Managergehälter-Kontrolle Merkel kritisiert Managergehälter

Nachdem sich eine Schweizer Volksinitiative gegen überzogene Managergehälter durchgesetzt hat, debattieren deutsche Politiker über die Regeln. Nun schaltet sich Kanzlerin Merkel ein – und warnt Manager vor Maßlosigkeit.
Update: 13.03.2013 - 03:54 Uhr 14 Kommentare
Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert Maßlosigkeit. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert Maßlosigkeit.

(Foto: dpa)

Chemnitz/RegensburgBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Debatte um hohe Managergehälter eine „Maßlosigkeit“ kritisiert. Merkel sagte der „Freien Presse“ in Chemnitz: „Maßlosigkeit darf in einer freien und sozialen Gesellschaft nicht sein.“ Sie verstehe „sehr gut, wenn Menschen über manche Gehälter, die völlig aus dem Rahmen fallen, nur noch den Kopf schütteln können und wollen, dass das aufhört“.

Merkel sagte zudem, es habe sich „leider“ gezeigt, dass es nicht ausreiche, das Thema ausschließlich der Selbstregulierung der Wirtschaft zu überlassen. „Auch wenn wir hier in Deutschland wegen der Mitbestimmung der Arbeitnehmer eine etwas andere Situation haben als in anderen Ländern, bin ich dafür, dass wir dieses Thema auf europäischer Ebene anpacken.“

Sie finde es zudem „sehr gut“, dass die EU nun einen Vorschlag erarbeite, wie nicht mehr allein die Aufsichtsräte, sondern auch die Aktionärshauptversammlungen die Spitzengehälter festlegen können. Die Koalition will noch vor der Sommerpause eine Regelung zur Begrenzung der Gehälter von Spitzenmanagern beschließen. Angepeilt ist eine Änderung des Aktienrechts. Künftig soll die Hauptversammlung über die Vergütung entscheiden.

Der Vorsitzende des Bundestagswirtschaftsausschusses, Ernst Hinsken (CSU), plädiert unterdessen für eine gesetzliche Regelung von Managergehältern in Deutschland. Nicht nur er, sondern viele Kollegen strebten eine Änderung des Aktiengesetzes an, die von einer möglichst großen Mehrheit des Bundestages mitgetragen werden könne, sagte der CSU-Politiker der „Mittelbayerischen Zeitung“.

Nach einer erfolgreichen Volksinitiative in der Schweiz gegen überzogene Managergehälter hatten sich in Deutschland die Forderungen nach einer Begrenzung der Bezüge von Spitzenkräften gemehrt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich für eine gesetzliche Regelung ausgesprochen, sollte es keine freiwilligen Lösungen geben.

Sollen Managergehälter gedeckelt werden, Herr Rürup?

Auf europäischer Ebene will EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bis Jahresende einen Vorschlag nach dem Schweizer Modell erarbeiten. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet hatte, soll dieser Vorschlag neben den Gehältern auch die Abfindungen und neue Transparenzregeln beinhalten.

  • dpa
  • rtr
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14 Kommentare zu "Managergehälter-Kontrolle: Merkel findet EU-Vorstoß „sehr gut“"

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  • Eine lächerliche Feigenblatt-Diskussion der Vollstreckerin der Superreichen.

    Es sind nicht die Manager, die uns aussaugen. Es sind die Inhaber der Kapitalforderungen.

  • Solange Sportler Millionen "verdienen" dürfen ist so eine Diskussion überflüssig

  • ahhh. im September wird gewählt...Frau Merkel zeigt `ne klare Kante.
    Realsatire vom Feinsten.

  • Jumping on the bandwaggon!
    -----------------------------
    So sollte doch die Trittbrettfahrerin Merkel ihren
    Kollegen Barnier in Brüssel daran erinnern, daß sich
    in seinen Reihen bezugsmäßig 1.800 Bundespräsidenten
    und 4.700 Bundeskanzlerinnen tummeln, die nur noch die Vorschläge der Lobbyverbände, getragen von den ver-
    teufelten Beziehern von zu hohen Managergehältern,
    abzusegnen brauchen! Und das alles wird noch vom
    Deutschen Steuerzahler finanziert!

