Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Medienbericht Schäuble will Autobahn privatisieren

Die Regierung überlegt einem Medienbericht zufolge, die Autobahnen teilweise zu privatisieren. Für die Umsetzung will Finanzminister Schäuble sogar das Grundgesetz ändern. SPD und Grüne lehnen den Vorschlag ab.
12.11.2016 Update: 12.11.2016 - 12:16 Uhr

Sind private Autobahnen doch nicht vom Tisch?

Hamburg Die Bundesregierung wirbt dem „Spiegel“ zufolge für eine Teilprivatisierung des Autobahnnetzes. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe im Haushaltsausschuss vor wenigen Tagen die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft vorgeschlagen, die Bau und Betrieb der deutschen Autobahnen übernehmen soll, wie das Magazin am Samstag berichtete. An dieser Gesellschaft sollen private Investoren beteiligt werden – die Mehrheit soll aber beim Bund bleiben. Der Plan kann laut Bericht nur per Grundgesetzänderung umgesetzt werden.

Die Bundesregierung hat dem „Spiegel“ zufolge bereits einen Entwurf erarbeitet, wonach Artikel 90 des Grundgesetzes so geändert wird, dass der Bund künftig die Autobahnen allein verwaltet, nicht wie bisher mit den Ländern zusammen. Vorgesehen sei, bis zu 49,9 Prozent der Infrastrukturgesellschaft an private Investoren verkaufen zu können.

Dobrindt rechnet mit Pkw-Maut-Start nach Bundestagswahl 2017

Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten sich am 14. Oktober darauf geeinigt, dass der Bund künftig alleine für den Bau und Betrieb der Autobahnen zuständig sein soll. Dazu soll eine privatrechtlich organisierte Infrastrukturgesellschaft des Bundes gegründet werden. In dem Beschluss heißt es außerdem, im Grundgesetz solle „das unveräußerliche Eigentum des Bundes an Autobahnen und Straßen“ festgeschrieben werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass auch die Betreibergesellschaft alleine dem Bund gehört. Schäuble verspricht sich von der Strukturreform einen effizienteren und kostengünstigeren Betrieb der Straßen.

Die größten Fehler, die man im Stau machen kann
hIn deutschen Stau-Hauptstädten wie Stuttgart und Köln verbringen Autofahrer pro Jahr durchschnittlich über 60 Stunden mit Stop & Go
1 von 16

„Autofahrer denken nur nach vorne”, sagt Stauforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen. „Wer hinter sich einen Stau auslöst, bekommt das ja nicht mit”, lautet die ebenso simple wie wahre Beobachtung des Professors für die Physik von Transport und Verkehr. Staus, sagt Schreckenberg, entwickeln sich fast immer aus zähfließendem Verkehr, wenn Geschwindigkeitsunterschiede entstehen. Zwar kann der einzelne Autofahrer einen Stau nicht auflösen. Wer aber dicke Fehler vermeidet, minimiert die Wahrscheinlichkeit, der Auslöser dafür zu sein ...

(Foto: dpa)
Fehler 1: Zu dichtes Auffahren
2 von 16

Kaum irgendwo kochen die Emotionen so schnell hoch wie im Straßenverkehr. „Autofahrer fühlen sich schnell benachteiligt und sind ständig damit beschäftigt, sich gegen andere zu wehren”, sagt Stauforscher Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg.

Als Konsequenz halten sie oft zu wenig Abstand zum Vordermann, „damit niemand dazwischen wechseln kann”, wie er sagt. Dadurch verkleinert man den Spielraum und muss oft unverhofft scharf bremsen.

Schreckenbergs Tipp: „Wer verhindert, dass er anhalten muss, wenn der Vordermann anhält, verursacht schon mal keinen Stau.” Problem: Jetzt erklären Sie das mal vom Auto aus dem Typen hinter ihnen, der es so eilig hat, dass Sie seine Scheinwerfer schon nicht mehr im Rückspiegel sehen ...

(Foto: dpa)
Fehler 2: Lückenhüpfen
3 von 16

Nicht immer lässt sich der Abstand beeinflussen. „In der Praxis ist es schwierig, ausreichend Abstand zu halten, weil immer wieder andere Fahrer dazwischen wechseln”, erläutert Stau-Experte Michael Schreckenberg.

