Medienbericht Erste Anklage in der Wulff-Affäre steht bevor

Die Staatsanwaltschaft Hannover will nach Medienberichten in der Affäre um Ex-Bundespräsident Christian Wulff jetzt die erste Anklage erheben. Betroffen sein sollen sein Ex-Sprecher und ein Partyveranstalter.
12 Kommentare
Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff Quelle: dapd

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff

(Foto: dapd)

BerlinWulffs früherer Sprecher Olaf Glaeseker und der Partyveranstalter Manfred Schmidt müssten sich wegen mutmaßlicher Korruption vor Gericht verantworten, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Justizkreise. Offiziell wolle sich die Staatsanwaltschaft dazu noch nicht äußern.

Nach Erkenntnissen der Ermittler habe sich Glaeseker zu 18 Freiflügen und 17 kostenlosen Urlaubsaufenthalten in Schmidts Ferienhäusern in Spanien und Frankreich einladen lassen, hieß es in dem Bericht. Im Gegenzug solle Glaeseker dem Partymacher geholfen haben, Sponsoren für dessen Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" zu finden.

Der ehemalige Wulff-Sprecher bestritt dem Bericht zufolge in einer Stellungnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechlichkeit: Er habe Schmidt nicht geholfen, weil er eine Gegenleistung erwartet habe, sondern weil er ein enger, langjähriger Freund sei.

Vor knapp zwei Monaten hatte die Zeitung berichtet, Wulff selbst werde ein Strafprozess wegen Korruptionsverdachts wohl erspart bleiben. Der CDU-Politiker war im Februar vergangenen Jahres nach Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten. Wulff hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten.

Christian Wulff und das liebe Geld
Bundespräsident Wulff in Kuwait
1 von 8

Böse Überraschung: So einen Abschluss seiner Sechs-Tage-Reise in vier Golf-Staaten hat sich Christian Wulff sicher nicht gewünscht: Am letzten Tag seiner Tour zur Unterstützung der Reformkräfte in der Region musste der Bundespräsident am Dienstag in der „Bild“-Zeitung schwere Vorhaltungen gegen sich lesen. „Staatsoberhaupt hat als Ministerpräsident von Niedersachsen offenbar das Parlament getäuscht“, titelte das Blatt.

Ehepaar Geerkens
2 von 8

Es geht um einen privaten Kreditvertrag, den Wulff und seine Frau Bettina mit der Ehefrau des Osnabrücker Unternehmers Egon Geerkens (Foto) geschlossen hatten. Die Grünen im niedersächsischen Landtag hatten im Februar 2010, vier Monate vor der Wahl Wulffs zum Staatsoberhaupt, wissen wollen, ob es geschäftliche Beziehungen zwischen dem Ministerpräsidenten und Geerkens gegeben habe. Das hatte Wulff verneint.

Privathaus von Bundespraesident Wulff
3 von 8

Gelogen oder nur verschwiegen? Wulff hatte jedoch mit Geerkens Ehefrau im Oktober 2008 einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro zu einem Zinssatz von vier Prozent geschlossen. Davon kauften sie ein Haus im niedersächsischen Burgwedel. Den privaten Kredit habe Wulff im Februar 2010 - nur Tage nach der Anfrage im Landtag und wenige Monate vor der Bundespräsidentenwahl - durch einen Bankkredit abgelöst. Gelogen oder nur verschwiegen? Ein Sprecher des Bundespräsidialamts sagte, Wulff habe im Landtag die Anfrage „korrekt beantwortet“. Denn gefragt wurde  nach Geschäftsbeziehungen zu Egon Geerkens.

Rösler stellt sich hinter Wulff
4 von 8

Rösler springt Wulff bei: Nun bekommt Wulff Unterstützung von FDP-Chef Philipp Rösler. Der nimmt den Bundespräsidenten gegen den Vorwurf  der Täuschung in Schutz. „Der Bundespräsident hat erklärt, er habe sich damals korrekt verhalten. Ich habe überhaupt keinen Anlass, an dieser Aussage zu zweifeln“, sagte Rösler.

Ministerpräsident Wulff und Bettina Körner
5 von 8

Luxusurlaub auf Mallorca: Schon  2010 gab´s für Wulff Probleme in Sachen Geld. Wie Millionen Deutsche machte der Bundespräsident im Sommer 2010 Urlaub auf Mallorca. Doch der Politiker und seine Familie residierten auf einem exklusiven Luxusanwesen, das einer Firma des niedersächsischen Unternehmers Carsten Maschmeyer gehört – auf der abgeschotteten Villa "Paradise Castle" nahe dem Hafenort Port d'Andratx.

