Medien BND-Liste von Doppelspion länger als bisher bekannt

Mit rund 3500 Namen soll die vom BND-Doppelspion entwendete Geheimdienstliste wesentlich länger sein als bisher angenommen. Damit wäre mehr als die Hälfte der 6500 BND-Agenten enttarnt. Wurde die Liste weitergegeben?
Update: 14.01.2015 - 04:46 Uhr Kommentieren
Laut einem Medienbericht könnten mehr als die Hälfte der rund 6500 BND-Agenten enttarnt sein. Quelle: dpa

Laut einem Medienbericht könnten mehr als die Hälfte der rund 6500 BND-Agenten enttarnt sein.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer im Sommer 2014 verhaftete Doppelspion des Bundesnachrichtendiensts (BND) hat einem Zeitungsbericht zufolge mehr geheime Informationen gestohlen als bislang bekannt. Der Mann habe eine Liste mit den echten Namen und den Decknamen von 3500 Agenten entwendet, berichtete "Bild" (Mittwochausgabe) vorab unter Berufung auf Sicherheitskreise. Damit könnte dem Bericht zufolge potenziell mehr als die Hälfte der rund 6500 BND-Agenten enttarnt sein.
Dem Zeitungsbericht zufolge hatte der Mann die Namensliste zu Hause auf einer privaten Festplatte gespeichert, die bei einer Durchsuchung im Sommer sichergestellt wurde. Der Datenträger sei erst jetzt systematisch ausgewertet worden. Dem beim BND enttarnten Spion wird vorgeworfen, binnen zwei Jahren 218 Dokumente an US-Geheimdienstler verkauft zu haben.

Der Bundesnachrichtendienst beschäftigt nach eigenen Angaben rund 6500 hauptamtliche Mitarbeiter. Die Abteilung EA versorgt demnach unter anderem die Bundeswehr bei Auslandseinsätzen mit Informationen zum Schutz deutscher und alliierter Soldaten.

Die als "streng geheim" eingestufte Liste aus dem Jahr 2011 nenne die Namen der Agenten der Abteilung "EA - Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen". Diese BND-Abteilung sei unter anderem für den Einsatz von Agenten an deutschen Botschaften im Ausland und in den Einsatzgebieten der Bundeswehr (Afghanistan, Mali, Libanon, Sudan) verantwortlich. Es sei noch nicht klar, ob der Doppelspion die Agentenliste an einen anderen Geheimdienst verkauft habe, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise.

  • rtr
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