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Medienbericht Bund plant deutliche AKW-Laufzeitenverlängerung

Die Koalition steuert nach einem Magazinbericht offenbar eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken an. Demnach soll die Laufzeit der Meiler um über zehn Jahre verlängert werden. Das neue Energiekonzept soll im September im Bundestag beraten werden. Bei der geplanten Brennelementesteuer zeichnet sich möglicherweise ein juristisches Problem ab.
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Kernkraftwerk Isar in Markt Essenbach in der Nähe von Landshut. Der Bund plant offenbar eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern. Quelle: APN

Kernkraftwerk Isar in Markt Essenbach in der Nähe von Landshut. Der Bund plant offenbar eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern.

HB BERLIN. Unionsfraktionschef Volker Kauder und seine FDP-Kollegin Birgit Homburger hätten sich darauf verständigt, sich an den Vorstellungen von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zu orientieren, berichtete der „Spiegel“ am Samstag ohne Nennung von Quellen.

Während Brüderle für eine Laufzeitenverlängerung von mindestens 15 Jahren plädiert, will Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Kernkraftwerke höchstens zehn Jahre länger als bislang geplant am Netz lassen.

Das Thema solle auf einer Fraktionsklausur der Union am 7. und 8. September besprochen und in der letzten Septemberwoche im Bundestag beraten werden, hieß es in dem Bericht weiter. Nach dem noch gültigen Beschluss der früheren rot-grünen Bundesregierung müsste der letzte Atomreaktor um das Jahr 2022 vom Netz genommen werden.

Der Vorsitzende des Energiewirtschaftsverbandes BDEW, Ewald Woste, hielt sich bedeckt in der Frage der Laufzeitenverlängerung. Um wieviel Jahre die Zulassung des Reaktorbetriebs verlängert werde, müsse die Politik entscheiden, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Mit Blick auf Konkurrenten der AKW-Betreiber sagte er: „Wir befürworten längere Laufzeiten, wenn es wettbewerbsneutral ist.“

Der neue niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) sprach sich gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ für eine „maßvolle“ Verlängerung der Laufzeiten aus. „Je schneller wir ohne Kernkraft auskommen, desto besser.“ Das Zeitalter der erneuerbaren Energien sei angebrochen, sagte McAllister weiter.

Er rief dazu auf, die Frage eines Endlagers für hochradioaktiven Atommüll dringend zu klären. Wenn sich der Gorlebener Salzstock als geeignet erweise, werde es das nationale Endlager.

Nach einem „Spiegel“-Bericht zeichnen sich möglicherweise juristische Probleme bei der von der Bundesregierung geplanten Brennelementesteuer ab. Die Londoner Anwaltskanzlei Clifford Chance sehe in der Steuer einen Verstoß gegen europäische Richtlinien, schrieb das Magazin. Offen blieb, wer das Gutachten in Auftrag gegeben hat. Die Brennelementesteuer soll im Gegenzug zur Verlängerung der Akw-Laufzeiten eingeführt werden.

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13 Kommentare zu "Medienbericht: Bund plant deutliche AKW-Laufzeitenverlängerung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Atomkraftbetreiber riskieren Werte, die ihnen nicht gehören. Etwa das Leben zehntausender Generationen, und viele billionen Euro, die im Fall eines Reaktorunglücks fällig würden. Sie beanspruchen also ständig einen virtuellen Kredit, der jederzeit fällig werden kann und sich dann als faul erwiese - dagegen wäre die aktuelle Finanzkrise nur ein lästiger Schluckauf.

    So gehen sie kaum betriebswirtschaftliche Risiken ein, sondern überwiegend volkswirtschaftliche. Mit dieser Strategie vervielfachen sie ihre Kraft, können künstlich billig produzieren und astronomische Gewinne einfahren, die sie dann selbstverständlich privatisieren.

    ich hielte es daher für ein Gebot politischer Klugheit, diese Form der Energiegewinnung so rasch wie möglich zu beenden. Aber machen wir uns nichts vor: in ihrer komfortablen Situation werden die Atomkraftbetreiber alles tun, um jede Änderung zu blockieren. Ginge es nach ihrem Willen, würden ihre Meiler (fast) ewig laufen und am besten noch neue hinzu kommen.

    Fazit: Wir sollten m.E. die faulen Kredite der AKW-betreiber kündigen und so rasch wie möglich aus der Sackgasse Atomkraft aussteigen.

  • Strom muss Zuverlässig , in ausreichender menge immer zur Verfügung stehen !
    Halten wir uns den letzten Winter vor Augen,die Lange Schneebedeckung hat dazu geführt das die Solartechnik mehr Strom verbrauchte als sie erzeugte. bei einer Reise im Februar nach Norddeutschland sahen wir das sehr viele der Windenergie anlangen nicht Arbeiteten, es gab halt keinen Wind.Und auf den Flüssen war die Schifffahrt eingestellt weil die Flüsse auch mit Eisbrechen nicht freigehalten werden konnten. Und nun sage noch einer EE Energie ist Zuverlässig !