  • Es reicht sicher nicht aus, mit leeren Phrasen die Maßlosigkeit der Manager zu kritisieren und Managern Lohnbescheidenheit zu empfehlen. Um besonders dem Lohndumping in den unteren Einkommensgruppen wirksam entgegen zu wirken und Lohngerechtigkeit zu ermöglichen ist es sinnvoll und erforderlich die unteren und oberen Einkommen eines Unternehmens in Bezug zu setzen und voneinender abhängig zu machen. So eine Minimal-Maximal-Begrenzung könnte konkret in Form eines Maximalfaktors ausgestaltet werden: Basis für den Faktor sollte das niedrigste Jahresgehalt im Konzern (evtl. bei Bedarf hochgerechnet auf Vollzeit) sein, das höchste Einkommen dürfte als Beispiel maximal das 20-30fache vom niedrigsten Einkommen sein, was eine Einkommensspreizung im Jahresbrutto von z.B. 20 TEU für Hilfskräfte bis zu 400-600 TEU für Management/Vorstand ergäbe. Dieser Maximalfaktor würde auch ziemlich effektiv zur Vermeidung von Lohndumping wirken, weil hierbei auch bei den hohen Einkommensklassen eines Betriebes ein echtes (Eigen)Interesse daran entstehen würde, auch die unteren Einkommen ansteigen und am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmen angemessen partizipieren zu lassen. Denn Bedingung für die Erhöhung des Managergehaltes wäre die Anhabung des niedrigsten Gehaltes - im Besipiel müßte der Manager dafür sorgen, dass das niedrigste Jahreshgehalt auf 30-40 TEU steigt um sich selber das Jahresgehalt auf 800-900 TEU erhöhen zu können. Eigentlich ganz einfach, zeitlos wirksam und viel effizienter als z. B. ein Mindestlohn!

  • Eine Nebelkerze fürs Stimmvieh. "Seht her ihr armen Menschen! Ich setze mich für euch ein." Das will die Kanzlerin damit sagen. Von mir aus können Manager Milliarden pro Jahr verdienen, solange ihre Arbeitnehmer von ihrer Hände Arbeit anständig leben können. Merkel soll nicht darüber nachdenken, wie sie die Manager beschneidet. Sie soll besser darüber nachdenken, wie sie dafür sorgen kann, dass der Normalverdiener nicht so gnadenlos über Steuern und Abgaben abgezockt wird. Ansatzpunkte gäbe es da viele. Stromsteuer, Energiesteuer, Kraftstoffsteuer usw. senken. Solidaritätszuschlag abschaffen...

  • Na endlich wieder ein neues Wahlkampfthema für "Mutter Blamage". Erfolgreich abgewartet, bis sie sich anschließen kann. Bloß nichts selbst initiieren, die Schuld fällt dann so unangenehm auf einen zurück wenn's schief geht.

    Wieso werden eigentlich immer nur die Manager großer Unternehmen der Gier bezeichnet? Es gibt zahlreiche andere Beispiele der übersteigerten Einkommen wo das Volk viel direkter bezahlt.
    1. Fernsehen: die Riege der vereinigten Talk-Dummschwätzer ist total überbezahlt.
    2. Sämtliche Gewerkschafts- und Krankenkassenbosse zeichnen sich auch nicht durch Zurückhaltung in der Gehaltsfrage aus.
    3. Sportler. Warum müssen Menschen, die einem Ball hinterherlaufen um ihn in etwas Viereckiges zu befördern mit Millionen bezahlt werden?

    Schlußendlich muß bei der Forderung nach begrenzten Ein- kommen berücksichtigt werden, daß viele Gutverdiener Teile ihres Geldes sozialen Vereinigungen spenden. Sie ziehen es vor, selbst zu entscheiden was mit ihrem Geld geschehen soll, statt es dem nimmersatten staatlichen Moloch in Form von Steuern in den Rachen zu werfen.

    Damit hier keine bösen Antworten kommen, ich möchte nur darauf aufmerksam machen, daß dieses Problem nicht so einfach an einer bestimmten Gruppe unserer Gesellschaft auszumachen ist. Ich finde z.B. das Einkommen eines Herrn Winterkorn auch schamlos überzogen.

  • jep, aber man wird es leider nicht oft genug richtig stellen können. Selbst die Journaille macht es nicht, was man ja eigentlich von einer sachlich richtigen Darstellung erwarten sollte.
    Aber das Thema ist gut für Auflagen und Erhitzung der Gemüter, paßt schon.

  • Nein, tut er nicht. Der Inhalt der Volksabstimmung war nicht die Begrenzung der Managergehälter, sondern das die Managergehälter die Zustimmung der Aktionäre auf der Hauptversammlung brauchen. Es sind damit auch höhere(!) Managergehälter möglich.

  • Verlogen, mehr fällt mir nicht ein.

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