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Merkel-Besuch in Saudi-Arabien Eine erste Annäherung

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Vision 2030

König Salman empfängt die Kanzlerin mit militärischen Ehren, er gibt zu ihren Ehren ein Mittagessen im Königspalast mit Hunderten von Menschen, mehr als 90 Prozent sind Männer. In Gesprächen mit Merkels Delegationsmitgliedern an den einzelnen Tischen entwickeln sich schnell Diskussionen über Frauenrechte, die kulturelle Vielfalt im Land und den ambitionierten Wirtschaftsumbau „Vision 2030“.

Dieser soll Saudi-Arabien unabhängig von dem Rohstoff Erdöl machen, der das Land mit Geld flutete und nun wegen des fallenden Ölpreises und begrenzter Ressourcen schwächt. Das Programm könnte zugleich eine Modernisierung der ultrakonservativen saudischen Gesellschaft bedeuten. Jedenfalls hoffen darauf die jungen, aufstrebenden saudischen Politiker in dieser Runde am Mittagstisch.

„Es wird noch Jahre brauchen, bis Frauen die gleichen Rechte wie Männer in Saudi-Arabien haben. Manche wollen das gar nicht erreichen, aber es wird immer mehr darüber gesprochen. Wir haben in den vergangenen 30 Jahren große Fortschritte gemacht. Wir werden sie auch in den nächsten 30 Jahren machen“, sagt ein Vize-Gouverneur aus der Region Dschidda.

Es ist schon immer Merkels Devise gewesen, keinem anderen Land die deutsche Lebensweise aufzudrücken, nicht eigene Werte über die der Anderen zu stellen, sondern dem Gegenüber erst einmal mit Respekt zu begegnen. Natürlich kennt Merkel aber die Erwartungen der deutschen Opposition, sie möge die verheerende Menschenrechtslage in Saudi-Arabien ansprechen. Das ist auch ihr eigenes Interesse.

Ensaf Haidar, die Frau des in Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers Raif Badawi, hofft sehnlich, dass Merkel König Salman direkt nach einer Begnadigung ihres Mannes fragt. Unklar, ob eine solche Öffentlichkeit der Diplomatie mehr nützt oder schadet. Man darf aber davon ausgehen, dass Merkel sich für Badawi einsetzt.

Er wurde 2014 nach bereits mehrjähriger Haft wegen angeblicher Beleidigung des Islams zu zehn Jahren Gefängnis und 1000 Stockhieben verurteilt. Mit 50 Stockhieben wurde bereits auf ihn eingeprügelt. Sein Vergehen: Er hatte sich für die Gleichbehandlung aller Menschen eingesetzt, unabhängig von Religion und Weltanschauung.

  • dpa
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