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Missglückter Protest „Im höchsten Maße dämlich“: Grüne gehen auf Distanz zu Greenpeace-Aktion

Mit der missglückten EM-Protestaktion wollte die Umweltorganisation gegen den Sponsor Volkswagen protestieren. Nun muss Greenpeace dafür viel Kritik einstecken.
16.06.2021 - 17:10 Uhr 1 Kommentar
Ein Gleitschirmpilot musste vor dem EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich im Münchener Stadion notlanden. Dabei wurden zwei Zuschauer verletzt. Quelle: AP
EM-Protestaktion

Ein Gleitschirmpilot musste vor dem EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich im Münchener Stadion notlanden. Dabei wurden zwei Zuschauer verletzt.

(Foto: AP)

Berlin Führende Vertreter der Grünen haben die Greenpeace-Aktion vor Beginn des Fußball-EM-Spiels am Dienstagabend in München scharf kritisiert. „Aktionen, die die Gesundheit anderer gefährden, gehen gar nicht. Das gilt selbstverständlich auch für Greenpeace“, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, auf Twitter.

Noch deutlicher wurde der Vizechef der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz. „Ich finde die Greenpeace-Aktion verantwortungslos“, sagte von Notz dem Handelsblatt. Zugleich forderte er die Umweltschützer auf, ihre Kampagnen zu überdenken. „Die Organisation muss nach den missglückten Aktionen der letzten Zeit selbstkritische Diskussion führen und sich im Bereich der Aktionen kritisch neu aufstellen.“

Der Grünen-Wirtschaftspolitiker Dieter Janecek sprach mit Blick auf den Vorfall in München von einer „im höchsten Maße dämlichen“ Aktion, die leider auch gefährlich gewesen sei. Greenpeace habe damit dem Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen.

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend hatte ein Motorschirm-Flieger sich selbst und die Fans in der Arena mit einer Notlandung im Stadion in Gefahr gebracht. Zwei Männer wurden verletzt.

Die Polizei ermittelt gegen den Piloten wegen gefährlicher Körperverletzung und Gefährdung des Luftverkehrs. Die Bundesregierung forderte die Verantwortlichen bei Greenpeace auf, selbstkritisch den Sinn solcher Aktionen zu hinterfragen, bei denen es um maximales Spektakel für maximale PR-Wirkung gehe.

CSU: Gemeinnützigkeit überprüfen

Mit der Aktion wollte die Umweltorganisation gegen den Sponsor Volkswagen protestieren. Greenpeace entschuldigte sich wenig später für den missglückten Protest, es sei nie die Absicht gewesen, das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzen.

Als Konsequenz stellten Politiker von Union und FDP die Gemeinnützigkeit für Greenpeace infrage. Verliert eine Organisation diesen Status, können Geldgeber ihre Spenden nicht mehr von der Steuer absetzen. Die finanziellen Zuwendungen dürften in der Folge zurückgehen.

Greenpeace-Protest missglückt: Gleitflieger landet im Stadion

„Nach dem Vorfall von gestern mit einer ernsthaften Gefährdung der Stadionbesucher wird es Zeit, die Gemeinnützigkeit von Greenpeace zu überprüfen“, twitterte der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU).

Aus der CSU kam dieselbe Forderung. „Wenn durch eine Aktion wie gestern Menschenleben gefährdet werden oder wie jüngst bei VW Schlüssel gestohlen werden, ist die Grenze vom politischen Aktionismus zur Straftat überschritten“, sagte der rechtspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Volker Ullrich, dem Handelsblatt. „Ein Entzug der Gemeinnützigkeit sollte bei solchen Aktionen tatsächlich geprüft werden.“ Solche Aktionen hätten mit Gemeinnützigkeit nichts zu tun.

Die Grünen wiesen die Forderungen als „völlig überzogen“ zurück. „Dass Friedrich Merz, wie praktisch immer in letzter Zeit, jetzt auf dieser Geschichte das Becken populistisch rechts abkrault, hilft niemandem“, sagte Fraktionsvize von Notz.

Nach 16 Jahren Regierungsverantwortung der CDU gebe es eine Vielzahl problematischer Vereine in Deutschland aus dem rechtsextremen, antisemitischen, völkischen und islamistischen Bereich. Da gebe es Handlungsbedarf. „Greenpeace gehört mit Sicherheit nicht zu der Kategorie problematischer Vereine“, betonte von Notz. Dass Merz die Diskussion aufmache und zu den relevanten Bereichen schweige, dokumentiere vor allem Unsachlichkeit.

Mehr: Merz stellt Gemeinnützigkeit von Greenpeace infrage

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1 Kommentar zu "Missglückter Protest: „Im höchsten Maße dämlich“: Grüne gehen auf Distanz zu Greenpeace-Aktion"

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  • Tja, liebe Grüne, was habt Ihr erwartet, nachdem Ihr Schuleschwänzen, "I want you to panic", Dieselpanik, AKW-Gewaltdemos und Scheiße auf Polizisten im "Hambi" gepusht habt. Die Geister, die ich rief... manchmal geraten solche Hilfskräfte außer Kontrolle. Damit haben in der Geschichte schon so einige ihre Erfahrungen gemacht.

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