Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nach Aufnahmestopp für Ausländer Neue Regeln für die Tafeln?

In einer Krisensitzung berät die Essener Tafel über den heftig kritisierten Aufnahmestopp für Ausländer. Wie eine Lösung aussehen könnte.
Update: 27.02.2018 - 13:28 Uhr 7 Kommentare
In den 13 Verteilstellen der Essener Tafel gehen die Lebensmittel jede Woche an rund 6000 Menschen. Quelle: dpa
Essener Tafel

In den 13 Verteilstellen der Essener Tafel gehen die Lebensmittel jede Woche an rund 6000 Menschen.

(Foto: dpa)

BerlinNach der massiven Kritik am vorübergehenden Aufnahmestopp der Essener Tafel für Ausländer fordert der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, Konsequenzen. Die Tafeln sollten sich „für derartige Krisensituationen andere Regeln geben, um den ordnungsgemäßen Ablauf sicherzustellen“, sagte Landsberg dem Handelsblatt. „Für die Tafeln muss der Grundsatz gelten, das für die Hilfe die Bedürftigkeit entscheidend ist und nicht die Herkunft.“

Richtig sei allerdings, „dass zum Beispiel Flüchtlinge, wenn sie in staatlichen Einrichtungen mit ausreichend Lebensmitteln versorgt werden, bei den Tafeln nicht zusätzlich berücksichtigt werden können“, betonte Landsberg. „Wer Tafeln nutzen darf, ist zumeist über Berechtigungsausweise geregelt.“

Der Vorstand der Essener Tafel berät an diesem Dienstag in einer Krisensitzung über die Lage. Beobachter gehen davon aus, dass der Vorstand am Mittag über alternative Möglichkeiten beraten wird, die Essensausgabe zu regulieren. Der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor hatte zuvor erklärt, dass er seinen Rücktritt erwäge. Ein Haufen von Politikern haue auf seine Einrichtung ein, ohne sich zu informieren, sagte Sator der „Bild“-Zeitung. Am Wochenende hatten zudem Unbekannte Türen und Fahrzeuge des Essener Vereins mit Parolen wie „Nazis“ beschmiert. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der Debatte um den Aufnahmestopp. Daraufhin drohte der Vereinsvorsitzende Sartor mit Rücktritt. „Es hat mir hier immer Spaß gemacht. Aber ich habe keinen Bock mehr, man verliert einfach die Lust“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Ich bin kurz davor, hinzuschmeißen.“

Nur noch Kunden mit deutschem Pass: Kritik an Essener Tafel

Die Essener Tafel vergibt neue Berechtigungen zum Empfang von Lebensmitteln seit dem 10. Januar vorübergehend nur noch an Bürger mit deutschem Ausweis. Begründet wird dies mit einem angeblich zu hohen Anteil an Ausländern, weshalb sich etwa viele ältere Menschen nicht mehr wohlfühlten und das Hilfsangebot nicht mehr wahrnähmen.

Sozialverbände, Politiker verschiedener Parteien und auch Tafeln anderer Bundesländer kritisierten das Vorgehen als falsch. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schaltet sich ein. „Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut“, sagte Merkel in einem RTL-Interview. Aber die Entscheidung der Ehrenamtlichen in Essen, bis auf Weiteres nur noch Deutsche neu in ihre Kartei mit bedürftigen Menschen aufzunehmen, zeige auch „den Druck, den es gibt“, und wie viele Bedürftige auf Lebensmittelspenden angewiesen seien.

Anders als Merkel hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt die Entscheidung der Essener Tafel verteidigt. Der Leiter der Essener Tafel vertrete eine Position, „die mir nachvollziehbar ist“, sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Er habe mit ihm telefoniert und sich über die Lage informiert. „Die ganze Diskussion zeigt, dass die Integrationsfähigkeit schlicht eine Grenze hat.“ Andere, auch ältere Bedürftige würden sich von der Tafel zurückziehen. Sozialsysteme oder der Wohnungsmarkt dürften nicht wegen der Vielzahl an Flüchtlingen an Grenzen stoßen. Es gebe ähnliche Probleme in anderen Regionen, habe eine Debatte in der CSU-Landesgruppe im Bundestag am Montagabend ergeben, sagte Dobrindt.

