Modell WDR Kleber, Jauch und Co. sollen Einkünfte offen legen

ARD und ZDF zieren sich, wenn es um eigene Finanzfragen geht. Die FDP hält das für inakzeptabel und fordert volle Transparenz bei Spitzengehältern. Der WDR als größte ARD-Anstalt könnte als Vorbild dienen.
24 Kommentare
Der Moderator Günther Jauch posiert in der Studio-Kulisse seiner gleichnamigen ARD-Talkshow. Quelle: dpa

Der Moderator Günther Jauch posiert in der Studio-Kulisse seiner gleichnamigen ARD-Talkshow.

(Foto: dpa)

BerlinWenn es darum geht, die Verdienste und Nebenverdienste eines Claus Kleber und einer Maybrit Illner (beide ZDF), eines Tom Buhrow und eines Günther Jauch (beide ARD) öffentlich zu machen, mauern die Spitzen der Rundfunkanstalten. „Würden wir das veröffentlichen, gäbe es sofort Neiddebatten, die sehr heftig werden könnten“, sagte jüngst ZDF-Intendant Thomas Bellut der „Zeit“. Seiner Meinung nach haben „auch gut bezahlte Menschen ein Recht, geschützt zu werden“.

Bellut fürchtet sich nach eignen Angaben vor Zuschriften von Zuschauern, in denen stehen könnte: „Der kriegt von mir Gebührengelder, ich mag den aber gar nicht.“ Und wenn er nicht mehr fähig wäre, eine „bestimmte Summe“ zu zahlen, verlöre er die Chance, „die Besten“ zu seinem Sender zu holen. Belluts ARD-Kollege Volker Herres will sich auch an anderer Stelle nicht zu mehr Transparenz bereit erklären, etwa wenn es um Übertragungsrechte für Fußballspiele geht. „Wir sind bei den Fußballverträgen zu Verschwiegenheit verpflichtet“, sagte der Programmdirektor.

Die Verschwiegenheit der öffentlichen-rechtlichen Sender bei den Gehältern für Intendanten, Moderatoren, Redakteuren und Sprechern stößt in der Politik zunehmend auf Unverständnis. Für den medienpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen, ist das Gebaren nicht mehr akzeptabel. „Wir wollen, dass sowohl Personalkosten als auch Programmaufwendungen für die Beitragszahler nachvollziehbar veröffentlicht werden“, sagte Müller-Sönksen Handelsblatt Online.

„Sollten im Einzelfall höhere Interessen einer Veröffentlichung entgegen stehen, um zum Beispiel im Sinne der sparsamen Beitragsverwendung eine bessere Verhandlungsposition zu haben, kann ich mir auch die vertrauliche Information der Aufsichtsgremien vorstellen.“ Diese müssten dann aber als „selbstbewusste Kontrolleure“ auftreten und die kritische Überprüfung durch die breite Öffentlichkeit ersetzen können. „Auch deshalb scheint mir eine Reform der Rundfunkaufsicht nötig.“

Müller-Sönksen betonte, dass immer die größtmögliche Transparenz bei der Verwendung der Beitragsgelder Ziel sein müsse und dafür der Öffentlichkeit „grundsätzlich alle Informationen“ zugänglich gemacht werden müssten. „Ob Intendant oder leitender Angestellter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: keiner hat eine höhere Legitimation als die gewählten Volksvertreter über öffentliche Gelder unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu verfügen“, sagte er.

Sender sollen sich an WDR ein Beispiel nehmen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Modell WDR - Kleber, Jauch und Co. sollen Einkünfte offen legen

24 Kommentare zu "Modell WDR: Kleber, Jauch und Co. sollen Einkünfte offen legen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Propaganda-Steuer ...

  • Die Angst vor der Wahrheit.
    In den Talkshows bei der Maybrit Illner zum Beispiel oder besonders beim sonntäglichen Presseclub wird doch alles andere als Tacheles geredet. Wieso werden denn bei Wirtschaftsthemen beispielsweise nicht Experten eingeladen, die auch wissen was sie sagen? Letzthin habe ich bei einer Veranstaltung Prof. Hankel gefragt, wieso er denn im Fernsehen nicht mehr zu sehen ist. Seine Antwort: Es läge nicht an ihm, es läge an den Einladungen.

