Managergehälter CDU- und SPD-Politiker fordern Boni-Grenzen

Wenn sei auch sonst im Wahlkampf viele gegensätzliche Positionen vertreten – beim Aufreger-Thema Managergehälter sind sich viele plötzlich parteiübergreifend einig: Da müsse was getan werden.
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Manager im Visier der Politiker: Sowohl aus SPD wie aus CDU werden Stimmen laut, die eine Begrenzung der Gehälter fordern. Quelle: dpa

Manager im Visier der Politiker: Sowohl aus SPD wie aus CDU werden Stimmen laut, die eine Begrenzung der Gehälter fordern.

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Berlin/DüsseldorfPolitiker aus Regierung und Opposition fordern vor der Bundestagswahl eine Begrenzung der Gehälter von Top-Managern. „Es kann nicht sein, dass Gehälter und Boni einiger Spitzenverdiener in keinem Verhältnis mehr zum Rest der Belegschaft stehen“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der Wirtschaftswoche. „Man muss gegebenenfalls eine gesetzliche Regelung finden, die die Boni-Zahlungen unterhalb der Dividendenausschüttung beschränkt.“

Die Opposition verlangt neue Maßnahmen. „Die Toleranz gegenüber astronomischen Managergehältern ist extrem gesunken“, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem Magazin. „Wir brauchen eine gesetzliche Eindämmung für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für die Finanzindustrie.“

Der Vorsitzende der Regierungskommission zur Unternehmensführung („Corporate Governance“), Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, sieht in den derzeitigen Gehältern sogar Gefahren für die Unternehmen. „Wir müssen aufpassen, dass wir die Akzeptanz der Wirtschaft nicht weiter schwächen“, sagte Müller dem „Tagesspiegel“ (Samstag). Eine Deckelung sei geboten, gleichzeitig müsse es aber das Recht der Eigentümer eines Unternehmens und deren Vertreter bleiben, über die Vergütung des Vorstands zu bestimmen.

Der Vorstand von Volkswagen bekommt nach heftiger Kritik an der Höhe des Gehalts von Konzernchef Martin Winterkorn deutlich weniger Geld für das vergangene Jahr. Der VW-Aufsichtsrat beschloss am Freitag in Wolfsburg eine Neuregelung der umstrittenen Bonuszahlungen. Diese senkt auch die Vergütung Winterkorns. Er bekommt nach rund 17,5 Millionen Euro für das Jahr 2011 nun 14,5 Millionen Euro, wie der Autobauer nach einer Sitzung des Gremiums mitteilte. Die Aufseher passten dabei die Richtlinien für erfolgsabhängige Komponenten in den Vorstandsbezügen an.

Die Vorstände der rund 1400 größten deutschen Unternehmen konnten sich zuletzt laut einer Studie über einen Gehaltssprung von 6,8 Prozent freuen. Dieses Plus erzielten die Manager im Geschäftsjahr 2011, ergab eine Untersuchung von Kienbaum Management Consultants, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Knapp zwei Drittel der Firmen zahlten demnach höhere Gehälter, 38 Prozent kürzten die Saläre ihrer Führungsriege.

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  • Politiker haben bei der Bestimmung von privaten Gehaeltern nichts mitzureden. Schluss aus. Demnaechst wollen diese drittklassigne Bildzeitungsleser uns noch vorschreiben an wen wir vererben duerfen ?!

  • @Henry

    Sie haben vollkommen recht! Es ist alles aus dem Ruder gelaufen und das System gehört relodead. Mit neuen Regeln für Politiker!! Wie Aufhebung der Imunität, Entzug der Pension bei Verstößen gegen geltendes Recht/Korruption, Anpassung der Bezüge/Diäten usw usw....Das gibt es jede Menge zu tun. Voralle gehört das Geldsystem reformiert!!! Und eine Demokratie eingeführt. Und zwar im Sinne einer Räterepublik!!! Alles andere ist wischwaschi und Unterdrückung!!!

  • Leistung sollte angemessen mit einem Gehalt bezahlt werden.
    Besonders gute, herausragende Leistungen auch mit einem Boni honoriert werden.Der Boni darf gerechterweise aber nur ein Bruchteil des Grundgehaltes sein. Alles andere ist unseriös.

  • !

