten lassen - sprich ein paar Verfassungsschützer einschleusen und als Agent Provocatuer einsetzen - und dann konsequent verbieten. Das funktioniert rechts von der Union doch auch: Das Motto lautet 'Wir sind die neue Mitte und alles was rechts von uns ist, wird verboten'. Das könnte man doch auf der linken Seite genau so machen? Denn wir wissen doch: Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten (Brecht).

  • Die Entwicklung hin zu den Grünen ist schon so lange zu sehen - und jetzt jammert "die Wirtschaft". Wobei hier "die Wirtschaft" die Geld scheffelnden Bosse sind, der kleine Mann kann ja nicht gemeint sein. Der hätte, wenn er vernünftig behandelt (dazu gehört auch die pflegliche Behandlung seiner Umwelt) und auch bezahlt würde (es gibt tatsächlich gerechte Vergütungssysteme), niemals Grün gewählt - wäre ja gar nicht nötig gewesen.
    Da solln sich die Bosse mal selbst an die Nase fassen.
    Und ob "Grün" so viel schlechter wird als das bisherige gehampel, das bleibt ja wohl abzuwarten.

  • Es ist einfach zu lustig. Kaum nimmt der Bürger seine demokratisch legitimierte Position auch wirklich ein und vertritt sie gegen(!) seine gewählten Vetreter, schon geht das große Gejammer los. Sollte wirklich eine politische Zeitwende eingeläutet werden, nur weil der Bürger auf einmal seine Interessen auch vertreten sehen will? Bisher galt nach dem Wahlabend ja stetsdas Prinzip "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Dies hat jahrzehntelang funktioniert, weil jeder ein einigermaßenen großes Stück vom Kuchen abbekam. Heute, da auch weite Teile der Mitte sich vom finanziellen und sozialen Abstieg bedroht fühlen, funktioniert das durchregieren nicht mehr.

    Die Menschen im Land wollen endlich wissen, wie es für sie aufwärts geht und nicht immer nur für andere. Sie wollen wissen, ob sie hoffen dürfen in ihrem Zeitarbeitsjob irgendwann mal genauso viel zu verdienen wir ihre festangestellten Kollegen. Sie wollen wissen, dass die Kernkraft endlich verlässlich ausläuft, und nicht wieder Laufzeiten verlängert werden. Sie wollen wissen, ob ihr Fleisch von geklonten Tieren stammt und ob Stuttgart 21 sich verlässlich finanzieren lässt.

    In all diesen Fragen haben sich die Grünen halt noch am verlässlichsten dargestellt. Ich wage jedoch zu behaupten, dass die Partei, welche diese und ähnliche Fragem auch wirklich (nachhaltig) beantworten kann, auch Wahlen gewinnen wird.

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