Merkel zu Kohl „Dieser Kanzler war für uns ein Segen“

Altkanzler Helmut Kohl wird am Karfreitag 85 Jahre alt. Die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte seine „Entschlossenheit“ und „Persönlichkeit“ nun in einem Kommentar in der Boulevardzeitung „Bild“.
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Bundeskanzlerin Anhgela Merkel hat Altkanzler Kohl per Zeitungsartikel gewürdigt. Quelle: dpa
Helmut Kohl wird 85

Bundeskanzlerin Anhgela Merkel hat Altkanzler Kohl per Zeitungsartikel gewürdigt.

(Foto: dpa)

BerlinAnlässlich des 85. Geburtstags von Helmut Kohl hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verdienste des Altkanzlers gewürdigt. In einem Gastbeitrag für die „Bild“ vom Donnerstag schrieb sie, die europäische Einigung und die deutsche Einheit „sind auch sein Werk“. „Wie beglückend muss es für Helmut Kohl sein, unser Land heute vereint als respektierter Teil der Gemeinschaft von 28 europäischen Demokratien zu erleben“, schrieb Merkel.

Die „Entschlossenheit“ und „Persönlichkeit Helmut Kohls“ seien nach der friedlichen Revolution in der DDR nötig gewesen, „um das politische Kunststück einer Wiedervereinigung“ zu vollbringen, fuhr die Kanzlerin in ihrem Beitrag fort.

„Merkel konnte ja nicht mit Messer und Gabel essen“
Keine Manieren
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„Frau Merkel konnte ja nicht richtig mit Messer und Gabel essen. Sie lungerte bei den Staatsessen herum, so dass ich sie mehrfach zur Ordnung rufen musst.“

Zitat aus dem „Spiegel“

Diese und weitere Zitate hat Heribert Schwan an die Öffentlichkeit gegeben
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Kohls Ghostwriter verfasste die Memoiren des Altbundeskanzler, die unter dem Titel „Kanzler der Einheit“ erschienen sind. Von 2001 bis 2002 zeichnete der WDR-Journalist die Gespräche mit Kohl auf – in 105 Sitzungen kam er auf über 600 Stunden Material. In den Gesprächsprotokollen soll Kohl deutliche Worte für seine Parteifreunde gefunden haben, Schwan veröffentlicht einen Teil der Gesprächsprotokolle in seinem Band „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“. Das Nachrichtenmagazin der „Spiegel“ zitiert daraus vorab in seiner aktuellen Ausgabe.

Friedrich Merz und Angela Merkel im Bundestag 2000:
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Über die beiden soll Kohl gesagt haben „Die Merkel hat keine Ahnung, und der Fraktionsvorsitzende ist ein politisches Kleinkind.“

Ein Verräter und eine Null
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„Das ist ein ganz großer Verräter. Gleichzeitig ist er auch eine Null.“

Das soll Kohl in den Gesprächen mit dem WDR-Journalisten Schwan über den Ex-Bundespräsidenten Wulff gesagt haben.

Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler
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Kohl soll seinen damaligen Generalsekretär Geißler als „hinterfotzig“ bezeichnet haben – ebenso wie Arbeitsminister Norbert Blüm und Finanzminister Gerhard Stoltenberg. Die Partei habe Kohl in Freunde und Feinde eingeteilt, schwarz und weiß, etwas dazwischen habe es kaum gegeben.

Altbundeskanzler Kohl und sein damaliger Sozialminister Norbert Blüm
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So harmonisch wie in diesem Foto 1997 war das Verhältnis offenbar nicht. „Da muss bei Blüm das Wort rein: Verräter. In irgendeiner Form“, so Kohl. In den Memoiren hieß es schließlich, es sei falsch gewesen, bis zum Ende an Blüm als Minister festzuhalten. Und: „Im Lichte der Ereignisse frage ich mich heute, wie ich mich so in seinem Charakter täuschen konnte.“

Norbert Blüm, hier beim CDU-Bundesparteitag im Jahr 2000
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Der ehemalige Sozialminister wollte nicht inhaltlich auf Kohls Tirade eingehen: „Auf dem Niveau diskutiere ich nicht“, sagte er dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe).

