Nach AKW-Abschaltungen Die Debatte um höhere Strompreise ist eröffnet

Mit Biblis A ist auch der letzte der sieben ältesten Atommeiler vom Netz gegangen. Spekulationen über Stromausfälle und Rufe nach einem schnellen Ausbau des Ökostroms heizen nun die Debatte über höhere Strompreise an.
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Als letzter der sieben Atom-Meiler ist nun auch Biblis A vom Netz gegangen. Quelle: dpa

Als letzter der sieben Atom-Meiler ist nun auch Biblis A vom Netz gegangen.

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BerlinDer Energiekonzern RWE gab am Samstag bekannt, dass das hessische AKW Biblis A vollständig heruntergefahren sei. Der Betreiber sei damit einer Anordnung des hessischen Umweltministeriums gefolgt. Mit Biblis A ist der letzte der insgesamt sieben deutschen Atommeiler, die vor 1980 in Betrieb gegangen waren, vom Netz.    

Die Bundesregierung hatte nach dem Reaktorunglück in Japan beschlossen, die sieben ältesten Reaktoren für drei Monate vom Netz zu nehmen. Bis Mitte Juni sollen diese Alt-AKW sowie alle übrigen Reaktoren einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.  Die vor Ende 1980 in Betrieb genommenen Atomkraftwerke haben zusammen eine Leistung von rund 7000 Megawatt, etwa ein Drittel der Leistung aller 17 deutschen AKW.

Zwei der Meiler - Brunsbüttel und Biblis B - waren bereits vorher abgeschaltet gewesen. Zudem steht der nach 1980 ans Netz gegangene Reaktor in Krümmel seit einer Pannenserie 2007 still.   

Das Abschalten alter Atomkraftwerke, Spekulationen über Stromausfälle und der Ruf nach einem schnellen Netzausbau für Ökostrom haben derweil die Debatte über höhere Strompreise weiter angeheizt. Die Atomkatastrophe in Japan führte offensichtlich zu einem Bewusstseinswandel beim Verbraucher.

Nach einer Emnid-Umfrage für „Focus“ unter 1000 repräsentativ ausgewählten Personen würden mehr als zwei Drittel der Bürger (69 Prozent) höhere Stromrechnungen in Kauf nehmen, wenn der Strom nicht mehr aus Kernenergie stammt.   

Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) dringt auf einen möglichst raschen Ausstieg aus der Kernenergie. „Die Konsequenz aus den Ereignissen in Japan muss sein: Wir müssen alles daran setzen, schneller aus der Kernenergie herauszukommen“, sagte Röttgen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Nun sei klar, dass die Laufzeiten der Kernkraftwerke auch immer Laufzeiten eines Restrisikos seien.

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12 Kommentare zu "Nach AKW-Abschaltungen: Die Debatte um höhere Strompreise ist eröffnet"

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  • Wenn dann die tatsächlichen Kosten den Verbrauchern aufgelatzt werden, wird kein Politiker sich an die Versprechen, Ausstieg ohne große Friktionen, erinnern.
    Vielleicht schaltet man mit den Atomkraftwerken auch endlich
    die unsägliche Umverteilung von hart erarbeiteten Steuergeldern, die Gutmenschen und den den Euromolloch ab

  • Ein Staat wird jedes Wirtschaftsunternehmen zugrunderichten oder vollkommen ineffizient führen. Nur die Gewinnorientierung führt zu Effizienzsteigerung und Innovation. Das ist ja gerade der Antrieb, es ständig besser zu machen.

  • Deshalb sollte ma die Energieunternehme wieder verstaatlichen, waren sie ja früher. Dann brauchen wir auch keine Dividenden auzahlen, der Preis kann sinken und der Staat hat rozden Einnahmen.
    Ganz einfach.

  • Unternehmen müssen Gewinn erwirtschaften. Das ist die Aufgabe von Unternehmen. Wenn ihnen die Regierung an einer Stelle eine Einnahmequelle wegnimmt, müssen halt die Preise angehoben werden. Das ist simpelste Marktwirtschaft.

    Wenn Aldi, Edeka oder Penny keine Getränke mehr verkaufen dürfen, wird eben das Brot und die Butter entsprechend teurer.