Bundespräsident besucht Bangladesch
6 von 8

Mittelmeerurlaub auf Einladung? Hat sich Christian Wulff einladen lassen? Nein, heißt es aus dem Präsidialamt. Der Urlaub sei privat bezahlt worden. Laut "Spiegel online" legte Wulff für die geplanten elf Tage 5.000 Euro hin. Wegen der Ereignisse auf der Duisburger Loveparade musste das Staatsoberhaupt den Urlaub nach gut einer Woche abbrechen. Zurück nach Deutschland flog Wulff aber mit einem Charterflug,  obwohl ihm auch ein Flug mit der Flugbereitschaft zugestanden hätte.

huGO-BildID: 24266024 German President Christian Wulff arrievs at the Hazrat Shahjalal International Airport in Dhaka on November 28, 2011. Wulff is
7 von 8

Bequeme Business-Class für kleinen Preis: 2010 verbrachte der CDU-Politiker mit seiner Familie einen Weihnachtsurlaub bei seinem langjährigen Freund, dem Unternehmer Egon Geerkens, in Florida. Der damalige niedersächsische Regierungschef war in der bequemen Business-Class nach Miami geflogen, hatte aber nur die preiswertere Touristenklasse bezahlt. Die Fluggesellschaft begründete die kostenlose Hochstufung damals mit Sicherheitsaspekten.

  • afp
Startseite

12 Kommentare zu "Medienbericht: Erste Anklage in der Wulff-Affäre steht bevor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • einen Werbeclip, da bekommt Mr Wulff Junior eben ein Bobby-Car geschenkt | So ist das Leben, Herr Wulff, ich empfehle Ihnen das Buch eines Freundes -Wolfgang Böcher- "Selbstorganisation, Verantwortung und Gesellschaft" | Alle Aufmerksamkeit gegen Sie nur, um von der Realität und dem eugenischen Krieg abzulenken ! | Liebe Grüsse aus Wolfach

  • Sie haben reiche Freunde ? Schön für Sie - "So ist das Leben", denk sich der Prinz von Arabien | Sie sind nicht Moslem und leihen sich dennoch Geld - zu Ihrem persönlichen Vorteil wohlgemerkt - bei einem Zinssatz unter Marktbedingungen ? | Speiden Sie lieber einen fetten Zinshai, der privat nichts von Ihnen hält, oder nehmen Sie illegalerweise?! einen Freundschaftsdienst in Anspruch ? | Der Präsident ist im übrigen nicht verpflichtet aus der proletarischen Bürgerschicht zu stammen, noch das Leben dieser nachzuahmen | Kenne Sie die Ausgaben für einen Wahlkampf um das Amt des Präsidenten im weltweiten Durchschnitt ? | Wissen Sie, wie Interessen der Bankenlobby in die Entscheidungen eines Bundespräsidenten einwirken würden (.) Bank xy biete Herrn Wulff 1% geringere Zinsen auf sein Darlehen als der Zinssatz dessen Freundes beträgt | Aus der Sicht eines Börsenhändlers zählt das Risiko und nicht die Anzahl von Nullen hinter einer Zahl, daher wäre es sinnvoller gewesen, der Steuerzahler hätte den Bundespräsidenten bei Amtsantritt privat entschuldet und nicht skandalisiert | Wer ist Mr Wulff, fragt sich nicht nur Herr Draghi sondern die gesamte Hochfinanz | Welche Visionen hatte der Mensch den für sein Land ? Nur die, die Ihnen jetzt einfallen ? | War /Ist Mr Wulff stolz auf das Amt des Präsidenten, unabhängig von seinen persönlichen finanziellen Verpflichtungen ? (ja/nein) Sind Sie nicht doch stolz auf die Kreditkarte Ihrer Kinder, auch wenn der Staat diese subventioniert, während Menschen anderst wo auf der Welt unterernährt bleiben ? (ja/nein)| Hungert die proletarische Masse nicht nach dem selben Maß jener Anerkennung, wie es das Amt des Präsidenten gebührt ? | Für mich persönlich ist Mr Wulff nach wie vor Präsident (wie demokratisch eingesetzt), wenn auch in personalunion mit seinem Stellvertreter (liebe Katholiken!) | Sie sehen die Banken-Lobby an der Spitze Deutschlands, ich sehe das aus einem etwas anderen Blickwinkel : Sie lachen zusammen mit Ihrer Familie über ein

  • @AlterSchwede

    Wulff hat Fehler gemacht, OK, aber welch immensen Schaden hat er für Deutschland verursacht?

    In der Wulff-Hetze ist die Verhältnismäßigkeit abhanden gekommen. In jedem Fall hat Wulff klare Worte zur Finanzkrise, zum „Rettungswahnsinn“ und zum Verhalten der Banken gesprochen, wofür er meiner Meinung nach eher einen Preis verdient hat als unser hochgeschätzter Karlspreisträger Schäuble.

