Merkel und Hollande in Paris „Merkel macht Dinge immer bewusst“

Angela Merkel lehnt Kopf an Kopf mit Francois Hollande: politische Inszenierung oder wahre Anteilnahme? Im Interview sagt Bildanalytiker Michael Klemm, warum sich die Kanzlerin neuerdings als „Frau“ darstellt.
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Angela Merkel und Francois Hollande: Ein „Bild“ für die deutsch-französische Freundschaft. Quelle: AP

Angela Merkel und Francois Hollande: Ein „Bild“ für die deutsch-französische Freundschaft.

(Foto: AP)

DüsseldorfEin Foto von Angela Merkel und Francois Hollande geht seit dem Solidaritätsmarsch in Paris um die Welt: Die deutsche Kanzlerin lehnt ihren Kopf an die Schulter von Frankreichs Präsidenten. Doch was bedeutet die so vertraut wirkende Geste? Im Interview mit Handelsblatt Online analysiert der Medienwissenschaftler und Merkel-Experten Michael Klemm das Bild und erklärt, was die Darstellung der deutschen Politiker bedeutet.

Herr Klemm, Sie beschäftigen sich seit Jahren mit dem Auftreten der Kanzlerin. Was sehen Sie auf dem Foto von ihr und Francois Hollande?
Michael Klemm: Angenommen, ich kenne weder die beiden Menschen noch den Kontext, in dem das Bild entstanden ist: Ich würde eine Geste einer sehr persönlichen Beziehung sehen, eine Vertrautheit.

Und was sehen Sie, wenn Sie den Kontext nicht außer Acht lassen?
Ich sehe Trauer und Angela Merkel in ihrer Verwandlung: Früher war sie darum bemüht, sich nicht als Frau darzustellen, sondern als Kanzler. Heute versucht sie, femininer zu wirken, geradezu mütterlich. Deshalb gilt sie mittlerweile ja als „Mutter der Nation“. Ich sehe das Bild also als Höhepunkt ihrer Feminisierung; vor allem, weil die Bundeskanzlerin nichts aus einer Laune heraus macht.

Wie meinen Sie das?
Merkel macht Dinge immer bewusst. Sie ist alles andere als nicht-kontrolliert. Also ist dieses Foto eine weitere Inszenierung ihrer Selbstdarstellung. Mit der geradezu intimen Pose zeigt sie Ergriffenheit und Emotionalität in so einer schweren Krisensituation.

Michael Klemm, Medienwissenschaftler. Quelle: privat

Michael Klemm, Medienwissenschaftler.

(Foto: privat)

Hat es solche bildlichen Momente schon mal gegeben?
Ja, ein wichtiges Beispiel ist das Foto von Helmut Kohl und Francois Mitterrand aus dem Jahr 1984, auf dem die damaligen Staatschefs in Verdun „Händchen halten“. Das hat Versöhnung und Zusammenhalt beider Staaten gezeigt, die deutsch-französische Freundschaft symbolisiert. Genau das gleiche, wie das aktuelle Foto von Merkel und Hollande zeigen soll.

Und was bedeutet das für die Politik Europas, genauer gesagt für die von Deutschland und Frankreich?
Eine Krise ist immer eine Chance für Staatsleute, Größe zu zeigen. Das tun die beiden Chefs hier, auf eine andere Art als sonst. Politiker werden in Deutschland eher als Manager geschätzt, sie räumen Probleme aus dem Weg und gehen selten auf Kuschelkurs. Merkel zum Beispiel hatte es in ihren frühen Kanzlerjahren eher vermieden, körperliche Berührungen mit anderen Politikern auf Fotos zu zeigen. Das hat sich geändert, sie agiert körperlicher und emotionaler.

Das ist untypisch für Deutschland. Wo ist Emotionalität von Politikern denn üblich?
In den USA und Südamerika vor allem. Barack Obama hat von Anfang an die Menschen umarmt – auch auf Fotos. Die Staatschefs von südamerikanischen Ländern zeigen regelmäßig körperliche Nähe mit Politiker-Freunden und dem Volk. Das Merkel-Hollande-Bild symbolisiert also auch eine kleine Annäherung an die amerikanische Politiker-Art.

Wie erklären Sie sich diese Verwandlung, speziell von der Bundeskanzlerin?
Die sozialen Netzwerke dürften einen erheblichen Anteil daran haben. Dort setzt man auf persönliche Geschichten, auf starke Bilder. Also inszeniert sich Merkel in diese Richtung. Das Foto ist nicht umsonst so berühmt geworden in den vergangenen Tagen. Es dürfte noch oft zu sehen sein, beispielsweise bei Jahresrückblicken.

Und was denken Sie, wenn sie den Moment betrachten, in dem das Bild zustande gekommen ist? Es ist schließlich nur eine Momentaufnahme von zwei bis drei Sekunden Realität.
Die Entstehung eines Fotos muss man immer mit in seine Betrachtung einbeziehen. Dennoch: Merkel hat die Augen geschlossen, das ist eine Geste der Empathie. Auf dem Foto und in der Wirklichkeit. Und für die deutsch-französische Beziehung bedeutet das: „Ich stehe an deiner Seite“. Dermaßen vertraute Aufnahmen – beispielsweise mit Ehemann Joachim Sauer gibt es von ihr eben nicht.