  • Na so ein Quatsch, die Preise steigen nur, weil die großen Engergiekonzerne jetzt weniger verdienen und jetzt diesen "Verlust" durch höhere Preise wieder reinholen wollen. Bei einem Gewinn von über 100 Mrd. ist das ja wohl eh schon ein Witz.

  • Sie meinen aber nicht zufälligerweise die Politik, oder? Der Strompreis für den Endverbraucher besteht zu knapp 50 % aus Steuern und Abgaben. Der eigentliche Strompreis war in Deutschland bisher noch recht günstig (siehe Strombörse, die Preise sind jederzeit einsehbar).

    Wenn sieben riesige Kraftwerke aus rein politischen Gründen und ohne gesetzliche Grundlage - per Dekret - abgeschaltet werden (was interessiert schon die Republik, wenn wir eine Kanzlerin haben), was glauben sie wohl, was dann mit dem Strompreis passiert? Na? Dämmert es? Ich habe meine Zweifel!

  • Seit Jahren kennen die grossen Stromkonzerne nur eines: Abkassieren!!! Milliardengewinne eingestrichen auf Kosten der Verbraucher und Mitarbeiter. Bei nachhaltigem und vernünftigem wirtschaften hätten die Konzere schon lange auf eine Mischung der verschiedenen Ernerieerzeugungsarten setzen können. Abkassieren ist aber einfacher und zur Not wird der Steuerzahler auch noch in Form von Subventionen zur Kasse gebeten. Diese gierigen und verantwortunglosen Konzernmanager sind unerträglich. Wann wacht der deutsche Michel endlich auf. Die Politiker sind nur noch Marionetten der Wirtschaft! Nieder mit den Lobbyisten!

  • Sonne und Wind sind kostenlos.

    Also kann nach der Annuitätenmethode die Amortisation errechnet werden.

    Der WWF und das Öko-institut seien schon darauf gekommen, dass der AKW Ersatz 0,5 Cent pro kwh kostet.

    Das ist nichts.

    Unklar ist allenfalls wie hoch der Zinssatz dabei ist.

    Das einzig Hinderliche dabei ist, dass aktuell etwa 3,5 Mrd für den Abriss eines AKW zu zahlen sind;

    Vom Steuerzahler !

    Und die CDU, die CSU und die FDP haben uns immer erzählt, wer DER Steuerzahler ist:

    Nämlich die, die 10 % allen Reichtums in Deutschland besitzen und "Alle Steuern Allein" zahlen.

    Ansonsten:
    Was Ökostrom kostet ist letztendlich egal!

    Es ist eine Frage von Zins und Tilgung.

    Und die ist wirtschaftlich geklärt!

    Einzig die Veraschrottung die AKWs bringt heute nicht, morgen nicht und NIE NICHT MEHR eine Rendite ein.

    NIE NICHT MEHR!

  • Brüderle als Vertreter der "Partei der Freiheit" möchte ein Öko-Ermächtigungsgesetz erlassen, das geltendes Planungs- und Bürgerrecht außer Kraft setzen soll. Umweltminister Remmel in NRW konnte mit seinem Umweltermächtigungsgesetz gerade noch ausgebremst werden. Zunehmend werden im Namen der Ökologie Gesetze erlssen, Bürger gegängelt und gepiesackt. Allmählich reichts!

  • Ich dachte wir leben in einer Republik. Da entscheidet das Parlament und ggf. der Bundesrat über ein ordentliches Gesetz, welches dann zur Anwendung gebracht wird. Aber offenbar leben wir in einer Aristokratie, wo eine Kanzlerin mal eben so die Abschaltung von in privatem Eigentum befindlichen Reaktoren befehlen kann. Und zwei Drittel der Deutschen finden das angeblich gut.

    Die Geschichte lehrt uns, daß Freiheit und Rechtsstaatlichkeit immer dann ein Ende fand, wenn es die Menschen selbst zugelassen haben.

    Und zum Präsidenten des UBA: Ich weiß nicht, welche Bildung der Präsident des UBA genossen hat, aber offenbar hat er den wirtschaftlichen Sachverstand eines Erstklässlers bis heute noch nicht erreicht. Wenn ein Stromkonzern weniger Strom ins Ausland exportieren kann, sinken seine Einnahmen und damit sein Gewinn. Was glaubt eigentlich das UBA, was dann mit den Strompreisen geschieht?

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