Millioneneinnahmen erwartet AfD führt die D-Mark wieder ein

Die AfD muss ihre Finanzen aufbessern und hat eine findige Idee: Der Verkauf von goldenen D-Mark-Münzen. Die könnten viel Geld in die Kasse spülen – und wären auch noch eurokritisch. Doch es gibt einen großen Haken.
Update: 15.08.2014 - 16:00 Uhr 17 Kommentare
Mit dem Verkauf von Goldmark-Münzen will die AfD Kasse machen.

Mit dem Verkauf von Goldmark-Münzen will die AfD Kasse machen.

BerlinFinanznot macht erfinderisch – und fördert mitunter Ideen zu Tage, mit denen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Wie das geht, kann man bei der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) sehen. Die Partei versucht, politische Botschaften unters Volk zu bringen und damit gleichzeitig Geld zu verdienen.

Das Glühbirnenverbot der EU spießte die AfD auf, indem sie die Aktion „Mir geht ein Licht auf!“ ins Leben rief und in ihren Online-Shop Glühbirnen zum Kauf feilbot. Einen Zehnerpack des „Bestsellers“ kann man dort für 9,99 Euro erwerben. Ein Verkaufsschlager ist die Idee aber nicht geworden. 30.000 Euro hat die Partei bisher damit verdient.

Mit solchen Summen kann die AfD ein anderes, wesentlich wichtigeres Ziel allerdings nicht erreichen. Da muss sie schon tiefer in die Trickkiste greifen. Konkret geht es darum, den möglichen Rahmen der staatlichen Parteifinanzierung voll auszuschöpfen. Maßstab für die Verteilung der Zuschüsse ist neben dem Wahlerfolg und den Mitgliedsbeiträgen einer Partei auch die Summe der Einnahmen. Hier hapert es gewaltig.

Daher ersann Schatzmeister Piet Leidreiter eine findige Idee. Er schlug seiner Partei vor, in den Goldhandel einzusteigen und Ein-D-Mark-Goldmünzen zum Kauf anzubieten. Mit dem Vertrieb von Gold verfolge die AfD zwei Ziele gleichzeitig, sagte Leidreiter Handelsblatt Online. „Zum einen wollen wir – wie mit unserem Glühbirnen-Shop – unsere Kritik am Euro und an der EU politisch manifestieren.“ Auf der anderen Seite sollen die Einnahmen gesteigert werden, um in den Genuss der staatlichen Mittel zu kommen. „Da ist der Goldhandel ein kreatives Mittel“, sagte er. „Ziel ist es, zwei Millionen Euro Umsatz damit zu machen.“

Das Vorhaben sollte eigentlich im Geheimen vorbereitet und dann der Parteibasis präsentiert werden. Doch durch eine Indiskretion wurden die Überlegungen vorzeitig bekannt. Mit der Folge, dass eine Diskussion darüber losbrach, was der Bundesvorstand hier eigentlich treibe und ob möglicherweise durch spekulative Ankäufe von Edelmetall die Beiträge von Parteimitgliedern aufs Spiel gesetzt werden.

In einem Handelsblatt Online vorliegenden Mitgliederbrief versuchte die Parteispitze, die Wogen zu glätten. Selbstverständlich gehe es nicht ums Spekulieren, sondern vielmehr darum, nach Wegen zu suchen, „um die politischen und finanziellen Interessen der Partei auf möglichst risikolose Weise zu fördern“.

