Medienbericht Steinbrück bekam 1,25 Millionen Euro

Peer Steinbrücks Vortrags-Einkünfte sind bekannt: Laut einem Zeitungsbericht hat der SPD-Kanzlerkandidat in vier Jahren 1,25 Millionen Euro für seine Vorträge erhalten – im Schnitt waren es 14.000 Euro pro Auftritt.
Update: 29.10.2012 - 13:38 Uhr 52 Kommentare
Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück. Quelle: dpa

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück.

(Foto: dpa)

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erhielt laut einem Pressebericht für seine zwischen 2009 und 2012 gehaltenen Vorträge ein Gesamthonorar von 1,25 Millionen Euro. Das hat nach Informationen der „Bild“-Zeitung vom Montag ein Wirtschaftsprüfer auf Wunsch des Ex-Finanzministers in den vergangenen Wochen ermittelt.

Danach hat der Bundestagsabgeordnete Steinbrück in dieser Wahlperiode insgesamt 89 Honorarvorträge gehalten. Das höchste Honorar sei 25.000 Euro gewesen, das niedrigste 1000 Euro.

Im Durchschnitt erhielt Steinbrück danach für einen Vortrag 14.065 Euro Honorar. Davon seien ihm nach Steuerabzug 7314 Euro pro Auftritt geblieben. Zugleich habe Steinbrück aber auch 237 Vorträge ohne Honorar gehalten, unter anderem an Schulen und vor gemeinnützigen Organisationen. Wiederholt habe Steinbrück die Gelder auch direkt an soziale Einrichtungen, etwa die Familienberatungsstelle "Pro Familia", auszahlen lassen. Auch mehr als 250 Veranstaltungen in seinem Wahlkreis Mettmann-Süd in NRW hat der SPD-Mann laut Bericht besucht.

Steinbrück war kurz nach seiner inoffiziellen Vorstellung als SPD-Kanzlerkandidat Ende September wegen seiner bezahlten Vorträge in die Kritik geraten. Öffentlich nachzulesen war zu diesem Zeitpunkt, dass Steinbrück in der laufenden Legislaturperiode mehrere Dutzend Vorträge bei Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen gehalten hatte, für die er jeweils mehr als 7.000 Euro kassierte. Wie hoch die Honorare genau ausfielen, war aber nicht ersichtlich. Dies muss der SPD-Kanzlerkandidat nach dem Abgeordnetengesetz auch nicht öffentlich machen.

Steinbrück hatte auf die Kritik - vor allem aus den Reihen von CDU/CSU und FDP - mit der Ankündigung reagiert, er wolle eine Liste seiner Einkünfte, seiner Auftraggeber und Vertragspartner auf seiner Homepage öffentlich machen. Zu diesem Zweck beauftragte der SPD-Kanzlerkandidat nach eigenen Angaben eine Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, alle Unterlagen zu seinen Vorträgen noch einmal zu prüfen.

Die Debatten über Steinbrücks Nebeneinkünfte werden aller Voraussicht nach auch dauerhafte Auswirkungen für die Bundestagsabgeordneten haben: Die Rechtsstellungskommission des Bundestages hat mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen beschlossen, dass Abgeordnete Nebeneinkünfte künftig statt in drei in zehn Stufen veröffentlichen sollen: von 1.000 bis 3.500 Euro, 7.000 Euro, 15.000, 30.000, 50.000, 75.000, 100.000, 150.000, 250.000 und mehr als 250.000 Euro. Der Entwurf muss allerdings noch durch den Bundestag. SPD und Grüne fordern eine Offenlegung der Einkünfte auf "Euro und Cent".

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Medienbericht - Steinbrück bekam 1,25 Millionen Euro für Vorträge

52 Kommentare zu "Medienbericht: Steinbrück bekam 1,25 Millionen Euro für Vorträge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Niete. Sorg erstmal dafür daß die ganzen Nichteltern die sich aus der afehelrhaften angabe von avterschaften oder Elternschaften zu Unrecht erlangten Steuervorteile zurückzahlen!

  • ..auch wenn rechtlich alles "o-k" ist, wenn das durchnittlichen Nebeneinkommen (ca.15.000,-€) doppelt so
    hoch wie die Abgeordnetenbezüge selber und jeder kl.Hartz 4
    Zusatzverdiener sich für jeden zuverdiensten Euro rechtferigen muss..zeigt dasz nur die vollkommene Entferntheit der politischen Machthaber..Dieses Kartenhaus wird zusammenbrechen müssen

  • Kommunistische HarzIV Gesetzgeber lässt Grüßen.

  • Die Borniertheit von Herrn Steinbrück ist unerträglich und nur noch von Herrn Schröder-Putin zu übertreffen.



  • So wird in D korrumpiert, viel Geld fuer Gewaesch und nach der "erfolgreichen" Amtszeit ein Poestchen, z.B. als Gasableser oder Aufsichtsratsvorsitzender. Die Wahlalternative 2013 ist vielleicht eine.

  • Ja, für den klassischen SPD-Wähler wird das mit Peer's Nebeneinkünften schwer zu verdauen sein. Ist die SPD doch traditionell die Partei der Gleichmacher, die am liebsten alle auf das gleiche Niveau des kleinsten gemeinsamen Nenners reduzieren würde.
    Und nu is ausgerechnet der Hoffnungsträger kein Sozialparasit wie seine Parteigenossen?
    Au weia, ob as mal gut geht ...

  • Wie kann es sein,.....?

    dass Steinbrück eine solche Nebentätigkeit ausüben darf?

    In meinem Vertrag ist eine Nebentätigkeit ausgeschlossen und wird, falls ausgeübt , mit fristloser Kündigung geahndet!

    Well, that's the difference between me and Steinbrück! :-))

  • Diese ganze Vortragsabzockerei kann man nur unter einen Begriff zusammenfassen: AMTSMISSBRAUCH!
    Summen bis EUR 7.000 oder mehr für eine kleine zweistündige Dummlaberei bekommt Steinbrück nur gezahlt, weil die Geldgeber sich eventuell Vorteile aus einer späteren Amtsbekleidung erhoffen. Möchte nicht wissen wieviel Beiträge nicht mal von ihm selbst erarbeitet wurden, sondern von irgendeinem Mitarbeiterstab, der das Steuersäckel belastet. Wie wenig er geeignet ist Führungspositionen zu bekleiden hat er bereits als Vorstandsmitglied der durch die SPD in Konkurs getriebenen WESTLB bewiesen. Nicht an wichtigen Vorstandsitzungen teilzunehmen enbindet nicht von der Verantwortlichkeit falsch getroffenener Entscheidungen der Bankführung, wodurch dem Steuerzahler Milliarden EUR aufgebürdet wurden.

  • Reden hört Steinbrück am liebsten sich selbst.
    Narzissmus und Eitelkeit sind seine Triebfedern gepaart mit einem gerüttelt Maß an Geltungssucht.
    Der üble Geruch der Rednerhonorare wird an Vortrags-Peer kleben bleiben wie Hundescheiße. Aus der Nummer kommt er nicht mehr raus.

  • In welcher Partei würden sie eher Millionäre vermuten , in der FDP oder in der "Volkspartei"SPD ?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%