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Merkels Überraschungscoup Von der Leyen ins Verteidigungsministerium

Das hat es noch nie gegeben: Mit Ursula von der Leyen soll erstmals eine Frau Verteidigungsminister werden. Es wäre eine echte Sensation. Die CDU-Politikerin könnte die große Gewinnerin der Regierungsbildung werden.
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Ursula von der Leyen (CDU) soll das Verteidigungsministerium übernehmen. Quelle: dpa

Ursula von der Leyen (CDU) soll das Verteidigungsministerium übernehmen.

(Foto: dpa)

BerlinEigentlich galt das Verteidigungsministerium als vergeben. Der bisherige Amtsinhaber Thomas de Maizière schien für weitere vier Jahre auf einem der schwierigsten Posten des Kabinetts gesetzt zu sein. „Ich habe so viel gesät – jetzt möchte ich mal ernten“, hatte der CDU-Politiker selbst in Anspielung auf die von ihm konzipierte Bundeswehrreform gesagt, bei der sich die erwarteten positiven Effekte noch nicht eingestellt haben.

Jetzt wird den Job jemand anderes fortführen. De Maizières Parteifreundin Ursula von der Leyen soll vom Arbeits- ins Verteidigungsministerium wechseln. Es ist das erste Mal, dass eine Frau die Befehlsgewalt über die Bundeswehr erhält. Und es ist die große Sensation der Regierungsbildung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann die Personalie als Zeichen der Modernität ihrer Partei verkaufen. Und von der Leyen kann doch noch als Gewinnerin aus der Regierungsbildung hervorgehen – nachdem lange Zeit darüber spekuliert wurde, dass sie ins Gesundheitsministerium „abgeschoben“ wird.

Schleudersitz Verteidigungsministerium
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Theodor Blank (1955 - 1956)

Der CDU-Politiker wurde im Juni 1955 der erste Bundesverteidigungsminister. Er war Namensgeber der "Dienststelle Blank", aus der das Verteidigungsministerium hervorging. Als Minister blieb der vormalige Oberleutnant der Wehrmacht glücklos, seine Amtszeit währte nur 16 Monate. Wegen seines umstrittenen Wehrprogramms wurde er im Oktober 1956 durch seinen Rivalen Franz-Josef Strauß ersetzt.

Quelle: Bundeswehr.Wir.Dienen.Deutschland (Flickr)

(Foto: Flickr)
Papst Benedikt XVI. gibt Pontifikat am 28. Februar auf
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Franz-Josef Strauß (1956 - 1962)

Der CSU-Politiker (rechts, hier mit Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XIV.) trieb den Ausbau der Bundeswehr voran. 1962 geriet Strauß in den Sog der "Spiegel"-Affäre - einen der bis dahin größten Skandale der jungen Bundesrepublik. Das Hamburger Magazin wurde wegen eines kritischen Artikels strafrechtlich verfolgt, dem Minister wurde eine falsche Unterrichtung des Bundestags vorgeworfen. 1962 trat Strauß zurück.

(Foto: dpa)
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Kai-Uwe von Hassel (1963 - 1966)

In die Amtszeit des in Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, geborenen CDU-Politikers fiel die Ausrüstung der Bundeswehr mit neuen Waffensystemen. Von Hassels Ansehen wurde durch den "Starfighter"-Skandal schwer beschädigt: Dabei ging es um ein aus den USA importiertes Kampfflugzeug, das zahlreiche Abstürze zu verzeichnen hatte. 1966 wurde er ins Amt des Vertriebenenministers abgeschoben.

(Foto: Picture Alliance)
Georg Leber gestorben
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Georg Leber (1972 - 1978)

Lebers menschlicher Umgang mit den Soldaten brachte dem Gewerkschafter den Beinamen "Soldatenvater" ein. Mit seiner Partei geriet der SPD-Politiker in Konflikt, weil er klar zur NATO-Strategie der nuklearen Abschreckung stand. 1978 trat er zurück und übernahm damit die Verantwortung für einen nicht genehmigten Lauschangriff des Militärischen Abschirmdienstes.

(Foto: dpa)
EnBW-Untersuchungsausschuss
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Rupert Scholz (1988 - 1989)

Der Berliner CDU-Politiker hielt sich nur elf Monate an der Spitze des Verteidigungsministeriums - er ist der Ressortchef mit der kürzesten Amtszeit. Diese stand unter dem Eindruck der Katastrophe bei der Flugschau von Ramstein. In der anschließenden Debatte über Tiefflugverbote wurde Scholz Führungsschwäche vorgeworfen. Bei einer Kabinettsumbildung 1989 wurde er nicht wieder berücksichtigt.

(Foto: dpa)
Rudolf Scharping
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Rudolf Scharping (1998 - 2002)

Der frühere SPD-Chef verantwortete mehrere umstrittene Auslandseinsätze der Bundeswehr - etwa im Kosovo-Konflikt 1999 und in Afghanistan ab 2001. Eine Reihe von Affären kosteten Scharping viel Ansehen - unter anderem die Annahme von Honoraren von einem Unternehmensberater. Auf Druck von Kanzler Gerhard Schröder musste Scharping seinen Hut nehmen.

