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„Maßgeschneiderte Aufgabe“ Beifall aus der FDP für Niebels Rüstungsjob

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„Herr Niebel, warum werden Sie nicht Fifa-Präsident?“
Diese Politiker sind in die Wirtschaft gewechselt
Hildegard Müller mit Angela Merkel (links)
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Bild als alten Zeiten – von 2006: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l) und ihre damalige Staatsministerin Hildegard Müller. Die 48-Jährige wechselt zu RWE. Sie wird „im Rahmen der Umstrukturierungen bei RWE zum 1. Mai in eine Vorstandsfunktion einer Konzerngesellschaft wechseln“, ließ Müller selbst am Montag wissen. Seit 2008 war sie Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) – nach ihrer Zeit als Staatsministerin im Bundeskanzleramt (seit 2005) und von 1998 bis 2002 die erste weibliche Bundesvorsitzende der Jungen Union. In Ihrer Zeit im Kanzleramt arbeitete sie eng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Der Wechsel zum BDEW hatte damals für Diskussionen gesorgt. Müller wurde vorgeworfen, ihre Verbindungen in die Regierungszentrale eins zu eins für den neuen Job zu nutzen.

(Foto: dpa)
Steffen Kampeter
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Der CDU-Politiker und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter, soll neuer Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) werden. Wie die BDA am Dienstag mitteilte, soll Kampeter am 24. Juni zum Nachfolger von Reinhard Göhner gewählt werden, der nach fast 20 Jahren aufhört. Kampeter kündigte an, unmittelbar nach seiner Kür durch den BDA-Vorstand – also noch im Juni – den parlamentarischen Staatssekretärsposten bei Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufzugeben. Damit würde er eine Wartezeit von zwölf Monaten einhalten. Seine neue BDA-Stelle tritt er zum 1. Juli 2016 an.

Im Bundestag will der CDU-Finanzexperte aus dem nordrhein-westfälischen Minden noch ein Jahr bleiben – und das Mandat dann erst zum Juli 2016 aufgeben. Kampeter suchte schon länger nach einem Absprung aus der Bundespolitik und bemühte sich unter anderem vergeblich, Sparkassenpräsident zu werden.

(Foto: dpa)
Jan Mücke
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Der ehemalige FDP-Staatssekretär Jan Mücke und Gelegenheitsraucher ist neuer oberster Tabak-Lobbyist. Der sächsische Liberale übernimmt den Job als Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV). Wie der Verband erst im September 2014 nach der sächsischen Landtagswahl in Sachsen mitteilte, trat der ehemalige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium (2009 bis 2013) seinen neuen Job bereits am 1. Juli an. Mücke war nach der Bundestagswahl 2013 aus dem Bundestag ausgeschieden.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Birgit Grundmann
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Unter Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war sie FDP-Staatssekretärin im Bundesjustizministerium, seit dem 1. September ist Birgit Grundmann Cheflobbyistin beim Versicherungskonzern Allianz. Offiziell heißt der neu geschaffene Posten „Vorstands-Bevollmächtigte Politik und Verbände”. Grundmann, 1969 in Wuppertal geboren, ist Juristin und Politikwissenschaftlerin. Ab 1993 arbeitete die Mutter zweier Kinder im Bundesjustizministerium, dort war sie unter anderem als Referatsleiterin zuständig für Mietrechts- und Unterhaltsrechtsreform.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Thomas Ilka
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Ebenfalls in die Versicherungsbranche wechselte Thomas Ilka. Der ehemalige Staatssekretär im FDP-Bundesgesundheitsministerium – 2011 bis 2014 – ist seit dem 12. Mai Geschäftsführer Europa/Internationale Beziehungen beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Als Mitglied der Geschäftsführung leitet der Essener das Europageschäft in Brüssel und Berlin und nimmt laut Jobprofil die internationale Interessenvertretung wahr. Neu ist das Lobbying für den Diplomvolkswirt nicht: Von 2007 bis 2011 leitete der 49 Jahre alte Vater von fünf Kindern die Brüsseler Vertretung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und war zuvor seit 1999 in Berlin für den DIHK tätig.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Roland Koch
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„Politik ist nicht mein Leben“: Selbstbewusst begründete Roland Koch am 25. Mai 2010 auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt als Hessens Ministerpräsident. Er wolle sich künftig wieder in der Privatwirtschaft betätigen. Ein Jahr später war es so weit: Koch übernahm am 1. Juli 2011 den Chefposten des Mannheimer Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger. Doch auch die Wirtschaft ist offenbar nicht Kochs Leben. Im August 2014 musste er den Vorstandssessel nach der zweiten Gewinnwarnung in Folge überraschend räumen.

