Maybrit Illner in der TV-Kritik „Hähnchenkampf“ statt Debatte

EU-Kommissar Oettinger, Linken-Fraktionschef Gysi und Euro-Kritiker Schäffler plaudern bei Illner munter über die griechische Regierung – am liebsten gleichzeitig. Erst beim Thema EZB-Geldpolitik wird es kontrovers.
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Alexis Tsipras ist das Thema bei Maybrit Illner, doch dann geht es um die EZB.
Maybrit Illner und ihre Gäste talken zu Griechenland

Alexis Tsipras ist das Thema bei Maybrit Illner, doch dann geht es um die EZB.

Normalerweise gastieren einflussreiche Politiker am liebsten bei Günther Jauch, der in seiner Sonntags-Talkshow im Anschluss an den „Tatort“ die höchsten Einschaltquoten hat. Günther Oettinger, der deutsche EU-Kommissar, war am Donnerstag bei Maybrit Illner zu Gast. Dass es in der Sendung weder um sein aktuelles Ressort ging, die digitale Wirtschaft, noch um sein vorheriges, die Energie, verdross ihn nicht. Oettinger vertrat zum Sendungs-Thema „Aufstand in Athen – scheitert Merkel, scheitert der Euro?“, wacker die schwierige CDU-/ Merkel-Position.

Am Anfang war der neue griechische Ministerpräsident im Hintergrund überlebensgroß jubelnd eingeblendet. Und im Vordergrund rätselten Gäste einer deutschen Talkshow, was genau Alexis Tsipras plant und ob er nach der schnellen Regierungsbildung (zumal im Vergleich mit der der amtierenden deutschen) alle Wahlkampf-Ankündigungen in die Tat umsetzen will. Was man Illners Redaktion lassen muss: Dazu vertraten die eingeladenen Gäste konträre Ansichten.

Gregor Gysi, Bundestags-Fraktionsvorsitzender der Linken, durfte am Anfang ausmalen, was er täte, falls er Bundeskanzler werden würde, und äußerte anschließend erwartungsgemäß viel Verständnis für den linken Griechen. Schließlich sei Griechenlands Wirtschaft um ein Viertel zurückgegangen.

Nein, Griechenlands Wirtschaft würde wächst. Bloß würde die Gesundung etwa zehn Jahre dauern, hielt Oettinger dagegen. Die beiden, nebeneinander platziert, ergänzten sich mit häufig gegensätzlichen Gesichtsausdrücken gut. Ihnen gegenüber saß mit Frank Schäffler ein Vertreter der in Talkshows selten gewordenen Spezies FDP-Mitglied. Der „Euro-Rebell“ glaubte, bei seinem Konfrontationskurs mit der EU habe Tsipras gute Chancen. Schließlich habe die EU nicht einmal das kleine Zypern aus dem Euro „rauslassen“ wollen. Dabei sei ein „Grexit“ durchaus vorstellbar, denn „der Euro ist eine ökonomische Größe, mehr nicht“.

Zwei Expertinnen umrahmten Schäffler im Studio. Silvia Wadhwa, früher für das Handelsblatt und den Sender CNBC aktive Wirtschaftsjournalistin tätig, hielt einen Kompromiss für möglich: „Der reine Sparkurs ist auch in Brüssel ideologisch gescheitert.“

„Ich kann meine Landsleute da auch nicht verstehen“
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14 Kommentare zu "Maybrit Illner in der TV-Kritik: „Hähnchenkampf“ statt Debatte"

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  • Wie im Kindergarten! Oettinger wischt die Aussage, dass wir mit den Zinsverlusten schon extrem belastet sind mit der Aussage weg, wir haben nur Vorteile!!! Man stelle sich vor, wir würden bei einer Bank so auftreten wie das die neue Regierung in Athen demonstriert! Die Kredite wären zur sofortigen Zahlung fällig! Warum kann man nicht endlich zugeben, dass der Euro gescheitert ist! Das Geschwafel in solchen Runden zeigen zwar manchem die Tatsache auf, dass unser Geld immer weniger wird, aber es scheint ja keinen zu kümmern! Merkel ist nach wie vor die beliebteste in diesem unserem Lande?! Entweder soll Deutschland aus dem Euro oder die Griechen!

