Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nach dem Mitgliederentscheid SPD-Mittelstandsbeauftragter Christ: „Die Partei verliert endgültig die Mitte“

Harald Christ, noch Mittelstandsbeauftragter der Sozialdemokraten, kritisiert die designierte Doppelspitze seiner Partei scharf: „Die können es nicht.“
Kommentieren
Der SPD-Politiker will weiter Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums bleiben. Quelle: ddp/INTERTOPICS/STAR-MEDIA
Harald Christ

Der SPD-Politiker will weiter Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums bleiben.

(Foto: ddp/INTERTOPICS/STAR-MEDIA)

Düsseldorf Der scheidende SPD-Mittelstandsbeauftragte Harald Christ äußert sich besorgt über die neue SPD-Doppelspitze. „Die Partei driftet noch stärker nach links und verliert endgültig die Mitte und große Teile ihrer Stammwählerschaft. Es besteht die Gefahr einer Abspaltung der linken Mitte innerhalb der Partei“, sagte er dem Handelsblatt.

„Aus meiner Sicht ist die GroKo damit am Ende. Auch wenn es noch eine zermürbende Phase geben wird. Die CDU wird die Forderungen, die nun formuliert werden, nicht erfüllen wollen und auch nicht können. Das ist auch gut so.“

Christ kritisierte das siegreiche Kandidatenduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans in scharfen Worten: „Ich hätte erwartet, das die beiden erst gar nicht antreten“, sagte er.

„Die können es nicht. Frau Esken ist in ihrem eigenem Landesverband Baden-Württemberg gescheitert und hat in ihrem gesamten politischen Leben keine erkennbaren Qualifikationen vorzuweisen, die für die komplexe Herausforderung, die deutsche Sozialdemokratie zu retten, nötig sind. Walter-Borjans ist in Nordrhein-Westfalen krachend mit abgewählt worden und seine Bilanz als Finanzminister ist sehr durchwachsen. Ihm hätte ich zumindest zugetraut, eine aktive Rolle auf Landesebene zu übernehmen oder eine regionale Spitzenkandidatur anzustreben.“

Christ respektiert das Ergebnis, kündigte aber an, dass er persönlich Esken und Borjans nicht unterstützen werde. „Meine Funktion als Mittelstandsbeauftragter habe ich zum Parteitag bereits vorab nieder gelegt. Ich werde mich in Kürze klar und deutlich öffentlich über meine weiteren Pläne erklären“, sagte er.

Der SPD-Politiker will, so hatte er es im Handelsblatt-Interview Ende September angekündigt, weiter Vize-Präsident des SPD-Wirtschaftsforums bleiben.

Am Samstag hatten die Sozialdemokraten die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und den ehemaligen NRW-Finanzminister Norbert Borjans als Sieger der Stichwahl des Mitgliederentscheids präsentiert. Die beiden gewannen mit 53,06 Prozent.

Ihre Konkurrenten, Vizekanzler Olaf Scholz und die Brandenurger Politikerin Klara Geywitz, kamen auf 45,33 Prozent. Ein Parteitag muss Esken und Walter-Borjans als neues Führungs-Duo an diesem Freitag noch bestätigen.
Mit Agenturmaterial

Mehr: Das Elend der großen Koalition geht weiter – ein Kommentar

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

0 Kommentare zu "Nach dem Mitgliederentscheid: SPD-Mittelstandsbeauftragter Christ: „Die Partei verliert endgültig die Mitte“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.