Auch Landsberg zeigte Verständnis für das Vorgehen. In Essen habe man eine Regelung treffen wollen, um Auseinandersetzungen, zum Beispiel ein Vordrängeln bei der Essensausgabe, zu vermeiden. „Offenbar sind insbesondere ältere Personen und Alleinerziehende eher zurückgedrängt worden“, so Landsberg. Der Bundesverband der Tafeln habe daher richtig reagiert und darauf hingewiesen, „dass es andere Wege geben muss, um den ordnungsgemäßen Ablauf bei der Ausgabe der Lebensmittel zu organisieren“.

Landsberg warnte zugleich vor überzogener Kritik an den Tafeln. „Insgesamt sollte die Politik die guten und vernünftigen Einrichtungen der Tafeln unterstützen und nicht bei einzelnen Fehlern das System infrage stellen“, sagte er. „Hier funktioniert ehrenamtliches Engagement und viele Unternehmen, wie etwa Lebensmittelgeschäfte, unterstützen diese Struktur.“

Bundesweit gibt es 934 gemeinnützige Tafeln. Sie sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen sie regelmäßig an bis zu 1,5 Millionen Bedürftige. Bei 40 Prozent der Einrichtungen sind Vereine die Träger, bei den übrigen stehen Organisationen wie Diakonie, Caritas, Rotes Kreuz oder AWO dahinter. Rund 60.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich bei den Tafeln. 

In den 13 Verteilstellen der Essener Tafel gehen die Lebensmittel jede Woche an rund 6000 Menschen. Die Tafel beliefert darüber hinaus nach eigenen Angaben knapp 110 soziale und karitative Einrichtungen wie Mittagstische in sozialen Brennpunkten oder Anlaufstellen für Obdachlose. 

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Nach Aufnahmestopp für Ausländer - Neue Regeln für die Tafeln?

7 Kommentare zu "Nach Aufnahmestopp für Ausländer: Neue Regeln für die Tafeln?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dieser Satz entspricht einem Mindestmaß an Realitätsbewusstsein:

    „Richtig sei allerdings, „dass zum Beispiel Flüchtlinge, wenn sie in staatlichen Einrichtungen mit ausreichend Lebensmitteln versorgt werden, bei den Tafeln nicht zusätzlich berücksichtigt werden können“, betonte Landsberg.“

    Oder kennt jemand H4- oder Grundsicherungsempfänger, denen täglich auf Staatskosten eine vollständige Verpflegung ums Maul geschmiert wird?

    Und mit der überheblichen Selbstdarstellung dieser Schadenskanzlerin mit dem Pattex-Teil stellt die für mich ihre ganze Arroganz und Dreistigkeit unter Beweis, wie deren inkompetente Äußerung leicht zu erkennen.

    „Aber die Entscheidung der Ehrenamtlichen in Essen zeige auch "den Druck, den es gibt", und wie viele Bedürftige auf Lebensmittelspenden angewiesen seien. "Deshalb hoffe ich, dass man da auch gute Lösungen findet."

    Was sagt uns das?

    1. Sie weiß, dass es viele Bedürftige gibt, die auf Lebensmittelsenden angewiesen sind. Aber das interessiert die grundsätzlich nicht.

    2. Sie weiß, dass die von ihr „moralisch arrogante“ Kritik ausschließlich auf ihre Einladung aus 2015 zurückzuführen ist. Aber, wie dieses Weib in ihrer unglaublichen Dreistigkeit wahrheitsgerecht sagte:
    „ist mir doch egal – jetzt sind die eben da“ Aber rotzfrech Kritik an der Essener Tafel zu verkünden – das musste unbedingt sein, um noch einen draufzusetzen.

    3. Sie weiß, dass den Bedürftigen geholfen werden muss. Aber dafür ist sie als GrökaaZ doch nicht zuständig, die sich so oft „bekümmert und erschrocken“ um eigene Interessen kümmert. Darum sollen doch gefälligst die Bürger und private Organisationen kümmern.

    Hätte man noch eines einzigen Beweises bedurft. Jetzt hat sie den erbracht und man kann völlig zu recht sagen : Der geht wirklich Alles, auch wirklich Alles so was an ihrem berüchtigten Pattex-Teil vorbei – mehr ist kaum vorstellbar.

