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Mehr als 200.000 Asylbewerber im November Eine Million Flüchtlinge registriert

800.000 Asylbewerber hatte das Innenministerium für 2015 vorausgesagt. Drei Wochen vor Jahresende wurde die Million-Marke geknackt. Doch die Zahl ist umstritten: Einige halten sie für zu hoch, andere für zu niedrig.
08.12.2015 - 18:45 Uhr
Zwischen Einreise und Registrierung können Wochen vergehen. Das ist ein Grund, warum viele die Zahl der Registrierungen für irrelevant halten. Andere argumentieren, dass es auch zu Mehrfachregistrierungen komme – demnach müsste die Zahl geringer sein. Quelle: AFP
Zu hoch oder zu niedrig?

Zwischen Einreise und Registrierung können Wochen vergehen. Das ist ein Grund, warum viele die Zahl der Registrierungen für irrelevant halten. Andere argumentieren, dass es auch zu Mehrfachregistrierungen komme – demnach müsste die Zahl geringer sein.

(Foto: AFP)

München Drei Wochen vor Jahresende ist die Zahl von einer Million Flüchtlinge in Deutschland offiziell erreicht. So viele Asylbewerber seien bis Dienstag im Erstaufnahme-System „Easy“ registriert und deutschlandweit verteilt worden, erklärte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU) in München. Allein im November seien es mehr als 200.000 neu registrierte Asylbewerber gewesen. Der Zugang sprenge alle Prognosen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte bis zum Jahresende eine Zahl von 800.000 Asylbewerbern vorausgesagt. „Sie ist übertroffen worden wegen der besonders steigenden Zahlen seit Mitte August“, erklärte er bereits am Montag.

Unter Fachleuten ist umstritten, wie genau das „Easy“-System die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland widerspiegelt. Manche Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher sind, da es wegen der Überlastung der Behörden inzwischen Wochen dauern kann, bis ein Flüchtling registriert wird. Andere glauben, dass die Zahlen niedriger sind, da Mehrfachregistrierungen ebenfalls vorkommen.

Bayerns Sozialministerin Müller wiederholte angesichts der neuen Zahl ihre Forderung: „Wir brauchen nun dringender denn je eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen, denn Deutschland kann diese Zugänge dauerhaft nicht länger schultern.“

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