Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Max-Planck-Studie Reiche Rentner leben länger

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt – aber nicht in allen Bevölkerungsschichten gleichermaßen. Besonders im hohen Alter hat das große Auswirkungen.
Update: 16.04.2019 - 11:42 Uhr Kommentieren
Die Schere zwischen arm und reich hat sich auch im Bezug zur Rente weiter geöffnet. Quelle: dpa
Lebensabend

Die Schere zwischen arm und reich hat sich auch im Bezug zur Rente weiter geöffnet.

(Foto: dpa)

RostockWohlhabende Senioren leben einer neuen Analyse zufolge im Mittel deutlich länger als Männer mit geringer Rente. Im Jahr 2016 hatten 65-Jährige mit hohen Renten durchschnittlich noch etwas mehr als 20 Lebensjahre vor sich, Senioren mit niedrigen Bezügen dagegen nur knapp 16, wie aus der Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock hervorgeht.

Obwohl die Lebenserwartung in den vergangenen Jahren in allen Einkommensschichten wuchs, öffnete sich demnach die Schere zwischen Arm und Reich weiter: In hohen Einkommensschichten habe sie fast doppelt so schnell zugenommen wie in der Gruppe mit den niedrigsten Einkommen. 1997 habe die Lücke noch bei etwa drei Jahren gelegen.

„Vor allem für Menschen am unteren Ende der sozialen und wirtschaftlichen Hierarchie stieg die Lebenserwartung im Alter 65 zuletzt deutlich langsamer – im Westen sogar seit etwa 2007 fast gar nicht mehr“, sagte der Hauptautor der Studie, Georg Wenau.

Er und seine Kollegen hatten Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) von 1997 bis 2016 ausgewertet. Die Analyse zeigt, wie sich die Zahl der Menschen in den verschiedenen Einkommensgruppen mit der Zeit veränderte. So stieg der Anteil der Rentner im Osten mit den niedrigsten Einkommen von 20 Prozent im Jahr 2005 bis 2016 auf 36 Prozent, während die Verteilung im Westen praktisch gleich blieb.

„In Ostdeutschland konnten viele Neu-Rentner nur noch wenige Rentenpunkte ansammeln, da sie langzeitarbeitslos oder insbesondere in den letzten Erwerbsjahren geringfügig beschäftigt waren“, so die Autoren. Auch wenn sich die sozioökonomische Situation erst spät im Leben verschlechtere, könne dies erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung haben, schließen sie daraus.

Expertenmeinung

Altersvorsorge: Früher Beginn lohnt sich

Die gesetzliche Rente wird für viele Menschen nicht ausreichen, um im Alter den Lebensstandard zu halten. Private Vorsorge ist daher nötig. Je früher man damit beginnt, umso lukrativer. Das liegt am Zinseszinseffekt.

Der Guide to the Markets von J.P. Morgan Asset Management hat zwei Beispiele durchgerechnet. Zu Grunde gelegt wird eine jährliche Investition von 5.000 Euro und ein Zuwachs von fünf Prozent pro Jahr. Beginnt der Anleger zu seinem 35. Geburtstag mit dem Investment, so verfügt er mit 65 Jahren über 353.803 Euro. Beginnt er dagegen schon mit 25, so ist sein Vermögen mit 639.199 Euro um 80 Prozent höher.

JPMorgan Investment Funds - Global Income Fund
Anteilklasse A (div) - EUR
WKN A0RBX2
Wesentliche Anlegerinformationen

JPMorgan Investment Funds - Global Income Conservative Fund
Anteilklasse A (inc) - EUR
WKN A2AN87
Wesentliche Anlegerinformationen

Erfahren Sie mehr über regelmäßige Ertragschancen unter www.jpmorganassetmanagement.de/Income.

 

Weshalb niedrige Löhne und damit später auch Renten mit einem im Mittel kürzeren Leben verbunden sind, analysierten die Rostocker Forscher nicht. Wer wenig verdiene, habe oft ungünstigere Lebensumstände, erklärte Hajo Zeeb vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (Bips) dazu. „Niedriges Einkommen führt dazu, dass man in Regionen wohnt, die gesundheitlich benachteiligt sind, etwa durch Lärm oder Schmutz.“

Auch andere Faktoren wie ein niedrigerer Bildungsstand, ungesunde Arbeiten, Übergewicht, Rauchen und Alkohol hätten Auswirkungen. „Man kann das quer durch alle Todesursachen sehen“, sagte Zeeb, der selbst nicht an der Studie beteiligt war.

Weil die Auswertung der DRV-Daten so kompliziert sei, sei die Lebenserwartung nach sozialen Kriterien bisher nur selten untersucht worden, erklärten die Studienmacher. Das bestätigte auch Zeeb: „Wir sind schlecht aufgestellt, was Daten zu Sozialstatus und Todesursachen angeht.“

Brexit 2019
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Max-Planck-Studie - Reiche Rentner leben länger

0 Kommentare zu "Max-Planck-Studie: Reiche Rentner leben länger"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.