Ein psychologisches Problem: „Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Autofahrer sich Autos, von denen sie überholt werden, besser einprägen, als die, die sie selbst überholen.” Dass sie durch häufige Spurwechsel gar nicht schneller vorankommen und andere dadurch zu unnötigem Bremsen zwingen, merken sie nicht.

(Foto: dpa)
Fehler 2: Lückenhüpfen
4 von 16

„Kolonnenwechsel sind einer der häufigsten Fehler”, meint auch Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Dabei würden oft sogenannte Phantomstaus entstehen. Staus scheinbar ohne Ursache und obwohl die Kapazität der Straße groß genug für das Verkehrsaufkommen sei.

Hack warnt davor, bei zähfließendem Verkehr hektisch zu versuchen, Zeit zu gewinnen. „Man rechnet bei zähfließendem Verkehr mit einem Zeitverlust von etwa einer Minute pro Kilometer”, sagt er. Der Gewinn durch Spurwechsel sei hingegen minimal bis non-existent.

(Foto: dpa)
Fehler 3: Träumen am Steuer
5 von 16

Oft stören Autofahrer auch unabsichtlich. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnt davor, bei Stau oder zähfließendem Verkehr unaufmerksam zu werden. Jeder Autofahrer kennt das: Weil es gerade nicht richtig vorwärts geht, kann man ja zwischendurch vermeintlich mal eben was anderes erledigen.

„Man muss immer konzentriert bleiben”, sagt DVR-Mann Rademacher. Denn Träumer hinterm Steuer geraten leicht in Situationen, in denen sie plötzlich stark bremsen müssen. Wer im Stau abschaltet, erhöht zudem das Risiko von Folgeunfällen. „Das verlängert den Stau sowohl zeitlich als auch räumlich.”

Foto: Motiv der Schweizer Polizei-Kampagne: „Abgelenkt - und der Tod fährt mit“

(Foto: PR)
Risiko: Ablenkung
6 von 16

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) wird jeder zehnte Verkehrsunfall durch Ablenkung verursacht. Wenn man nur zwei Sekunden auf das Display des Smartphones schaut, legt man dabei bei einer Landstraßenfahrt mit Tempo 100 bereits 56 Meter im Blindflug zurück.

(Foto: )
Vorsicht zwischen 7 und 8 Uhr morgens!
7 von 16

In dieser Stunde haben Berufspendler das größte Unfallrisiko im Straßenverkehr. Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) kam es 2014 in diesen 60 Minuten zu fast 3.200 gemeldeten Wegeunfällen. In den Stunden davor und danach krachte es nur halb so oft.
In der Feierabendzeit ab 17 Uhr sind Pendler ebenfalls konzentrierter als am frühen Morgen – dann kommt es im Schnitt lediglich zu rund 500 Unfällen. Besonders gering ist das statistische Risiko, einen Unfall auf dem Weg von oder zur Arbeit zu erleben, zwischen 10 und 12 Uhr sowie nach 21 Uhr. Berücksichtigt wurden alle Wegeunfälle, die mehr als drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich zogen.

(Foto: Spotpress)

Widerstand kommt schon jetzt aus der SPD. Der Fraktionsvorsitzende, Sören Bartol, lehnt die Teilprivatisierung sogar gänzlich ab. „Die Pläne von Herrn Schäuble werden in dieser Form nicht Realität werden, da er dafür keine Mehrheit im Bundestag hat“, sagte Bartol: „Die SPD will die Investitionen des Bundes besser steuern, lehnt aber eine Privatisierung der Bundesfernstraßen ab.“ Eine Änderung des Grundgesetzes werde es nur mit einer doppelten Privatisierungsbremse geben: „Das hundertprozentige unveräußerliche Eigentum des Bundes muss für die Infrastruktur wie auch für die Gesellschaft im Grundgesetz festgeschrieben werden.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Sven-Christian Kindler, kritisierte den Plan ebenfalls. „Schäuble will Banken und Versicherungen ein Milliardengeschenk machen“, sagte er dem „Spiegel“. Denn diese Branchen suchen wegen der niedrigen Zinsen langfristige Anlageformen mit sicherer Rendite. Dem Bericht zufolge soll das Kabinett am 8. Dezember über die Pläne beraten.

    • afp
    • rtr
    Startseite
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%