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„Wir würden in Eigenregie eine AfD-Mark prägen lassen“
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17 Kommentare zu "Millioneneinnahmen erwartet: AfD führt die D-Mark wieder ein"

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  • Herr Soppe wenn ihnen doch alle Informationen vorliegen, warum verschweigen sie dann dass das Geld aus einem großen gut gefüllten Topf kommt, der eh komplett ausgeschüttet wird. Also hat das für den Steuerzahler keinerlei Auswirkungen.
    Da ich sie kenne weiß ich allerdings was los ist. Sie sind ein Bottroper Möchtegernpolitiker der bei einer Oberbürgermeisterschaftswahl knapp über 300!!! Stimmen bekommen hat der als die AfD gegründet wurde gedacht hat jetzt groß raus zu kommen. Da ihre Parteikollegen allerdings merkten was sie für einer sind und ihnen kein Posten angeboten wurde haben sie es sich zum Hobby gemacht die AfD bei jeder Gelegenheit schlecht zu machen. Auf ihrer tollen Homepage können sie vielleicht meine wahren Anschuldigungen einfach löschen, hier wird ihrer Propaganda allerdings kein Plattform geboten.

  • Mit ihrer Aussage hätten sie 100% recht wenn wirklich 2 Mio. zusätzliche Steuergelder den Weg in die AfD Kasse finden würden. Es geht allerdings um einen großen gut gefüllten Topf der ausgeschüttet wird und was die AfD nicht bekommt würden die anderen Parteien bekommen.

  • Ihre subtilen Beleidigungen können Sie für sich behalten wenn auch sie Ihre Intention offenbaren.

    Das die etablierten Parteien Großspenden aus der Wirtschaft bekommen,ist das für Sie sicher nur halb so schlimm und beschämend.

  • Tolle Idee
    -----------
    Eine Goldmark einzuführen ist super. Schade, dass damals nur eine Million geprägt wurden. Die Nachfrage war viel höher.
    Würde heute ein "Goldeuro" geprägt, wäre die Nachfrage wohl gleich Null.

    Und die Parteienfinanzierung ist eine ungerechtfertigte Subventionierung der Parteien.
    Warum soll/muss der Steuerzahler die Parteien finanzieren, die er nicht gewählt hat.
    Sollen sie sich doch aus Mitgliedsbeiträgen selbst finanzieren.

  • @ Angela Maier: "Die Angelegenheit zeigt in erster Linie den Blödsinn der deutschen Parteienfinanzierung."

    Stimme Ihnen zu.

    Finde die Idee der AfD auch super! Schöne DM-Münze und auch noch in Gold! Habe damals keine bekommen und würde mir sicher auch eine holen - wenn der Preis stimmt.

  • Die Angelegenheit zeigt in erster Linie den Blödsinn der deutschen Parteienfinanzierung. Die Altparteien bekommen pro Jahr dreistellige Millionenbeträge aus der Staatskasse. Junge Parteien hingegen, die bisher in erster Linie von Spenden und Mitgliederbeiträgen leben, dürfen noch nicht einmal die ihnen zustehenden Minibeträge behalten. Den Piraten geht es übrigens genauso - die mussten bisher auf mehrere Millionen vom Staat verzichten.

    Die Idee mit dem Gold ist doch pfiffig. Wenn die AfD auch sonst so gute Ideen hat - super.

  • Mal ist es Verschwendung von Steuergeldern, mal
    “... um in den Genuss der staatlichen Mittel zu kommen. „

    Kommt eben auf den Empfänger an. Passt schon, liebe AfD.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Dümmer als eine gemeinsame Währung mit Italien zu gründen und später Griechenland freudestrahlend hinzu zu holen, die nun im Dauermodus "gerettet" werden muss, kann eine DM-Goldmünze auf keinen Fall sein.

  • Da wird dann Gold im Gegenwert von 100 € für 50 € verkauft.
    Macht bei einem Umsatz von 2 Mio € eine Verlust von 1 Mio €.
    Die Einnahmen von 2 Mio € generieren dann 2 Mio € zusätzliche Wahlkampkostenerstattung.
    Ergibt einen Gewinn von 1 Mio € für die Partei.
    Bei dem "Dumpingpreis" würde wohl auch 'Linke' die 'AfD-Mark' kaufen und mit 50% Gewinn beim nächsten Goldhändler zum Einschmelzen verkaufen.

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