  • @ J. Joker

    hierzu passt auch der Artikel, wo bleibt unser Gold Frau Merkel.
    Will man uns immer weismachen, diese Mengen könnten nicht auf einmal nach D zurückgeführt werden, sollte man sich mal öfter in amerikanischen News informieren:
    http://kingworldnews.com/insider-exposes-shocking-truth-on-german-gold-repatriation/

    Die FED hat damit spekuliert und D trägt als Vasall der Amis und des Kapitals mal wieder die Zeche

  • Diese Sprechblasensendungen sind meines Erachtens nicht mehr vermittelbar, Frau Illner bedient sich selbst aus GEZ-Gebühren und ihre Gäste sind vorsortiert und genau der merkelschen Politik entsprechend ausgewählt.
    Andere Meinungen dürfen nicht vertreten werden und Frau Illner, für mich ohne Kompetenz, meint das ganze im Sinne von Frau Merkel zu steuern.
    Es langt auch hier!

  • Ja, Zahlen, Daten, Fakten sind für deutsche Politiker nicht lesbar.
    Deutsche Politiker sagen nicht die Wahrheit, was sie ja auch nicht dürfen, sie bedienen ihre "Freundeskreise und Familien" und sie sprechen denen, die ZDF benennen, die Kenntnisse ab.
    Aber solange diese Blockparteien immer noch in Berlin sitzen wird sich nichts ändern.
    PS gestern in FS Phönix von einem Journalisten: 300mill. € von "griechischen Familien" im Ausland angelegt, davon ca. 100 in Deutschland!!
    Fragt die deutsche Finanz in D nicht nach bei den Anlegern wo das Geld herkommt wenn es z.B. in Immobilien angelegt wird?
    Dann wird es doch stimmen das Deutschland das Land auf der Welt mit der größten Schwarzgeldaufnahme ist und die Schweiz nur zur Ablenkung diente!
    Ich mußte, bei meinem Kauf eines Privathauses, der deutschen Finanz genau erklären wo mein Geld her kommt!

  • Herr Dissi Dent,
    warum das Handelsblatt keine Korrekturfunktion bietet verstehe ich nicht. Es ist doch einerseits so, dass wie bei Reisebuchungen, Finanzangelegenheiten usw. der Kunde die Arbeit erledigen muss, die früher das Reisebüro und die Bankangestellten erledigt haben. Sogar den Journalismus muss der Leser von Recherche bis Druck selber erledigen. Anderseits ist es auch so, dass viele Kommentatoren nicht von der Rente oder von "Sozialhilfe" leben sondern durch hastige Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Und wenn einem dann beim Pressekonsum der Kragen platzt, dann muss aus selbsttherapeutischen Gründen schnell etwas geschrieben werden. Mich stört es nicht im geringsten, wenn ich gute Kommentare mit durcheinandergeratenen Wörtern, Buchstaben und Satzbauteilen lese, aber wenn mir das selber passiert ist mir das peinlich.

  • Nichts hat sich durch die Reformpolitik in D für die Menschen verbessert. Die Unternehmensgewinne sind in dieser
    Zeit explodiert, die Steuern für Reiche wurden gesenkt, während es auf Arbeitnehmerseite Reallohnverluste und
    Lohnstagnation gab. Die Binnenmarktnachfrage in D ist seit 2002 (Euroeinführung) nicht einen Deut
    gewachsen, dafür hat D aber perverse Handelsbilanzüberschüsse angehäuft, Deutschland ist Target 2-
    Exportweltmeister, während der Euroraum im Chaos versinkt, die Zinsen gegen Null gehen, Draghi den Euroraum mit
    dieser Kunstwährung TEURO flutet und dadurch dauerhaft aufweicht.
    Hart wie die Mark, stark wie der Dollar sollte die neue Währung werden, so hatten es die Politiker von Anfang an
    versprochen. Der Euro sollte zum Zeichen des Aufschwungs werden, der Wohlstand für 300 Millionen Menschen bringt,
    der Wachstum und neue Jobs schafft.
    Ihr habt die europäische Idee und das deutsche Volk belogen, verraten und verkauft!
    Heute stehen wir vor dem Scherbenhaufen der EU und des Euros.

  • Was sucht ein Vertreter einer bedeutungslosen Partei in so einer Talk-Runde? Herr Schäffler ist sowohl in seiner Partei, als auch in der Sache bedeutungslos und handlungsunfähig. Wäre er hingegen in der AfD, hätten seine Worte mehr Gewicht und er wäre in Zukunft vermutlich auch in der Lage, sie eventuell umzusetzen.
    Aber: Wäre er in der AfD hätte ihn das Staatsfernsehen höchstwahrscheinlich nicht eingeladen.