  • Strom muß eindeutig dort erzeugt werden, wo er gebraucht wird.
    VW z.b. erzeugt seinen Grundlastbedarf selbst und nutzt die Abwärme für Heizzwecke. Vor Hitler war das grundsätzlich so. Doch für die Kriegswirtschaft war der Stromverbund wichtig und führte zum Staatsmonopol. Von dieser Macht können sich die großen Erzeuger nicht lösen.
    Erneuerbare Energie bedeutet Arbeitsplätze der Zukunft. Und wenn auf Energieeffizienz geachtet wird, dann ist selbt die Fotovoltaik wirtschaftlich.

    http://www.bps-niedenstein.de/

    Übrigens: Die bausteine des Lebens stehen am Anfang der chemischen Elemente und nicht am Ende.

  • Die großen Stormproduzenten haben noch vor 4 Jahren allesamt geprädigt, dass man bei einer Verlängerung
    der AKW-Laufzeiten die Gesellschaft an den Gewinnen beteiligen werden.

    Nun ist es soweit - die Laufzeiten sollen verlängert, die Gesellschaft soll an den Gewinnen beteiligt werden. Und schon kommen die Drohungen aus der Energiewirtschaft: man werde die investitionen stoppen, weil nun 500-600 Mio. Gewinn
    in der bilanz fehlen.


    Da würde ich jetzt aber als Gesellschaft sagen:

    ihr wollt uns drohen - wir verhandeln nicht mit Terroristen! Ab 2022 ist endgültig Schluss - wir verzichten auf Eure Pfenninge! Dafür gibt es keine Abzocke mehr ==> Summa summarum bleibt dem Endverbraucher mehr Geld in der Tasche, weil diese die unglaublichen Gewinne der Energieversorger nicht mehr finanzieren müssen!

    bASTA!!!

  • Würde man die Entsorgungskosten einkalkulieren, wäre kein AKW wettbewerbsfähig.
    Dieser Strom ist nur wegen unserer Gesetzgebung "günstig". Müsste man AKWs ordentlich Versichern, wäre keines wirtschaftlich Tragbar.

  • Juergen

    Siehe dazu:
    http://www.taz.de//1/zukunft/umwelt/artikel/1/stromexportweltmeister-deutschland/
    ------------------------------------------------
    Das ist ihre Literaturempfehlung .

  • @ Tom
    1. ich denke nicht, das die Zeit, Reuters, usw. eine Lobbylektüre sind.
    2. Selbstverständlich gibt es zahlreiche Argumente gegen die Atomkraft, wie. z.b. der fehlende bauliche Schutz gegen Flugzeugabstürze alter AKW, der bis dato ungeklärte Unfall vom 12.09.1986 in oder am AKW Krümmel, die Pseudo-börse mit nur 4 Oligopolisten als Stromanbieter, die lächerliche Haftung im Atomgesetz, die reichlichen Pannen in alten AKW, usw.!
    Das ist der Allgemeinheit längst alles bekannt, weshalb die Mehrheit der bevölkerung auch keine AKW mehr will.

    Was glauben Sie wohl, was passieren würde, wenn z.b. ein Flugzeug auf dem Weg zum Hamburger Flughafen auf das AKW brunsbüttel abstürzen würde und es dort dann einen GAU geben würde oder das AKW brunsbüttel oder Krümmel zu einem deutschen 9/11 würde?

    Fazit: ohne baulichen Schutz vor Flugzeugabstürzen, ist ein Weiterbetrieb von alten AKW auf Grund des Art. 20a GG und § 1 Nr. 2 und 3 Atomgesetz für mich ausgeschlossen und Politiker können dafür keine Verantwortung übernehmen, da sie nicht persönlich zur Verantwortung gezogen werden können!

    Ganz abgesehen davon, das wir durch die Überkapazitäten bereits 8 von 17 AKW abschalten könnten, da der Anteil der alternativen Energien immer höher wird!

  • Das ist alles nicht die Schwierigkeit tom, also asse wurde jetzt als in Sicherheitskritikalitätsstufen X oder als Stufe "nicht so bedenklich eingestuft".

    Nun gut was macht stutzig:

    bei der Entsorgung von Atomfässern aus Asse, standen tolle Animationer zur Verfügung. Diese grafisch gut funktionierenden Animationen, welche ja über ARD und ZDF liefen, standen auch bei unserem Erdölleck zur Verfügung. in diesen teueren Animationen wird dargestellt so und so wird das Problem gelöst, doch wie es in der Praxis aussieht, sehen wir ja in den USA. Genauso ist es bei der Endtorgung der Fässer in Asse. Es gibt gute Animationen: Wie es berkstelligt werden "könnte", aus der Theorie heraus.
    in der Praxis fehlt jegliches KnowHow, bzw die verantwortlichen aus der Politik ziehen sich ins hohes Rentenalter zurück und haben meist keine Kinder, also übernehmen auch meist nur für ihr kurzes gutes hochbezahltes Leben die Verantwortung.

  • Juergen ---
    Haben sie außer Lobbylektüre auch noch wirklich ernstzunehmende Literatur die sie uns zur Verfügung stellen können ?

  • immer wenn es um Kernkraft geht krallen sie sich sofort in die Entsorgung fest, bei allen Kernkraftgegnern ist das so . Fehlen ihnen andere Argumente das sie sich monoton immer und immer wieder in diesem Thema verbeißen ? Es stört sie doch auch nicht, ja es interessiert sie sie noch nicht einmal wo den unser Nachbarn ( Frankreich, England, usw.usw. ) ihre Abfälle lassen . Nun , da es so ist, haben wir die Ausgezeichnete Möglichkeit unsere Abfälle in eines dieser Länder zu Exportieren . Und allen ist genüge getan !

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