  • "....sagte Landsberg dem Handelsblatt. „Für die Tafeln muss der Grundsatz gelten, das für die Hilfe die Bedürftigkeit entscheidend ist und nicht die Herkunft.“

    Die Bedürftigkeit ist eine Frage der Ansprüche. Der Bedarf muß voran gestellt werden. Nur mal so, zur Begriffsbestimmung. Der Bedarf sollte durch die Sozialgesetze gedeckt sein und ist notwendig. Wer darüber hinaus noch Wünsche hat, soll sich schnellstens integrieren und für seine Bedürfnisse arbeiten gehen. Wer nicht arbeiten will, muß sich auf seinen Bedarf beschränken. Hiermit wird er nicht den Hungertod erleiden. Daher, am besten eine identifizierbare Fußfessel tragen lassen, um die Bedarfsuntergrenze an der Tafel nachzuweisen. Zur weiteren Bedürfnisbefriedigung soll die Allgemeinheit nicht herangezogen werden.

    Herrn Landsberg, als führende Persönlichkeit des sozialen Gefüges, sollte eigentlich bekannt sein, was Bedarf und Bedürfnis, bedeuten. Vielleicht ist er ja noch zu jung oder er hat die falschen Schulen besucht.

  • Wir werden weiterhin mit unserem Diesle fahern - vor allem vor der DUH zentrale - wir brauchen diesen Asahner - nicht...

  • Es ist doch wirklich ein Zeichen der Gastfreundschaft, wenn man unsere ausländischen Freunde zuerst bedient! Gehört sich doch so, hat uns Merkel beigebracht!
    Und wenn sich jemand nicht daran hält, dann gehört er eben nicht zu Merkels Deutschland. Darf er dann als "Nazi" beleidigt werden? Darf dann das Auto mit Farbe beschädigt werden? Werden Beleidigungen und Sachbeschädigungen nur dann geduldet, wenn sie aus der linken Szene kommen?


  • @ Frau Angela Merkel

    Halten Sie es für dumm, oder einfach nur dreist, wenn in einem der reichsten Länder dieser Welt, Kinder Morgens hungrig zur Schule gehen, deren Mütter Abends um abgelaufene Lebensmittel betteln, und die verantwortliche Politikerin für dieses Desaster die mitleidigen Menschen, die ihren hungernden Nachbarn unentgeltlich Hilfe leisten, darüber belehrt, wie sie dabei vorzugehen haben ?

  • Der Artikel erscheint selektiv und unvollständig....

    Soweit aus alternativen Medien bekannt hatte die Essener Tafel >70% Gäste der Kanzlerin zu Gast. Da diese Gäste häufig jung und kräftig sind, viele auch mit körperlichen Mitteln kommunizieren (Vorne Anstellen, Schubsen, stossen, grapschen, Rempeln, Beleidigen), hatten sich viele ältere deutsche Gäste nicht mehr zu kommen getraut. .... So wollte die Essener Tafel das Verhältnis Deutsche vs. Gäste der Kanzlerin durch einen Aufnahmestopp korrigieren.

    Fr. Merkel hat dies kritisch kommentiert und so hat die Antifa (Vera Lengsfeld: Sie prügeln für Fr. Merkel) dies in die Hand genommen. Fahrzeuge wurden mit Antifa Parolen besprüht...Der Vorsitzende der Essener Tafel denkt an Rücktritt.

    Andere Tafeln sollen diese Herausforderung gem. alternativer Medien gelöst haben indem sie zunächst die Muslime bedienen und die Deutschen sich anschliessend an den Resten vergnügen dürfen.

    Meines Erachtens sollte man die Tafel von der Sozialhilfe abziehen, da die Sozialhilfe die Kosten für die Ernährung einschliesst.

  • Solange sich ausländische Mitbürger zivilisiert und anständig benehmen, sich selbst züchtigen und disziplinieren können bei der Essensausgabe und vor allem geduldig wie alle anderen anstehen ist das alles kein Problem .

    Das Problem ist das aber, das eben diese Personen nicht ziviliisiert und kultiviert sind und sich damit in der Tafel nicht benehmen können und den wirklich Bedürftigen die Lebensmittel aus den Händen reißen und sie sich trotz Zurechtweisung des Tafelpersonals vordrängeln und alles was sie in die Hände bekommen mitnehmen.

    Aus diesem Grund , wird's nichts werden mit den Unzivilisierten und Unintelligenten, denn woher sollen sie sowas in die Wiege gelegt bekommen haben ?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%