    Oettinger war wie immer: Ein Nullblicker vor dem Herrn und man kann sagen "der Prototyp" eines gestopften EU-Bürokraten.

  • Ja, Kompetenzleere und kranker Lobbyismus, das sind die Stärken vieler Politiker und abhängige Medien !

    Schaue mir viele Politik - Sendungen nicht mehr an, nur noch sporadisch, wenn die Zusammenstellung der Gäste scheinbar passt.
    Aber auch da ist das Ergebnis meistens mäßig.

    Ich habe die damaligen optimistischen Versprechungen von unseren "Volksvertretern" und Lobby noch gut in Erinnerung und der Zustand heute ist katastrophal ! Das war vorhersehbar !!!

    ABER, diese "optimistischen" gewollt gelogenen Versprechungen werden weiter geführt, siehe auch das Beispiel Freihandelsabkommen USA/Kanada !!!
    Die Qualität unserer Politiker und der vielfach schwache, parteiische Journalismus machen mir sorgen und lassen den fragwürdigen Zustand unserer Gesellschaft erkennen.

    Die ständigen SCHÖN-BLÖD-Darstellungen aus Politik und den parteiischen Medien schaden unserem Land !
    Immer mehr Bürger und Wähler durchschauen das miese Spielchen und das ist gut so !

    Der Rammbock ist in Sichtweite, dann wird es bitter, für viele unschuldige EU-Bürger, die mit dem kranken, perversen Lobbyismus nichts zu tuen haben !

    Viele Schaukämpfe bei diesen Sendungen sind gewollt !


  • Öttinger bei Illner:
    zu Griechenland und Deutschland > „Dass zeigt die Qualität unserer Beratung. Sparen tut weh, dass geht jedem
    privat, dass geht auch in Deutschland so, der Sparkurs. Wenn man über seine Verhältnisse lebt, und wir haben lange
    Jahrzehnte über unseren Verhältnissen gelebt, dann tuts erstmal weh, bei Menschen, mit Arbeitslosenzahlen anders
    mehr, aber danach kommt die Chance auf Wirtschaftsaufschwung, Ansiedlung, auf Investition und deswegen sollte der
    neue Premier alles tun, um nicht unverantwortlich die Ankündigungen zu realisieren.“
    ---
    Man kann das Geschwätz nicht mehr hören, Herr Öttinger. Wir Deutschen haben eben nicht seit Jahrzehnten über
    unseren Verhältnissen gelebt, sondern weit unter unseren Verhältnissen.
    Hier können Sie dass mal nachlesen, vor allem beim Lohnstückkostenvergleich:

    http://www.flassbeck-economics.de/deutsche-bundesbank-jahrelang-verantwortungsbewusste-lohnpolitik-aber-jetzt-
    das-ende-der-bescheidenheit/?output=pdf

    http://www.fes.de/wiso/pdf/kochel/2011/flassbeck.pdf

    Deutschland geht es nach der Reformpolitik und der Agenda 2010 gut!
    Arbeitssuchende und Unterbeschäftigte in D / Stand Januar 2015:

    3,05 Mio. ALG 1
    7,2 Mio. ALG 2 und Hartz IV
    3,1 Mio. Aufstocker
    = 13,35 Mio.

    Dazu kommen noch Buftis + 1-Euro-Jobber, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, Kranke, altersbedingt nicht mehr
    Vermittelbare, welche alle in obigen Zahlen (BfA Statistik) nicht ausgewiesen werden.

  • @Dissident: ich fürchte sehr dass sie irren. Der dt.Michel erträgt Merkel nun schon begeistert zum 3.Mal. Komme was da wolle. Ich wette, dass wir den 3.Schuldenschnitt noch vor Jahresende sehen werden. Das ist doch alternativlos. Unsere Merkel und ihre Berater sind zu wenig gerissen, um da noch mithalten zu können. Sie sind unfähig zu verstehen, dass ein Volk mit seiner Regierung den Untergang wählt . Haben wir doch schon gesehen.!942 bis 1945 und seit ca, 1980 haben wir und für den selbstgemachten Genozid entschieden durch Geburtenverweigerung. Die Griechen können also alles riskieren - und Merkel wird das nicht aussitzen. Wir werden eine Reaktion erleben wie damals bei Fukushima.

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