Mappus im Wunderländle In Pforzheim ist die CDU-Welt noch in Ordnung

Wahlkampfstörfeuer lassen die CDU vor den Wahlen in Baden-Württemberg zittern. Im Mappus-Wahlkreis Pforzheim aber weiß vor allem die Wirtschaft, wen sie wählen wird - und gibt damit die Stimmung im Ländle wieder.
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Kann sich in seinem Wahlkreis auf Unterstützung verlassen: Stefan Mappus. Quelle: Reuters

Kann sich in seinem Wahlkreis auf Unterstützung verlassen: Stefan Mappus.

(Foto: Reuters)

PforzheimIn Pforzheim ist Stefan Mappus fast omnipräsent. Überall lächelt Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident einem von Plakaten entgegen. Auch das Schaufenster des Friseursalons Graziano füllt er aus, darunter hängt der Spruch: „Unser Land, zu schade für Rot-Grün.“ Die badische 120.000-Einwohner Stadt direkt an der Grenze zu Württemberg ist Mappus-Land. Hier ist der 44-jährige Politiker geboren, hier gehen seine Kinder zur Schule und hier hat er seinen Wahlkreis. Und nun muss Mappus bei den Landtagswahlen am Sonntag um die Macht bangen.

Helmut Winkler hat sich einen der Stehtische im Eispavillon Rialto an der Rossbrücke gesichert, die bei dem herrlichen Frühlingswetter so begehrt sind. Der Mann mit dem grauen Schnauzbart und der braunen Lederjacke spricht, das aus, was hier viele empfinden: „Baden-Württemberg geht es wirtschaftlich gut, so gut wie alle Leute haben einen Job. Das spricht doch für sich. Wer unzufrieden ist, den verstehe ich nicht.“

Handelsblatt-Reporter Tino Andresen berichtet vom Wahlkampf in Baden-Württemberg.

Handelsblatt-Reporter Tino Andresen berichtet vom Wahlkampf in Baden-Württemberg.

Auch ihn lassen die Probleme im japanischen Kernkraftwerk Fukushima nicht kalt. „Mit der Atompolitik müssen wir etwas tun“, sagt er. Auch wenn er skeptisch ist, ob die schwarz-gelbe Regierung die Wahl gewinnt, zweifelt er nicht am Kurs des Ministerpräsidenten. „Diesmal bin ich für Herrn Mappus. Jetzt muss ich ihn erst recht wählen. Die Linken sind grundsätzlich gegen alles.“

Magdalena Steppe ist zum Einkaufen auf den kleinen Markt im Wohngebiet Buckenberg/Haidach gekommen. Von den Grünen hält sie nicht viel. „Das sind doch Schaumschläger wie die SPD.“ Über sich und ihren Mann sagt sie frei heraus: „Wir sind Mappus-Wähler.“ Ein älteres Ehepaar sagt im Vorbeigehen: „Wir haben Mappus schon gewählt.“ Eine Frau mit Gehstock ruft: „Wir sind zufrieden mit ihm.“ Günther Böhm will von SPD und Grünen ebenfalls nichts hören. „Mappus muss bleiben. Der ist in Ordnung.“ Nur die junge Bettina Roth sagt, sie könne sich schon vorstellen, dass es zum Wechsel komme. Ihre Präferenz gibt sie nicht zu erkennen.

Dabei regiert in Gert Hager ein Oberbürgermeister von der SPD die Goldstadt und die Spitzenkandidatin der Sozialdemokratin bei den Landtagswahlen 2001 und 2006, Ute Vogt, kandidierte mehrmals im Zentrum der seit Jahren schwächelnden deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie für den Bundestag, 1998 holte sie das Direktmandat in Pforzheim. Doch als Landtagskandidatin wich sie auf den Wahlkreis Bretten aus. Aus der Gegend stammt auch der FDP-Fraktionschef im Landtag Hans Ulrich-Rülke. Doch auch er kandidiert lieber in einem Nachbarwahlkreis.

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9 Kommentare zu "Mappus im Wunderländle: In Pforzheim ist die CDU-Welt noch in Ordnung"

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  • Ihr Wort in Gottes und der Schwaben Ohr! Ganz Ihrer Meinung, aber viele schauen bei ihrer Wahlentscheidung imm noch nur auf ihren Kontostand und sind blind für die Gegenwart und die Zukunft...

  • Leider ist dieses CDU-freundlich-konservative und an Bestandswahrung glaubende Hinterwäldlerdenken in den Köpfen vieler Wähler/innen in BW tief verwurzelt, diese Relativ-Denken und Argumentieren, das sich aus dem Blick auf die anderen ableitet, denen es angeblich schlechter geht, eine besondere Form der Selbstüberschätung und Dümmlichkeit, wei im Artikel beschrieben.

  • Es sind Alle herzlich eingeladen:

    27. März 2011: Mappschiedsparty
    Ab 17:30 Uhr vor dem Neuen Schloss auf dem Schlossplatz
    Gläser mitbringen: Es gibt Sekt, Wein, Bier und Limo.

    http://www.bei-abriss-aufstand.de/wp-content/uploads/Soliticket_Vorderseite.jpg

  • Mappus wird es schaffen. Der Wähler ansich ist einfach nur dumm. Er will nunmal belogen werden. Nicht das beste Programm siegt (gibt es das überhaupt?). Nein, der größte Lügner gewinnt. Und da kann der Wettbewerb Mappus nicht das Wasser reichen.

