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„Mangel an Visionen“ Wirtschaft fürchtet, von China und USA abgehängt zu werden

Bayer-Chef Werner Baumann sieht einen Mangel an Visionen für Europa – China und die USA hingegen hätten einen Zukunftsplan. Industrielenker pflichten bei.
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Yutu-2 am 11. Januar 2019 auf dem Mond. Quelle: AP
Chinesisches Erkundungsfahrzeug auf dem Mond

Yutu-2 am 11. Januar 2019 auf dem Mond.

(Foto: AP)

Bayer-Vorstandschef Werner Baumann warnt davor, Globalisierung und Wettbewerb vor allem als Bedrohung und nicht als Wohlstandsfaktor zu begreifen. „Als Folge der Technologie-Skepsis ist Europa im Begriff, als Innovationsstandort den Anschluss zu verlieren und die technische Entwicklung in vielen Bereichen anderen zu überlassen“, schreibt Baumann in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

„Machen wir uns nichts vor, die digitale Zukunft wird schon seit Jahren in Kalifornien gemacht. Und auch bei der Künstlichen Intelligenz, dem nächsten großen Schub für die Digitalisierung, wird Europa gerade von den USA und China abgehängt“, so Baumann. Was Europa am meisten brauche, sei ein Kulturwandel, ein Umdenken. Weg von der verzagten Fixierung auf etwaige Risiken, hin zu einer mutigen, zupackenden Kultur der Chancen und der Möglichkeiten.

„Mangel an Visionen in Deutschland und Europa“

Baumann schließt sich damit der Kritik von Industriechefs an, die einen Mangel an Visionen in Deutschland und Europa beklagen. „China hat eine Vision für seine Zukunft, Amerika hat eine. Aber in Europa wissen wir nicht, wo wir in zehn Jahren sein wollen“, sagte der Chef des europäischen Unternehmerverbands Business Europe, Pierre Gattaz, der „Bild am Sonntag“. Europa brauche eine „positive, enthusiastische Vision“.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte mehr Einsatz von Berlin und Paris. „Deutschland und Europa haben drei Jahre fast nur über Migration geredet“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf dem Blatt. „Auch der unselige Brexit kostet uns viel Zeit und Energie. Das fesselt und hindert uns, die Zukunft unseres Kontinents zu gestalten.“ Deutschland und Frankreich müssten jetzt „dringend vorangehen“.

Nach Baumanns Meinung hat sich „in der Europäischen Union mittlerweile eine Haltung breitgemacht, die Zukunft allzu oft eher verhindert als möglich macht“. Eine Haltung, die Globalisierung und Wettbewerb nicht als Impulsgeber und Wohlstandsfaktor sehe, sondern als Bedrohung. „Die mehr danach strebt, Erreichtes zu verteidigen, als Neues zu wagen. Eine Haltung, die weniger fragt: Was kann man damit machen? Sondern vor allem: Was kann dabei schiefgehen?“, schreibt Baumann.

Der Gastbeitrag des Bayer-Chefs ist Teil eines Sammelbands mit dem Titel „Europa kann es besser: Wie unser Kontinent zu neuer Stärke findet, und warum sich die Arbeit am Projekt Europa lohnt“. Das Buch erscheint am 15. April 2019 im Herder Verlag.

Dieser Gastbeitrag stammt aus diesem Buch:
Sven Afhüppe, Thomas Sigmund (Hg.):
Europa kann es besser
Wie unser Kontinent zu neuer Stärke findet. Ein Weckruf der Wirtschaft
Herder Verlag 2019, 240 Seiten, 20 Euro
ISBN 978-3-451-39360-0
Erscheint am 15. April 2019
Das Buch bei Amazon bestellen.

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