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Milliardenausfälle durch Coronakrise Europäischer Handel fordert Hilfen zur Wiederbelebung des Privatkonsums

Verbände aus Deutschland, Frankreich und Italien fordern Kaufanreize von der EU-Kommission. Die Wiedereröffnung der Läden allein reiche nicht.
26.05.2020 - 15:09 Uhr Kommentieren

Berlin In einem gemeinsamen Schreiben appellieren Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverband Deutschland (HDE), sowie die Präsidenten der Handelsverbände aus Frankreich und Italien an die EU-Kommission, im Rahmen ihres Wiederaufbauplans auch Instrumente zur Wiederbelebung des privaten Konsums vorzusehen.

In dem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen machen die Verbände deutlich, dass der Einzelhandel in Europa auch nach seiner Wiedereröffnung in der Coronakrise noch weit von Normalität entfernt ist: „Unsere Einzelhändler blicken in den Abgrund“, heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt und am Dienstag per Mail verschickt wurde. Am Mittwoch will die EU-Kommission ihren Plan für den Ausweg aus der Coronakrise präsentieren.

Die Zukunft des Einzelhandels sichern

Die drei Handelsverbände beobachten in ihren Märkten einen Zusammenbruch der Binnenkonjunktur. „Die Wiedereröffnung der Geschäfte allein wird nicht zu einer Rückkehr auf das Vor-Krisen-Niveau führen. Niedriges Verbrauchervertrauen, Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und der eingebrochene Tourismus werden in den kommenden Monaten für weiterhin geringe Umsätze sorgen“, so die Präsidenten in ihrem Brief.

Die Zukunft des Einzelhandels müsse jetzt gesichert werden, auch um die Verödung der Innenstädte zu verhindern. Ansonsten verlören die Stadtzentren ihre Bedeutung als Wirtschaftsstandorte. In der Folge seien dann auch die wichtigen sozialen Funktionen vitaler und gesunder Innenstädte in Gefahr.

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    Konkret fordern die Verbände, dass die Europäische Kommission im Rahmen ihres Konjunkturprogramms staatlich induzierte Anreize zur Ankurbelung des privaten Konsums vorsehen sollte. „Wir erwarten, dass solche Instrumente positive Wirkungen entfalten werden, die über das Einzelhandelsökosystem hinausgehen und in der Folge für unsere Volkswirtschaften insgesamt von Vorteil sind“, heißt es. „Nur wenn es uns gelingt, die Einzelhändler kurzfristig mit dieser Art von ‚Sauerstoff‘ zu versorgen, werden sie in der Lage sein, die vor uns liegenden langfristigen strukturellen Herausforderungen zu bewältigen.“

    Alarmierende Zahlen

    Die Zahlen seien alarmierend, der Trend in allen Ländern ähnlich, so die Verbände in ihrer Botschaft nach Brüssel. So zeige eine kürzlich vom HDE in Auftrag gegebene Umfrage, dass ein Drittel der Non-Food-Einzelhändler nach sechs Wochen Betriebsunterbrechung ihr Geschäft massiv gefährdet sehen. Rund 50.000 Insolvenzen seien in der Branche zu erwarten. Der HDE geht davon aus, dass sich die Umsatzverluste allein in Deutschland im Jahr 2020 auf deutlich mehr als 40 Milliarden Euro summieren werden.

    In Frankreich seien die meisten Non-Food-Geschäfte seit zwei Monaten geschlossen, der Umsatz oft auf null gesunken. Der Umsatzverlust der Geschäfte wird für 2020 auf 50 bis 60 Milliarden Euro geschätzt.

    Für Italien weisen Studien ebenfalls auf die miserable Lage der Händler hin: Bis Ende 2020 könnte der Umsatz des Non-Food-Einzelhandels um mehr als 100 Milliarden Euro zurückgehen, ein Minus von 37 Prozent im Vergleich zu 2019. Dadurch seien mehr als 81.000 Einzelhandelsunternehmen und 220.000 Jobs gefährdet.

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