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Mobilität Bahnindustrie will führende Rolle beim Klimaschutz übernehmen

Der Mobilitätssektor ist das Sorgenkind im Klimaschutz. Die Bahnindustrie will erreichen, dass sich das ändert. Dazu braucht sie aber die Politik.
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Bahnindustrie will führende Rolle beim Klimaschutz übernehmen Quelle: AFP
Bahnverkehr

Aus Sicht der Bahnindustrie kann schienengeführte Mobilität insbesondere durch Fortschritte in der Digitalisierung bis 2030 neue Maßstäbe setzen..

(Foto: AFP)

Berlin Es ist nicht so, als würden die Regierungsparteien in ihren diversen Papieren zur Vorbereitung des Klimakabinetts am Freitag die künftige Rolle des Verkehrsträgers Schiene unberücksichtigt lassen. Im Beschluss des CDU-Vorstands vom Montag dieser Woche etwas spielen Investitionen ins Schienennetz, der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken, verbesserte Angebote an Fern- und Nachtzügen sowie der diskriminierungsfreie Zugang privater Anbieter zum öffentlichen Schienennetz eine wichtige Rolle. Auch die Steigerung der Attraktivität des Gütertransports auf der Schiene wird als wichtiges Ziel betont.

Die Branche sieht allerdings die Gefahr, dass es bei Absichtserklärungen bleibt und der Verkehrsträger Schiene sich am Ende mit wenig zufrieden geben muss. Das CDU-Klimakonzept stecke zwar den richtigen Kurs ab, sagte Ben Möbius, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bahnindustrie (VDB) dem Handelsblatt. Doch jetzt brauche es konkrete Schritte. „Es muss auch ambitioniert und schnell realisiert werden: Prioritäten, Maßnahmen, Umsetzung“, sagte Möbius.

Der VDB repräsentiert das komplette Spektrum der Bahnindustrie von Systemanbietern bis zu mittelständischen Zulieferern. Die Mitgliedsunternehmen produzieren Hochgeschwindigkeitszüge, Lokomotiven und Regionaltriebzüge, Straßenbahnen und Güterwaggons.

Die Branche skizziert in ihrem bislang noch unveröffentlichten Konzept „Klimabild 2030“ ihre Vorstellungen von der Zukunft. Dabei stehen technische Innovationen und Digitalisierung im Vordergrund.

Die Devise: Ein attraktives Angebot schafft die entsprechende Nachfrage, man kann dagegen niemanden auf die Schiene zwingen. Klimafreundliche Mobilität lasse sich „weder dirigistisch bis in den Familienurlaub hinein zuweisen noch mit Trippelfortschritten erreichen“, heißt es dort. „Vielmehr schaffen Innovationen beste Angebote, die Menschen schlicht überzeugen – und begeistern“, heißt es in dem Konzept.

Aus Sicht der Bahnindustrie kann schienengeführte Mobilität insbesondere durch Fortschritte in der Digitalisierung bis 2030 neue Maßstäbe setzen hinsichtlich Kapazitäten und Effizienz. Deutschland habe die Chance, sich zum globalen Leitmarkt für die „Schiene 4.0“ zu entwickeln. Das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziele der Verdopplung der Schienenverkehrsleistung könne bis 2030 „weitgehend Realität“ werden, heißt es im „Klimabild 2030“.

Große Bedeutung misst die Bahnindustrie innovativen Antriebstechnologien bei. Daher müssten Hybrid-, Batterie- und Wasserstoffantrieb in öffentlichen Ausschreibungen eine wachsende Rolle spielen. Bei entsprechend richtiger Weichenstellung durch die Politik könnten nach Überzeugung der Bahnindustrie auf Kernverbindungen 2030 sogar „fast 100 Prozent Pünktlichkeit“ herrschen.

Technisch bedingte Ausfälle sollen der Vergangenheit angehören. Vorausschauende Wartung macht's möglich. Sie diagnostiziert und vermeidet Defekte, bevor sie auftreten. Die Vision des VDB: „Vertraglich stehen Hersteller 2030 in der Pflicht, die volle Verfügbarkeit ihrer Produkte über den Lebenszyklus zu garantieren, in enger Kooperation mit Betreibern und Aufgabenträgern“. Die von vielen Verspätungen geplagten Bahnkunden in Deutschland werden das gerne hören.

Mehr: Für 9,90 Euro nach München oder Paris – bei solchen Preisen steigen viele ins Flugzeug statt vielleicht in einen Zug. Das ruft Verbraucherschützer auf den Plan.

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