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Marwan aus dem Irak „Die Bürokratie in Deutschland! Jeden Monat neue Papiere“

Marwan kam vor vier Monaten aus dem Irak nach Deutschland. Die Reise hat ihn 10.000 Dollar gekostet. Doch er sieht keine Perspektive, seine Familie bald nachzuholen. So hat er beschlossen, das Land wieder zu verlassen.
30.09.2015 - 21:23 Uhr
Marwan ist ein 39-jähriger Lastwagenfahrer aus Sinjar im Irak. Und er ist Jeside, eine religiöse Minderheit in der Region. Quelle: Kevin O'Brien
Marwan

Marwan ist ein 39-jähriger Lastwagenfahrer aus Sinjar im Irak. Und er ist Jeside, eine religiöse Minderheit in der Region.

Ich habe im Rathaus in Sinjar gearbeitet und dort einen der Lastwagen gefahren. Wir haben die Straßen gesäubert. Ich war Fahrer eines weißen Kippladers. Das habe ich sechs Jahre lang gemacht bis ich am 1. Mai diesen Jahres nach Deutschland gekommen bin. Sinjar ist eine kleine Stadt mit ungefähr 400.000 Bewohnern, in der zum größten Teil Jesiden leben. Ich finde Berlin ist ein sehr saubere Stadt. Aber Sinjar war noch sauberer als Berlin. Es ist eine wunderschöne Stadt.

Ich bin hier alleine. Ich hab eine Frau und vier Kinder, die alle in einem Flüchtlingslager in Kurdistan sind. Unser Heimatort ist auf einem Berg namens Sinjar an der Grenze zwischen Syrien und dem Irak. Erst sind wir nach Syrien geflohen, dann weiter nach Kurdistan. Ich bin dann drei Monate in dem Camp in Kurdistan geblieben bis ich mit 40 weiteren Flüchtlingen über Schmuggler hierhergekommen bin – teilweise zu Fuß und teilweise im Taxi. Der Schleuser wusste genau, wie er uns hierher bringt, wohin wir laufen müssen, wie wir unauffällig bleiben. Die Reise hat mich 10.000 Dollar gekostet. Ein Freund von mir hat sogar 13.000 Dollar von der Türkei nach Deutschland bezahlt. Wir wurden den ganzen Weg lang begleitet.

Meine Kinder heißen Milad, er ist 10 Jahre alt, Moni, sie ist acht Jahre alt und Milan, ein sechsjähriges Mädchen. Mein anderer Sohn, Anmar, ist vier Jahre alt. Ich telefoniere jeden Tag mit Ihnen. Es geht ihnen gut, aber sie vermissen mich und hoffen, dass ich zurückkomme. Ich werde auch zurückgehen. Ich glaube nicht, dass es hier eine Zukunft für mich gibt. Ich hab kein Geld und ich sehe auch keine Möglichkeit, hier Geld zu verdienen. Ich lebe im Moment in einem Flüchtlingsheim in Berlin in der Degnerstraße. Es ist ein gutes Heim. Aber ich gehe zurück, das habe ich beschlossen. Denn meine Familie kann ich nicht hierher bringen, weil wir kein Geld haben. Jeden Monat bekomme ich 350 Euro von der Regierung in Berlin. Ich glaube die Regierung wird dafür bezahlen, dass ich zurückgehe.

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