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Mittelmeerkonflikt Macron will eine südeuropäische Front gegen die Türkei aufbauen

Die Türkei sucht weiter nach Erdgas, in einem Gebiet, das auch andere Länder beanspruchen. Macron sucht Partner, um dagegen vorzugehen – und dürfte die Rivalität anheizen.
11.09.2020 Update: 11.09.2020 - 13:27 Uhr Kommentieren
Der französische Präsident will die Erdgaserkundungen der Türkei im Mittelmeer stoppen. Quelle: Reuters
Emmanuel Macron

Der französische Präsident will die Erdgaserkundungen der Türkei im Mittelmeer stoppen.

(Foto: Reuters)

Istanbul Der französische Präsident Emmanuel Macron hat zu der Sache nur zwei Wörter getwittert: „Pax Mediterranea!“, auf Deutsch: „Frieden im Mittelmeer!“. Zuvor hatte er am gestrigen Donnerstag die Regierungschefs sechs weiterer Mittelmeeranrainer nach Korsika eingeladen. Es ging um die Türkei.

Doch nach Frieden sieht es noch nicht aus. Macron sagte vor der Presse, seine bevorzugte Option sei weiterhin die Wiederaufnahme des Dialogs mit der Türkei.

Sollte es in Gesprächen jedoch keine Fortschritte geben, könnte aber auf dem EU-Gipfel am 24. und 25. September über eine Liste mit Strafmaßnahmen beraten werden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der sieben EU-Mittelmeer-Anrainerstaaten, darunter auch Spanien, Portugal, Italien, Malta, Griechenland und Zypern.

Die Türkei prüft Öl- und Gasfördergelegenheiten im östlichen Mittelmeer. Es handelt sich um Gebiete, die auch von Griechenland und Zypern beansprucht werden. Dies sorgt schon länger für Spannungen zwischen der EU und dem Nato-Mitglied Türkei.

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    Frankreich hatte zusammen mit der griechischen Marine Manöver abgehalten. Paris und Athen sind zudem in Gesprächen über Waffenlieferungen an das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland. Die türkische Marine hatte ihrerseits Übungen unternommen.

    Die Gruppe der EU-Mittelmeer-Anrainerstaaten erklärte sich mit ihren Mitgliedern Griechenland und Zypern solidarisch. Der Türkei warfen sie wiederholte Verletzungen der Souveränität der beiden Staaten sowie ein konfrontatives Vorgehen vor.

    Türkei stellt sich stur

    Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte, die Regierung in Ankara habe immer noch Zeit, ihre Erkundungen in den nicht eingegrenzten Meereszonen zu beenden. „Wir werden den Versuch der Türkei vereiteln, Europa zu spalten“, ergänzte er.

    In der Türkei selbst finden diese Warnungen wenig Gehör. Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Warnungen Macrons für „kolonialistisches“ Gehabe. Außenamtssprecher Hami Aksoy wies am Freitag die Sanktionsdrohungen der EU-Mittelmeeranrainer zurück. Die Äußerungen seien voreingenommen und „losgelöst von der Realität“.

    Das Land sei aber immer noch offen für Gespräche. Griechenland müsse aber ohne Vorbedingungen am Verhandlungstisch mit der Türkei Platz nehmen, um einen Dialog und eine Zusammenarbeit in der Region zu erreichen. Auch müsse Athen seine Militärschiffe abziehen, um die Lage zu entspannen.

    Dass sich der Streit zwischen Griechenland und der Türkei zunehmend zu einem Systemkonflikt zwischen der Türkei und Frankreich entwickelt, hat auch einen anderen Grund: Die Administration in Ankara versucht, ihren Einfluss in Nord- und Westafrika zu erweitern, also in einer Einflusssphäre Frankreichs.

    In Libyen unterstützen die Türkei und Frankreich im Bürgerkrieg zwei unterschiedliche Lager. Dass Erdogan mit einer groß angelegten Militärkampagne Anfang des Jahres Teile Libyens zurückerobern konnte, dürfte nicht zu einer Entspannung zwischen Paris und Ankara geführt haben.

    Während die westlichen Mittelmeer-Politiker auf Korsika weilten, ging der türkische Außenminister ebenfalls auf Reise. Merlot Cavusoglu traf sich mit seinem Amtskollegen im Senegal. Es ging um tiefere Beziehungen und erweiterten Handel.

    Mehr: Lira auf Rekordtief – Türkischer Wirtschaft droht eine gefährliche Spirale.

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