    Es war zu befürchten, dass Wulff den ESM-Vertrag nicht unterschreibt. Auch die Rechtmäßigkeit der Anleihenkäufe der EZB hat er angezweifelt. – Damit war er nicht mehr tragbar!

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ex-bundespraesident-parteienstreit-ueber-hoeheren-ehrensold-fuer-wulff/v_detail_tab_comments/7038936.html?pageNumber=3&commentSort=debate

  • Hässliche Klinkerhütte? In was für einer Luxusvilla residieren Sie denn? Und wie haben Sie diese finanziert? Doch wohl hoffentlich aus eigenem, versteuerten Arbeitseinkommen!

  • Es ist ein trauriges Spiel, was mit dem Ex-Bundespräsident Wulff getrieben wird. Der Bundespräsident muss jedes Gesetz gegenzeichnen, welches im Bundestag beschlossen wird. Wenn man sich weigert und sich für die Gerechtigkeit einsetzt, wird dies von den mächtigen des Landes missbilligt. Den Rest kennt ja bereits jeder.... Irgendwann wird den Menschen dieses traurige Spiel bewusst und die Gerechtigkeit wird sich durchsetzen.

  • Was sind denn Sie für einer ??? Mich lädt niemand auf grosse Reisen, teure Hotels, Urlaube sonstiges ein. Und jetzt soll ich als Teil einer größtenteils rechtschaffenen und systemrelevanten Gesellschaft solche Leute mit solchen Nehmereigenschaften rehabilitieren - ja geht's noch ????

  • Bis heute gibt es eigentlich keinen stichhaltigen Verdacht für die Vorteilsnahme im Amt.
    Außer einer schäbigen Hexenjagd unter zu Hilfenahme von Vorurteilen und kleinbürgerlicher engstirniger Ahnungslosigkeit hat eigentlich nichts stattgefunden.
    das schlimmste, was man Wulff vorwerfen kann ist eine gewisse elitäre Ignoranz gegenüber der Spießigkeit des Mobs. Damit steht er nicht alleine da. Die moralisierende Heuchelei seiner Denunzianten schlägt Wulffs Verhalten demgegenüber um Längen.
    Wenn ich die Wahl nur zwischen Wulff und seinen Denunzianten hätte, viele es mir leicht mich für Wulff zu entscheiden.
    Und das dies der Öffentlichkeit nicht bewusst wird, ist die größte Katastrophe an der Affäre, bei aller durchaus berechtigten Kritik an Wulffs Instinktlosigkeiten.

    H.

  • Ich stelle auch die Frage: "rehabilitieren"?

    Die Frage ist doch eher, wie man die Qualität der Staatsanwaltschaft auf ein brauchbares Niveau bringt?

    Ist Ihnen nicht auch aufgefallen, wie viele Skandale da oben in diesem Bundesland auffallen und was davon geahndet wird?

    Die Aufgaben der dortigen Staatsanwaltschaft sollte in ein anderes Bundesland ausgelagert, von mir aus auch privatisiert werden, damit es da endlich mal Recht und Ordnung gemäß unserem Anspruch der Rechtssicherheit gibt.

    Von mir aus nach Bayern. Auch wenn dort Unschuldige in der Psychiatrie einfach weg gesperrt werden und Wiederaufnahmeverfahren verschleppt werden.

    Sorry, das ist nicht ernst gemeint. Wir brauchen die goldene Mitte. Goldene Mitte als effektive Aufdeckung von Straftaten einerseits und Verurteilung von Schuldigen auf Basis der Rechtsstaatlichkeit.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir hier ernsthafte Angriffe auf unsere Rechtsstaatlichkeit haben. Angriffe nicht von außen sondern von innen. Verantwortlich ist dafür die fehlende Kontrolle. Frau Leuthesser-Schnarrenberger sollte sich dieses Themas annehmen. So wie sie es mit Recht auch in der Sache Kinderschändung getan hat.

    Das was sich hier abspielt ist nicht minder.

  • Der Typ und die ganze BAnde gehören schon längst hinter Gitter.

  • Rehabilitieren? Diese Frage stellt sich doch wohl nicht ernsthaft. Dieser Mann wurde erst im dritten Wahlgang von der Bundesversammlung zum Präsidenten "gewählt" - entsprechend war seine Amtsführung: von Anfang an drittklassig! Schon alleine für seine Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört, hätte man ihn absetzen müssen! Das widerliche Geschachere um seine privaten Reisen, seine häßliche Klinkerhütte in Großburgwedel, seine Schnäppchenjagd et al. setzten dem noch einen drauf. Dieser Mann hat sich einfach von Anfang an selbst desavouiert wie vor ihm keiner - so einer braucht keine Rehabilitation, damit kann der gar nichts anfangen!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%