Dem CDU-Kanzler sei das deshalb gelungen, weil er über Jahre hinweg „von Washington über Paris, London und Brüssel bis nach Moskau“ Vertrauen aufgebaut habe. Deutschland habe Kohl „viel zu verdanken“. „Dieser Kanzler des Vertrauens war für uns Deutsche ein Segen“, schreibt die CDU-Chefin. Am Karfreitag wird der Christdemokrat, der länger regierte als jeder andere Bundeskanzler, 85 Jahre alt.

Im Jahr 1982 war ihm der Einzug ins Kanzleramt gelungen - in einer Koalition mit der FDP, die zuvor das sozialliberale Bündnis unter Helmut Schmidt (SPD) aufgekündigt hatte.

Altkanzler Kohl demontiert sich selbst

  • afp
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10 Kommentare zu "Merkel zu Kohl: „Dieser Kanzler war für uns ein Segen“"

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  • @Herr C. Falk

    Auch H. Kohl gehörte zu den Verantwortlichen die in ihrer Politik gern große Probleme auf zukünftige Generationen verschob. Den desolaten Zustand der Rentenkasse und das heutige Rentenniveau verdanken wirzum Großteil ihm. Sein damaliger Griff in die Rentenkasse betrifft alle Arbeitnehmer. Er hat der RK die artfremden Leistungen aufs Auge gedrückt. Aussiedler etc. die noch nie eine Mark eingezahlt hatten wurden hochgerechnet und aus der RK allimentiert.
    Ein Kanzler, der gegen alle Warnungen mit seiner Basta Politik soviel Unheil über die deutschen AN gebracht hat, kann ich nicht bewundern.

    Schönen Abend noch.

  • Helmut Kohl, der nach der Wende allte alten DDR-Kader in die partei gelassn hat, ohne je eine Überprüfung vorzunehmen. So konnte die derzeitige DDR-Kanzlerin sich gemütlich nach oben putschen

  • Ja Helmut Kohl wird 85J und es stellt sich die Frage, ob er noch fähig ist bzw. jemals fähig war sein eigenes Tun zu reflektieren.
    Dass die amtierende Bundeskanzlerin das nicht kann steht außer Frage. Sie ist diejenige, die Ihre Position ihre Stellung in der Partei durch Kohl erlangt hat. Ohne Ihn gäbe es Sie nicht, sie wäre politisch ein Niemand. Die Überschrift müsste somit lauten: „Dieser Kanzler war für mich persönlich ein Segen“.
    Helmut Kohl war einer der ersten deutschen Politiker die sich dadurch auszeichnen, dass er hauptberuflich ausschließlich Politiker war. Er musste niemals einem Beruf nachgehen bei dem er die Auswirkungen ‚politischen Handelns‘ am eigenem Leibe zu spüren bekam. In wohlbehütetem durch die Allgemeinheit alimentiertem Umfeld lässt sich trefflich ‚fabulieren, interpretieren…und politisieren‘. Insoweit ist er für viele aktuell aktive Politiker ein Vorbild. Er selbst behauptet ja dass seine Familie die Partei war und genau dieses Umfeld bildeten die Grenzen seines persönlichen Erfahrungshorizonts. Andere Meinungen waren Ihm egal und Andersdenkende mussten ausgeschaltet werden. Teile dieser Eigenschaften sind von seiner Nachfolgerin perfektioniert worden. (Ausschalten unbequemer Parteigenossen, alternativlose Ein-Meinungs-Politik, De-Politisierung der Bevölkerung, Fraktionszwang,…).
    Was Ihm wirklich wichtig war, war sein eigenes Bild:
    „Kanzler und Konstrukteur des europäischen Hauses“
    „Kanzler der Wiedervereinigung“
    Und aus dieser egozentrischen und egoistischen Verbissenheit und Selbsbeweihräucherung resultierten ‚handwerkliche Fehlkonstruktionen‘ wie die Währungsunion, die EU-Erweiterungspolitik, die Konstruktion der EU als technokratische Bürokratie und Lobbyisten-Vereinigung. Das ist das europäische Haus von H.K
    Der kürzlich von Ihm geäußerte Satz: „Die machen mir mein schönes Europa kaputt“ offenbart seine infantile Sichtweise. Helmut Kohl glaubt tatsächlich, dass es sich um sein Europa handelt.
    Für mich sind sie nur zu bedauern.

