Medienbericht Aigner hat einen Anlageplan

Bestes Produkt oder beste Provision? Bankberater verkaufen ihren Kunden zu oft, was diese gar nicht wollen, findet Verbraucherschutzministerin Aigner. Mit einem neuen Gesetz will sie ihnen Konkurrenz schicken.
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Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kritisiert die Vertriebspolitik der Banken. Quelle: dapd

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kritisiert die Vertriebspolitik der Banken.

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MünchenBundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Vertriebspolitik von Banken kritisiert. "Es kommt noch immer vor, dass Banken und Sparkassen den Kunden nicht das Produkt verkaufen, das für sie am besten geeignet ist, sondern das, bei dem sie am meisten Provisionen kassieren", sagte Aigner der "Süddeutschen Zeitung".

Das liege allerdings nicht an den Mitarbeitern am Schalter, sondern an den Führungskräften in den Chefetagen. "Die machen von oben Druck", sagte Aigner.

Umsatzvorgaben würden "auf jeden einzelnen Mitarbeiter runtergerechnet", um ihnen zu "zeigen, wie viele Produkte er verkaufen muss", sagte Aigner. Das führe oft dazu, "dass den Kunden etwas angedreht wird, was sie gar nicht wollen".

Das Kabinett werde am kommenden Mittwoch ein Gesetz beschließen, in dem "erstmals das Berufsbild eines unabhängigen Honorarberaters" geregelt werde, kündigte Aigner an. "Dieser erhält keine Provision, sondern einen Lohn für seine Beratung oder Vermittlung."

Verbraucherschützer rechnen dem Bericht zufolge damit, dass Honorarberater etwa 150 Euro die Stunde verlangen werden.

 
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10 Kommentare zu "Medienbericht: Aigner hat einen Anlageplan"

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  • Das kann er heute schon. Bei uns www.supremum-eg.de kann der Kunde frei wählen, ob er Provisionsmodelle, Honorarmodelle oder Mischmodelle will. Interessanterweise entscheidet sich kaum einer für reine Honorarmodelle.
    Entgegen der Meinung der Ministerin hängt die Qualität der Beratung keinesfalls vom gewählten Vergütungsmodell ab. Qualifizierte Berater leben davon, dass ihre Anleger Erfolge mit den empfohlenen Anlagen haben, denn nur dann bleiben sie Kunden. Und nur dann verdient der Berater, egal noch welchem Vergütungsmodell, nachhaltig Geld.
    Vom Verbraucherschutzministerium kommt nur bürokratie-maximierender Aktionismus.Inzwischen braucht ein guter Berater mehr Zeit für Protokolle, externe Prüfungen und Dokumentationen als für Kunden- und Produktanalyse und Strategieentwicklung für seine Anleger.

  • Wenn ich mir einen DVD Player kaufe und mich nicht auskenne, wird mir der Verkäufer wahrscheinlich doch ein Produkt verkaufen, an dem er den meisten Schnitt macht. Wieso sollte es in der Bank anders sein? Die Leute müssen aufhören zu glauben, dass es in der Bank "Berater" gibt, dort sitzen Verkäufer. Regeln muss man da gar nichts.

  • Wahrscheinlich werden die 'Honorarberater' - wie vor gut 10 Jahren die unabhängigen Vermögensverwalter (die seither auf rund 1/20 ihrer ursprünglichen Zahl schrumpften) derart mit kapital- wie zeitaufwändigen und damit leistungsfeindlichen Auflagen belegt, dass sie nicht mal einen peanut vom Produktkuchen der Banken abschneiden werden.
    - Das passte freilich allzu gut in die politische Bankenrettungsmanie.

  • Sehr wohl bemerkt!
    Wo war denn der Aufschrei der sog. "Verbraucherschutz"ministerin, als dieses Gesetz zulasten aller Sparer via Lebensvericherung klammheimlich und in aller Schnelle durch den Bundestag ging.
    Und stattdessen wird gleichzeitig wieder dafür geworben, zu sparen via Riester etc., bei 0,5% Zins nominal und 2,x% (offiziell) Inflation.

    Dieses Ministerium ist reine Fassade, Feigenblattpolitik vom Feinsten.

  • Ist die Politik anders?

    Die Politik hat sogar den Bürgern Milliarden Euros aufgeschultert, die 90 % der Bevölkerung nicht haben wollen.

    Wir sollten da anfangen zu regeln, wo es elementar ist.

  • die "kosten-aufsplittung" von frau ilse aigner im cabaret:
    3% inflation
    2% gebühren für depot mit aktien, etf, kauf, verkauf,
    hochwassermarken für fonds wegen "hochwasser"
    1,5-2% vom depotwert für honorarberater
    30% vom gewinn für "herrn steinbrück" (steuer,soli,Kst.)
    FACIT: das sind schon über 7%! aber kosten, nicht gewinn!!
    >> ein BRAVO für frau aigner! zurück in die taferklasse!

  • Gelegentlich gibt es bei der CSU auch gute Ideen. Es schadet nicht, wenn sich der Verbraucher zwischen Honorar- und Provisionsberatung entscheiden kann.

  • Typisch CSU.

    Blinder Aktionismus, der niemandem hilft. Wenn man sonst wenig vorzuweisen hat, dann kommt so etwas dabei heraus. Aber Hauptsache wir bekommen wieder ein neues Gesetz.

  • Liebes Handelsblatt: berichtet doch mal bitte über das neue Versicherungsgesetz, welches Kunden gerade bei LV´s doch in Zukunft immens benachteiligt.

  • Ich glaube, die Gute hat den Markt nicht verstanden.

    Wessen Lohn ich bekomme, dessen Produkt ich verkaufe.
    Für das Eine darf ich so viel, für das Andere soundso viel abrechnen.

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