Michael Klemm ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau.

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15 Kommentare zu "Merkel und Hollande in Paris: „Merkel macht Dinge immer bewusst“"

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  • Diese Frau besitzt keinerlei Scham - nutzt jede erdenkliche Gelegenheit, um sich im Namen des deutschen Bürgers zu prostituieren.
    Und das seit Jahren und die allermeisten scheinen es nicht einmal zu merken.
    Aber gerade darum kann so eine Frau über Jahre "existieren" und sie wird ja vor allem von Frauen gewählt, weil diese Frauen vielleicht von der gleichen Machtgeilheit träumen wie.
    Sie ist die Mama der Nation, die es schon richten wird.
    Das Foto ist für mich mehr als ekelerregend und soviel essen wie man kotzen müsste, kann man gar nicht.

  • Mal zur Aufklärung...

    der begriff "mutti" kamm in der netzgemeinde auf nachdem uns dinge als Alternativlos verkauft wurden....

    in nem ton wie ne Mutti mit ihren ungehörigen zöglingen spricht...

    und war als ne art "ironie" gedacht....

    denke keine mutter würde die intressen ihre Kinder so ausverkaufen wie Frau Merkel das per ESM getan hat.

  • Frau Merkel inszeniert "Gefühle" wie eine Schaupielerin die in einem Film Gefühle spielt.

    Das ist schon ziemlich widerlich, vor allem wenn nichts als ein "bewußt" eingesetztes Kalkül dahinter steckt.

    Man sollt mal wieder "Geschlecht und Charakter" von Otto Weiniger lesen.

  • Unter Merkel soll der Deutsche auf den Knien kriechen, als Beweis, dass es keine Nazis mehr gibt. Ich habe die Schauze voll u. mache nicht mit. Deutsche wehrt euch ... macht Kleinholz.

  • es gibt noch ein anderes Foto
    und das sagt mir etwas ganz anderes ...
    hier:
    http://workupload.com/file/4kIeqjcd


    nähmlich
    sehen SIE sich das Foto genau an:
    .
    - Ein Hollander :
    geschlossene Augen, mit Gewissensbissen?
    doch wohl eher, ich hab`s gemacht/gewagt, das war der Startschuss, jetzt gib `s kein Zurück mehr!

    - Eine Merkel:
    gut gemacht, das hätte ich von dir nicht gedacht, Du bist aber auch ...



    und mal (noch in Arbeit)
    hier:
    >>homment.com/Posse<<

  • Auf dieser Schleimspur ist sie (das Bush-Zäpfchen) dereinst zu George W. Bush gekrochen – schon vergessen?

  • Sicher macht Frau Merkel alles bewusst und mit Vorsatz nur um Deutschland zu Schaden. Alle Pegidagegner wollen einen islamischen Staat und werden sich wundern, wenn Sie ihn haben. Frauen erhalten die Männer nur noch im "Kartoffelsack" und die Frauen dürfen das haus nicht mehr verlassen. Die Männer kaufen dann ein. Auch Hr. Wulff war gegen die Pressefreiheit!

  • Das Bild an sich ist nicht schlecht für zewi Liebende. Deswegen ist dieses Bild obszön, weil hier Liebe nichts zu suchen hat. Es ist die Heuchelei fürs Publikum. Ekelhaft!
    Merkel hat einen Freund als Ehemann, mit dem sie anscheinend keine intimen Momente einer Liebe lebt, sondern kühl, sachlich und zuverlässig umgeht, eben wie 2 gute Freunde. Sie hat keine Kinder und ihr Mutter Instinkt ist aufgelöst in einen Instinkt für die Gesellschaft. Diese Frau hat aufgehört Politik zu machen, und sie arbeitet nur noch für ihren Machterhalt - dafür ist ihr alles recht. Leider merken es die Massen zu spät. Die wenigen , die gegen Merkel protestieren, werden diffamiert.

  • Das will Erika für Deutschland:
    -----------------------------

    Sure 5, 33:

    Der Lohn derer, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und Unordnung im Lande zu erregen trachten, wäre der, daß sie getötet oder gekreuzigt werden sollten oder daß ihnen Hände und Füße abgeschlagen werden sollten für den Ungehorsam oder daß sie aus dem Lande vertrieben würden. Das würde eine Schmach für sie sein in dieser Welt; und im
    Jenseits wird ihnen schwere Strafe;

    Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und (überall) im Land eifrig auf Unheil bedacht sind (? yas`auna fie l-ardi fasaadan), soll darin bestehen, daß sie umgebracht oder gekreuzigt
    werden, oder daß i hnen wechselweise (rechts und links) Hand und Fußabgehauen wird, oder daß sie des Landes verwiesen werden. Das kommt ihnen als Schande im Diesseits zu. Und im Jenseits haben sie (überdies)
    eine gewaltige Strafe zu erwarten.

  • >> „Merkel macht Dinge immer bewusst“ >>

    Anstelle von Hollande kann man sich auch Gabriel, Özdemir, Seehofer, Lindner, den Papst, den Teufel.....sonst wen vorstellen.

    Hauptsache sie bleibt Kanzlerin und "Mutter der Nation" !

    Eine abscheulichere Abbildung habe ich schon lange nicht mehr gesehen !

    Ekelerregend !

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