  • @Margrit Steer

    Richtig. Angeblich soll Kohl über Merkel gesagt haben: "Die macht mir mein schönes Europa kaputt".

    Egal, ob er es wirklich gesagt hat oder nicht:

    Er hat Recht.

  • "Die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte seine „Entschlossenheit“ und „Persönlichkeit“ ...."

    Damit würdigt sie etwas, was sie selbst nie hatte und auch nie haben wird.

  • @Vittorio Queri
    Applaus, Applaus, Applaus!!

  • Vittorio Queri,
    Sie haben es bestens gesagt und beschrieben

  • Klar, die Bild-Zeitung ist ja auch Merkels Hauszeitung.
    Und klar ohne Kohl wäre die DDR-Frau nie nach oben gekommen.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Kohl das mittlerweile sogar bereut

  • "Kanzler des Vertauens" und "ein Segen" und es muß "beglückend sein".

    Mein Gott ,was für eine Schmonzette, gegriffen aus dem Sprachfundus eines Predigers wie z.B. des Herrn Gauck.

    Kohl, war ein rational denkender Kanzler, wenigstens meistens, ein Machtmensch, der die ihm zur Verfügung stehenden Mittel punktgenau einsetzte, um die Ziele zu erreichen, die ihm angemessen schienen.

    Er war außerdem fähig, Fehleinschäzungen zu korrigieren, z.B. seinen Fauxpas
    Gorbatschow mit Goebbels gleichzusetzten, was grober Unfug und als öffentliche Aussage ideotisch war.

    Kohl hat in einem entscheidenden Moment der deutschen Geschichte das richtige gemacht, als er die Wiedervereinigung, die damals sowohl im Interesse der USA als auch der zuendegehenden Sowjetunion, freilich aus unterschiedlichen Motivationen und Interessenlagen, war, befördert und nicht behindert hat.

    Das ist sein Verdienst. "Gesegnet" hat er nicht., das kommt einem Poitiker nicht zu

  • >> „Dieser Kanzler des Vertrauens war für uns Deutsche ein Segen“, schreibt die CDU-Chefin. >>

    Wahrhaftig !

    Dieser "Kanzler" hat den Grundstein gelegt, daß uns heute quasi die Staasi regiert, unter Vorsitz der "BELIEBTESTEN" !

    Sie kann ungeniert das Deutsche Volksvermögen in der EUtopia und der Welt verteilen, den Lebensstandard des Deutschen Volkes auf das Existenzminimum reduzieren, eine "Eiserne" Kanzlerin in der Welt spielen ( eisern ist wohl dabei nur ihr Hosenanzug ) !

    Dieser "BIRNENKOPF" hat mit der Einführung des € Deutschland quasi ruiniert, Deutschland hat die größte Verschuldung in der EUtopia mit 2,2 Bio. € Schulden.

    Die FDJ-Aktivistin und SED-Parteimitglied Merkel schmeißt mit beiden Händen das Deutsche Volksvermögen durch das Fenster EU, durch die gescheiterte Energiewende, raubende Agenda 2010, verkorkstes Gesundheitswesen, Armut der Rentner, kaputte Infrastruktur, etc.

    Das alles ist der Nachlass vom Kohl, der für diese Kreatur wirklich ein Segen war, ist und bleibt !

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