  • Ach neee....was für ein Theater von der FDP...haben wir etwa Wahljahr??? Jawohlll...haben wir....tse tse tse

    Die FDP sollte mal gaaanz ruhig bleiben und sich auf die Finanzierung ihrer F.-Naumann Stiftung besinnen, die ausschliesslich vom Steuerzahler subventioniert wird. Und zwar mit beachtlichen Beträgen!!!

    Wikipedia:

    "Laut Eigenbericht zu erwartender Einnahmen im Jahr 2009 finanziert sich die Stiftung bei einem Etat von rund 42 Mio. Euro zu fast 90 Prozent aus Mitteln der Bundesministerien. Weitere finanzielle Zuwendungen stammen in großen Teilen von den Ländern und anderen Gebietskörperschaften.[2] Die Friedrich-Naumann-Stiftung wird somit hauptsächlich aus Steuermitteln finanziert."

    Politik ist einfach nur ein mieses Betrugsspiel...voller Intrigen und Lügen!!

  • Jauch verdient 4.750,- pro Minute bei der ARD, das ist schon lange bekannt und nur ein Beispiel.

    Wenn unter Anderem auch noch weiterhin die SPD gesponsert wird, erwarte ich eine Kürzung um 80% bei den GEZ-Gebühren!!!!

  • Hans Hirsch :
    Da es sich bei ARD und ZDF um Staatssender handelt, die durch GEZ Steuer finanziert werden, ist es eine Selbstverständlichkeit, daß die Bediensteten nur Beamtenbesoldung erhalten. Besonders fragwürdig ist es, daß Millionen Steuergelder an Steuerflüchtlinge wie Netzer und Gottschalk gezahlt werden. Das Niveau der Verantwortlichen von ARD und ZDF entspricht dem Niveau der Politiker in Deutschland.

  • Die Politik soll bitte schön mit gutem Vorbild vorangehen und ihre Nebeneinkünfte auf Heller und Pfennig veröffentlichen. Da dies nicht geschehen wird kann sie auch nicht von anderen einfordern dies zu tun.

    Es sit schon famos was die einen von den anderen verlangen ohne dies selbst einzulösen.

  • Diese Leute sind zu 99% überbezahlt. Es reicht schon, wenn ich Frau Liehrhaus mit "Milliarden" von meinen Zwangsgebühren unterstütze!! Fernsehen muss daher absofort komplett für alle Empfänger, staatlich und privat, kostenfrei sein!

  • Die GEZ-Abgabe ist keine Gebühr mehr, sondern eine Steuer. Steuern sind die staatliche Einnahmen Seite.

    Die Ausgaben werden durch die Landesrechnungshöfe und den Bundesrechnungshof überprüft. Warum ist der ÖR da ausgenommen?

    Es ist inzwischen rechtliches Allgemeinverständnis, dass Steuerverschwendung genauso kriminell ist wie Steuerhinterziehung. Haben deshalb die Intendanten so Angst vor Transparenz?

    Ich wünsche dem FDP-Mann weiterhin viel Erfolg!

  • Modell WDR wird zum Pay TV freie Marktwirtschaft für alle mehr muss ich dazu nicht sagen.

  • Nur die PIRATEN lehnten die Haushaltsgebühr ab. Ich hoffe, dass sich diese Partei endlich als Alternative gebärdet.

    Ein mittelständischer Unternehmer geht hohe Risiken ein, haftet i.a.R. mit allem - und nur absoluten Überfliegern ist dann unter diesen Bedingungen ein Millionen-Gehalt möglich.

    Deutschland ist schon deshalb kein Gründer-Land: Am besten macht man eine Beamten-Karriere, Mangerkarriere, Moderatoren-Karriere oder wird Fussballer. Es mangelt nicht an Talenten, sondern an der Zahl der offenen Stellen für Moderatoren, Fußballer, .... Offensichtlich versagt hier der Markt - genauer: hier wirken keine Marktgesetzte.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%