  • Weitere fünf Jahre „Vertrauen, Verantwortung, Verlässlichkeit“, ja, dann gute Nacht BaWü.
    Wie kann man als seriöser Wirtschafter nur pro Mappus sein? Der Mann hat doch erst beim EnBW Kauf bewiesen, dass er von Wirtschaft absolut keine Ahnung hat und seine persönlichen Interessen über das Allgemeinwohl stellt.
    Welcher vernünftige Wirtschafter kauft in Zeiten, in denen der Atomausstieg bereits feststeht und nurnoch eine Frage der Zeit ist ein Unternehmen, dass 50% seines Gewinns aus Atomkraft bezieht? Eigentlich sollte man ihm wünschen, wiedergewählt zu werden, damit er erklären darf, dass nun, nachdem zwei Reaktoren der EnBW stillstehen, die Staatskasse noch leerer werden wird.
    Ich bin FÜR den Wechsel.

    Aber das sind im sonnigen, weltoffenen Freiburg ja viele. :D

  • Zeitenwende!

    Die Quittung für Herrn Mappus ist jetzt bei den anstehenden Landtagswahlen fällig.

    Als konservativer Pforzheimer habe ich Jahrzehnte lang nur CDU, oder gelegentlich auch mal die FDP gewählt. Jetzt werde ich zum ersten Mal die SPD wählen. Und zwar weil ich diese verlogene Heuchelei der Oberen dieser Partei CDU nicht mehr ertrage! Für wie blöde wird das gemeine Wahlvolk eigentlich gehalten?
    Pforzheim, die Region und ganz Baden-Württemberg braucht kein Franz-Josef Strauß Imitat, und schon gar keinen neuen badischen Sonnengott.
    Was Herr Mappus, als nicht gewählter Volksvertreter, (der isch halt so nei grudscht, weil der Öttinger weggelobt wurd) bisher geleistet hat, das reicht schon. Wenn z.B. Verfassungsrechtler in Zusammenhang mit dem Kauf der EnBW Aktien am Parlament vorbei von „parlamentarischer Diktatur“ sprechen, dann wissen viele, was gemeint ist.- Wenn brave Bürger bei Demonstrationen gegen Stuttgart 21 brutalst niedergeknüppelt werden. - Wenn in der Atompolitik mal kurz, für bis zu drei Monate, die Meinung 100 % geändert wird. Vom Saulus zum Paulus. Schwupp die wupp mal kurz radikal die Richtung gewechselt.

    Diesmal dürfte wohl jedem klar sein, daß die Politik ausschließlich darauf abzielt sich selbst an der Macht zu halten; und zwar um jeden Preis. Die CDU hat ihren bedingungslosen Rückhalt auch bei der stets treuen Wählerschaft eingebüßt, und das zu Recht! Frau Merkel sollte am besten gleich zusammen mit Herrn Mappus, nach der Landtagswahl am 27.03. ihren Hut nehmen und die politische Bühne verlassen. Ihre Glaubwürdigkeit und ihr Vertrauen haben jedenfalls beide endgültig verloren. Das konsequente „Ignorieren und Aussitzen“ des Wählervotums wird diesmal nichts mehr nützen.

    Diese unerträgliche Arroganz der Macht, nach dem Motto; „ Wir wissen schon, was gut ist für’s Volk, also haltet euer Maul und wählt uns gefälligst! Wir Wähler lassen viel, aber nicht alles mit uns machen. Das Maß ist mehr als übergelaufen!

  • Wer, wie Herr Mappus in nur 14 Monaten mehrfach bewiesen hat, dass ihm zum Regieren alle die Tugenden fehlen, die er für sich nur allzu gerne in Anspruch nimmt, hat jegliches Recht auf weitere Monate Regierungsverantwortung verwirkt, geschweige denn 5 Jahre. Auch wenn - nach Eindruck von Herrn Andresen - in Pforzheim die CDU Welt noch in Ordnung scheint, es wird für sie am Sonntag Abend nach 18 Uhr zuerst ein böses Erwachen geben und danach ein Hauen und Stechen. Auf der CDU Wahlparty möchte man da nicht sein.

  • Die Baden-Württemberger wären für mich einfach zu doof, wenn Sie den Mappus wiederwählen würden. Nunja Pforze, was soll man da schon von Wählern erwarten.

    Zu den Zeiten, als die Schwaben die Preußen, ihre Verbündeten, noch verehrten, hätten sie über ihn gesagt: “So ä Charakterlump!” Und die haben nach schwäbisch-alemannischen Moralmaßstäben den Glaubwürdigkeitsfaktor Nullkommanull.
    Quelle: stern.de / http://www.stern.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-mappus-auf-dem-schleudersitz-1666027.html

  • Wie sagte Franz Josef, das Vorbild: Vox populi, vox bovi!

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