  • Nur aus Neugierde - bis zu welcher Einkommenshöhe geht bei Ihnen der "Versager" ?
    Elitemenschen wie Sie müssten darüber doch klare Vorstellungen haben.

    Und vergessen Sie nicht: Irgendwann wischt Ihnen eine/r dieser Versager im Pflegeheim vielleicht einmal Ihren vergoldeten A.... ab. Oder lässt es einfach :)

  • Schön. Ich fordere leistungsgerechte Bezahlung von Ministern und Abgeordneten einschließlich ihrer Ruhegelder und Pensionen.

    Da werden wir aber tüchtig sparen können.

  • Die Bezuege von Vorstaenden und Topmanagern werden von Aufsichtsrat und Gehaltsausschuessen festgelegt. Auf diese haben Leute, die Aktien fuer eigene Rechnung halten keinen Einfluss. Die meisten Stimmrechte liegen bei Vertretern von Kapitalsammelstellen (Pensionsfonds, Versicherungen usw.).

    Deutlich wurde das bei den Banken. Bankvorstande genehmigten sich Boni, die am Jahresgewinn der Banken gemessen wurden. Die Vorstaende maximierten die Jahresgewinne mit extrem riskanten Anlagen. Als die Griechenlandanleihen faellig und nicht bedient wurden, waren die Boni laengst in trockenen Tuechern. Kein Eigentuemer bei klarem Verstand wuerde seinen Managern solche Boni gewaehren.

    Diese Leute – ich will sie einmal die “neue Elite” nennen, gewaehren sich ihre Bezuege selbst. Das sind Leute, die sich auf dem Golfplatz und in der Oper treffen und die hoffen, dass man sich ihrer erinnert, wenn die eigenen Bezuege festgelegt werden. Die Kontrolle wurde den Aktionaeren langst aus den Haenden gewunden. Aufsichtsraete vertreten nicht das Interesse der Aktionaere und die Arbeitnehmervertreter vertreten auch nicht das Interesse der Arbeitnehmer.

  • Hoffentlich kommt Winterkorn mit den paar Mücken noch zurecht? 8 Jachten und 5 Schlösser lassen sich damit ja wohl kaum finanzieren?

    Die Verdienstabstand in den Konzernen zwischen der schlechtest bezahlten Arbeitskraft und einem gutbezahlten Angestellten hat sich in den letzten 20 Jahren vom 30fachen aufs 300fache verzehntfacht.
    Daß die PC-Dementen der oberen Etagen heute 10 mal soviel leisten sollen wie vor 20 Jahren, scheint mir mehr als unglaubwürdig, außer, daß sie nun Kaviar in sich reinstopfen und mit der Rolex rumprotzen. Finde ich reichlich tuntenhaft.

    Diese Wachstums-, Rendite-, Gier- und Egophilosophie ist derart armselig, daß ich nicht fassen kann, wie manche wirklich dran glauben können, hier sollten sich Ausserirdische anstellen? Weil Dummmichel sein Smartphone streichelt? Wer hier strandete, sollte ein Freibeuter sein, der Sklaven abholt fürs Uranbergwerk auf dem Pluto. Die normalen halten sich fern.





  • Das ist purer Populismus und bringt wieder eine Schlagzeile in der Presse. Passieren wird wie immer aber nichts.

  • Oh diese Neid-Debatte. Vielleicht geht die Fantasie der Politiker soweit, sich einmal vorzustellen, wie solche Boni zustande kommen ?! In der Regel wird im Arbeitsvertrag oder im Unternehmen eine Formel definiert, in welchem Maße der Arbeitnehmer an welchen Erträgen partizipiert. Das ist kein "Wunschkonzert"; denn der €, der einem Mitarbeiter als Bonus gezahlt wird, kann keinem anderen meh gezahlt werden. Da aber viele Bonus-Berechtigte in einem Unternehmen tätig sind, wird peinlich darauf geachtet, dass keiner mehr bekommt, als ihm gem. Formel zusteht. Der gesamte Bonustopf ist limitiert und mit dem Gehalts-Ausschuß (in dem auch der Aufsichtsrat vertreten ist) abgestimmt. Nicht ganz so einfach wie bei den Politikern, die ihre laufenden und Alters-bezüge selbst festlegen.

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