(Foto: Reuters)
Dirk Niebel
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Der ehemalige Entwicklungsminister Dirk Niebel wird ab 2015 beim Rüstungskonzern und Automobilzulieferer Rheinmetall anheuern. Der FDP-Politiker werde den Konzernvorstand „in allen Fragen und Aufgaben der internationalen Strategieentwicklung und beim Ausbau der globalen Regierungsbeziehungen unterstützen“, teilte das Düsseldorfer Unternehmen mit. Der ehemalige Zeitsoldat und Fallschirmjäger war von 2009 bis 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der 51-jährige gelernte Diplomverwaltungswirt saß von 1998 bis 2013 für die Liberalen im Bundestag, ist aber nach dem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde nicht mehr vertreten.

(Foto: dpa)

Regelrecht überschwänglich äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Düsseldorf, Manfred Todtenhausen. „Lieber Dirk, ich habe Dich als einen extrem fleißigen, kollegialen und zuverlässigen Menschen kennengelernt. Diese Aufgabe wird Dir sicher liegen und Du wirst sie voll ausfüllen. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg und einen guten Weitblick“, schrieb Todtenhausen auf Niebels Facebook-Pinnwand.

Auch Julia Goll, Mitglied im Kreisvorstand der FDP/DVP im Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg) sieht Niebel bei Rheinmetall bestens aufgehoben: „Das hört sich nach einer Aufgabe wie für dich maßgeschneidert an, lieber Dirk :-) Glückwunsch und viel Erfolg!“

Jörg Löbe, einst Kandidat der Duisburger FDP für die Bundestagswahl, schrieb: „Alles Gute und vielleicht trifft man sich mal in Düsseldorf.“

Die meisten User auf Niebels Facebook-Seite kritisieren allerdings sein neues berufliches Engagement scharf. Ein Willi Görgen dachte, Niebel werde teppichhändler. „bin halt naiv. aber bei rheinmetall verdient es sich halt besser. gute geschäfte herr niebel. kriege gibt es ja genug und kriegsgewinnler auch!“

Ein Marcus Schmigelski wundert sich: „Von der Entwicklungshilfe zur Waffen-Industrie? Wie schafft man das? So rein moralisch und ethisch... Ist es echt nur die Kohle??? Es gibt so viele geile Jobs: Krankenpfleger, Suppenküche oder zurück zur Bundesagentur für Arbeit...“ Theodor Mohnen macht seinem Ärger mit einem Zitat des deutschen Malers Max Liebermann Luft: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!“

Hergen Hillen zieht einen sportlichen Vergleich: „Herr Niebel, warum werden Sie nicht FIFA-Präsident. Sie würden Sepp Blatter in nichts nachstehen.“ Ein Thomas Licht schießt gegen die FDP: „Zum Glück ist dieser zusammengewürfelte Haufen von Randlosbrille-Trägern, FDP genannt, Geschichte...“

Noch deutlicher drückt es ein Jorginho Naglinho aus: „Funktionäre wie Dirk Niebel sind verantwortlich für den Untergang der FDP!“ Insofern schade die Berufswahl von Niebel vor allem der „Rumpf-FDP“. „In Thüringen, Sachsen und Brandenburg werden die Jünger Dirk Niebels im Herbst dieses Jahres die Parlamente verlassen müssen, da sie einfache, niedrige und gerechte Wahlergebnisse erzielen werden.“

Niebel reagiert mit dünner Stellungnahme
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2 Kommentare zu "„Maßgeschneiderte Aufgabe“: Beifall aus der FDP für Niebels Rüstungsjob"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es gab mal eine Dokumentation im TV (Phönix).

    Der Ausverkauf unserer Demokratie !

    Die FDP spielte in dieser Doku keine Nebenrolle !



  • Und genau wegen diesem Beifall ist es gut, dass die Partei der Besserverdienenden weg vom Fenster ist.

    Sie verkam zu einem Verein dekandenter, überbezahlter Bübchen mit neolieberalen Ansichten.

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