(Foto: dpa)
JUNG
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Franz-Josef Jung (2005 - 2009)

Der CDU-Politiker wechselte bei Bildung der großen Koalition von der hessischen Landespolitik ins Amt des Verteidigungsministers. Kritiker warfen ihm Profillosigkeit vor. 2009 wurde Jung dann Arbeitsminister der schwarz-gelben Koalition. Kurz darauf musste er zurücktreten - wegen Informationspannen im Zusammenhang mit einem Bundeswehrangriff im afghanischen Kundus, der sich während seiner Zeit als Verteidigungsminister ereignete.

(Foto: ap)

Vor allem die internationalen Aspekte des Jobs dürften der 55-Jährigen gefallen. Die Mutter von sieben Kinder lebte lange Zeit im Ausland. Einen Großteil der Kindheit verbrachte sie in Brüssel, wo ihr Vater, der spätere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (ebenfalls CDU), bei der damaligen EG-Kommission arbeitete. 1977 ging sie nach dem Abitur (Durchschnittsnote: 0,7) für ein Jahr an die London School of Economics. Nach Medizinstudium, Heirat, Doktortitel und Geburt der ersten Kinder zog von der Leyen zusammen mit ihrem Mann Heiko für fünf Jahre nach Kalifornien. Beide waren an der Stanford Universität tätig.

In der Bundesregierung war von der Leyen bisher als Familienministerin für den Kita-Ausbau und als Arbeitsministerin für Hartz IV zuständig. Nun soll sie Chefin von 185.000 Soldaten und 70.000 Zivilbeschäftigten werden und verantwortlich für einen Etat von 33,3 Milliarden Euro sein. Bei internationalen Verteidigungsministertreffen wird sie als Frau nicht ganz alleine sein. In den Niederlanden gibt es beispielsweise eine Kollegin, und Schweden hat mit Karin Enström sogar eine Verteidigungsministerin, die eine Offizierslaufbahn hinter sich hat.

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17 Kommentare zu "Merkels Überraschungscoup: Von der Leyen ins Verteidigungsministerium"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Militärische Vorbildung? Nein. Gedient? Nein. Davor soll nun die deutsche Truppe stramm stehen? Lachhaft, was im politischen Roulette mal wieder abgeht. Hauptsache die Pöstchen werden besetzt. Alt-Barde Heino könnte sich ebenso gut als Kanzler bewerben. Der wäre u. U. sogar noch besser für unser Volk geeignet.

  • Nicht gedient, militärisch völlig unbedarft und jetzt soll die deutsche Truppe vor so etwas stramm stehen? Unglaublich.
    Die Marionetten des Berliner Staatstheaters sind sich für nichts zu schade. Hauptsache man bekommt ein Pöstchen. Es würde nicht wundern, wenn Altbarde Heino zum Bundeskanzler gekrönt würde. Deutschlands Politiker sind nur noch Lachnummern und haben dieses Land so gut wie ruiniert.

  • "Schweden hat mit Karin Enström sogar eine Verteidigungsministerin, die eine Offizierslaufbahn hinter sich hat."

    Meiner Meinung nach ist das das erste Kriterium das ein Verteidigungsminister aufweisen muss um diese Steller zu erhalten...

  • Das denke ich auch.

    Nachdem de Maizere eben noch einem Anschlag entgangen ist, weiß er, dass das kein Job für ihn ist. Frau von der Leyen ist von der Person her viel zarter und deshalb ungleich schwieriger zu treffen als er.

    Wenn Frau von der Leyen "mumm" hat, dann zeigt sie Frau Merkel spätestens jetzt den Stinkefinger. "Das" jetzt hat sie nicht nötig.

  • Zitat :"Denkt denn niemand an die Kinder???"

    Die von der Leyen habe ich seit der Einführung der Vorratsdatenspeicherung gefressen. Die kann einfach nix. Hat 0 Verstand. Alleine ihr "Stop-Schild" zur Verhinderung von K-Porn spricht bände.

    Hoffentlich ist sie bald weg von der politischen Bühne. Olle Selbstdarstellerin. Soll sie weiter 10 Kinder gebähren. Das kann sie ja.

  • DIE HARDHÖHE ALS SPRUNGBRETT
    ZUM KANZLERAMT..............
    ............................
    helmut schmid hat es gezeigt.
    ..
    wer diesen posten überlebt -
    kann auch kanzlerin..!!
    ..

  • Bundeskabinett?? Das ist ein Gruselkabinett....

  • Verstehe nicht, weshalb die unterlegene SPD den Bundestag ums Verrecken zum Komödiantenstadel machen muss.
    Die Genossen verwechseln da was mit einem Provinztheater.
    Und Merkel ist für eine weitere Legislaturperiode mit Köpfeschlagen statt Regieren beschäftigt.
    D wo treibst du hin?
    Müssen die Sozis wirklich wieder mit andern Methoden im Zaum gehalten werden ??

  • Interessant wer so alles für welche Posten und Pöstchen plötzlich qualifiziert ist.

  • Die Wahrheit
    In meinem unmittelbaren Umfeld gibt es Freiwillige beim Bund und diese sind an den Universitäten der Bundeswehr.Wozu noch studieren- ohne Qualifikation kann man alles werden - mit dem richtigen Parteibuch ! Die Bundeswehr hat genug Probleme, die jetzt und auch eigentlich sofort geklärt werden müssen.Auch wenn sie "Fachleute " beraten- entscheidet als "Letzter" der Verteidigungsminister/in ! Es soll nie wieder eine Mutter ihren Sohn / Tochter beweinen - Frau von der leyen- die Bundeswehr ist kein Versuchsfeld für ihr Ego !
    Lehnen sie ab !!

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