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Migration Mehr als 2500 Flüchtlinge kamen trotz Ausreise-Geld zurück

Wer nach einem gescheiterten Asylverfahren freiwillig ausreist, kann staatliche Hilfe beantragen. Doch ein kleiner Teil von ihnen kommt später zurück.
06.06.2019 Update: 06.06.2019 - 13:38 Uhr Kommentieren
Die meisten abgelehnten Asylbewerber, die im vergangenen Jahr von dem Bund-Länder-Programm zur Re-Integration im Heimatland profitierten, stammten aus Ost- und Südosteuropa. Quelle: dpa
Flüchtlingsgruppe

Die meisten abgelehnten Asylbewerber, die im vergangenen Jahr von dem Bund-Länder-Programm zur Re-Integration im Heimatland profitierten, stammten aus Ost- und Südosteuropa.

(Foto: dpa)

Berlin Mehr als 100.000 abgelehnte Asylbewerber haben seit 2014 Geld dafür bekommen, dass sie Deutschland wieder verlassen. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht, kehrten mehr als zwei Prozent von ihnen später wieder nach Deutschland zurück und stellten erneut einen Asylantrag.

„2506 Personen von 102.761 abgelehnten Asylbewerbern, die freiwillig ausgereist waren, haben nach ihrer Wiedereinreise in den Jahren 2017 bis 2019 einen Asylfolgeantrag gestellt“, heißt es in der Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Einige weitere abgelehnte Asylbewerber kehrten den Angaben zufolge im gleichen Zeitraum über den Familiennachzug, für Studienaufenthalte oder zum Arbeiten nach Deutschland zurück.

Die meisten abgelehnten Asylbewerber, die im vergangenen Jahr von dem Bund-Länder-Programm zur Re-Integration im Heimatland profitierten, stammten aus Ost- und Südosteuropa. Am häufigsten nahmen Albaner (1345) und Serben (1088) die Förderung in Anspruch. Auch zahlreiche Menschen aus Georgien, Russland, Nordmazedonien und dem Irak entschieden sich für die Rückkehrhilfe.

Kaum genutzt wurde die Förderung dagegen von abgelehnten Asylbewerbern aus Afghanistan und der Türkei. Wie viel Geld es im Einzelfall gibt, hängt vom Herkunftsland und vom Alter der Antragsteller ab. Syrische Staatsangehörige werden von den Bundesbehörden nicht zur freiwilligen Ausreise ermutigt.

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    „Das könnte man (...) verhindern, wenn man an den Grenzen stärker darauf schauen würde, wer wieder einreist“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag beim „Zweiten Berliner Kongress für wehrhafte Demokratie“. Es sei nicht hinnehmbar, dass jemand erst staatliche Förderung zur Einreise beziehe und dann zurückkehre. „Wenn wir solche Dinge lösen, dann wird die Akzeptanz der Bevölkerung, Flüchtlingen, die schutzbedürftig sind, diesen Schutz auch zu gewähren, (...) bestehen bleiben.“

    Auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) unterstützt die Rückkehr nach Syrien aufgrund der schlechten Sicherheitslage in dem arabischen Land nicht. Wer finanzielle Hilfe für eine Rückkehr beantragt, kann diese in Deutschland aber dennoch erhalten.

    FDP: Rückkehrprogramm schaffe „falsche Anreize

    Jeder Ausländer kann grundsätzlich nur einmal Geld aus dem Förderprogramm erhalten. Wer die Förderung in Anspruch nimmt und hinterher trotzdem wieder einreist, muss das Geld zurückzahlen. Zwischen Anfang 2017 und Ende April 2019 wurden laut Bundesinnenministerium Fördermittel in Höhe von rund 83.000 Euro zurückgezahlt.

    Im Jahr 2018 waren für das Förderprogramm knapp 9,5 Millionen Euro aufgewendet worden. Rund 19,75 Millionen Euro gab Deutschland zudem für das Programm „Starthilfe Plus“ aus, das freiwillig Rückkehrenden in einigen Ländern zusätzliche Unterstützung gewährt, etwa um in der Anfangsphase eine Bleibe zu finanzieren. „Jährlich gut 1000 Asylfolgeanträge von abgelehnten Asylbewerbern mit Rückkehrförderung sprechen eine deutliche Sprache“, sagte FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae. Das Rückkehrprogramm schaffe offensichtlich „falsche Anreize“.

    Mehr: Koalition einigt sich auf Änderungen im Asylpaket. CDU und CSU haben sich dabei durchgesetzt und die Ausreiseregeln verschärft.

    • dpa
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